Vielblüher aus Südamerika

Dipladenia im Porträt: Vom richtigen Standort bis zum Überwintern der Trichterblüte

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Die Dipladenia, auch Mandevilla, verschönert im Sommer viele Balkone und Terrassen. Für eine volle Blütenpracht sind Pflege und Standort entscheidend.

Ob in Gelb, Weiß oder Rot: Die Blüten der Dipladenia kreieren in den Sommermonaten wunderschöne Farbtupfer im Garten. Dabei bildet der exotische Blickfang von Mai bis etwa September immer wieder neue Knospen aus. Auch der zarte Duft der Pflanze überzeugt und macht die Mandevilla zum echten Rundum-Paket für Gärtner. Zu kalt mag es die strahlende Schönheit jedoch nicht – und stellt auch ein paar andere Anforderungen an ihre Pflege.

Dipladenia-Arten von kletternd bis kompakt

Die Dipladenia ist ursprünglich in Südamerika beheimatet. Von dort brachte sie der britische Diplomat Henry John Mandeville nach Europa bzw. England – er ist der Grund dafür, dass die Blume heute auch als Mandevilla bekannt ist. Von der Dipladenia gibt es weltweit mehr als 120 Arten. Eigentlich ist sie eine Kletterpflanze und braucht im Normalfall eine Rankhilfe.

Die meisten Dipladenia-Arten sind Kletterer – und brauchen einen festen Halt in Form einer Rankhilfe.

Doch es gibt heute auch Sorten, die buschig, hängend oder kompakt nach oben wachsen. Unter diesen sind viele Hybrid-Züchtungen. Beliebt ist etwa die japanische Dipladenia Sundaville, für die der Hersteller mit kräftigen Farben und geringem Wasserbedarf wirbt. Ebenso häufig findet man im Gartencenter die Diamantina oder Brasiljasmin, die gerne als Kübelpflanze zum Einsatz kommt. 

Gießen, Rückschnitt, düngen: So pflegen Sie die Dipladenia

Auf der Suche nach dem richtigen Plätzchen für die Dipladenia gilt: Die Pflanze fühlt sich an einem hellen Standort am wohlsten und kann dort die meisten Blüten ausbilden. Die volle Sonne sollte sie jedoch nicht abbekommen, gerade auf die starken Strahlen zur Mittagszeit reagiert sie sehr empfindlich. Auch Kälte verträgt die Mandevilla gar nicht. Spätestens, wenn die Temperaturen unter acht Grad Celsius sinken, muss sie nach drinnen umziehen.

Bei der Pflege ist das richtige Gießen entscheidend: Das sollten Sie bei der exotischen Schönheit regelmäßig, jedoch nicht zu viel. Die Erde sollte feucht sein, aber die Dipladenia darf keine nassen Füße bekommen. In ihren rübenartigen Wurzeln kann sie Wasser speichern und kommt so auch einige Tage ohne Flüssigkeit zurecht. Allerdings mag die Pflanze gerne feuchte Luft: Gönnen Sie ihr regelmäßig eine Dusche und besprühen Sie sie mit Wasser.

Flüssigdünger geben Sie während der Blüte der Mandevilla einmal pro Woche zu. Ab etwa August sollten Sie der Pflanze Ruhe ermöglichen und die Düngung einstellen.

Die Dipladenia produziert Blüten wie am Fließband: Damit das funktioniert, braucht sie ausreichend Nährstoffe durch Dünger.

Zur Pflege gehört außerdem, die schnell wachsende Dipladenia zurückzuschneiden. Das passiert am besten im späten Winter, vor dem Frühjahr. Denn die Pflanze blüht jeweils an den neu entstandenen Trieben. Gärtner brauchen dabei keine Angst zu haben, die Mandevilla kräftig zurechtzustutzen. Selbst bei einem Schnitt in Bodennähe treibt sie mit den wärmeren Tagen wieder ordentlich aus. 

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Dipladenia überwintern: So bringen Sie die kälteempfindliche Pflanze durch

Während die Dipladenia sich im Sommer draußen auf Terrasse und Balkon wohlfühlt, sind europäische Winter nichts für sie. An ihr Winterquartier stellt die südamerikanische Schönheit hohe Ansprüche: Laut dem NDR fühlt sie sich bei acht bis zwölf Grad Celsius am wohlsten. Wird es der Dipladenia zu kuschelig-warm, blüht sie im Folgejahr weniger. Wichtig ist dagegen auch im Winter ein besonders heller Standort – den findet sie im Optimalfall im Wintergarten oder Gewächshaus. 

Gibt es winterharte Dipladenia?

Während der Großteil der Dipladenia keine Kälte verträgt, gibt es eine Ausnahme: den Chilenischen Jasmin, oder Mandevilla laxa. Dieser verträgt etwa minus fünf bis minus zehn Grad Celsius – allerdings nur eine gewisse Zeit lang. Die Sorte sollten Gärtner also wirklich nur dann auspflanzen, wenn sie in Regionen mit sehr milden Wintern leben.

Dipladenia: Gelbe Blätter und Spinnweben – die häufigsten Krankheiten 

Die Mandevilla ist grundsätzlich robust – bei Pflegefehlern reagiert sie jedoch mitunter empfindlich. Häufige Probleme sind: 

  • Fleckige Blätter: Sie sind oft auf Pilzkrankheiten zurückzuführen. Diese werden etwa durch einen falschen Standort verursacht, der zu kalt und schattig ist, oder durch zu viel Wasser. 
  • Gelbe Blätter: In einem gewissen Maße ist dies normal und kann etwa am Alter der Blätter oder an schwankenden Temperaturen liegen. Verliert die Pflanze jedoch zu viele, sind oft ein falscher Standort oder zu wenig Nährstoffe in der Erde schuld. 
  • Gespinste am Blatt: Diese weisen auf der Regel auf Spinnmilben hin. Hier hilft es, die Pflanze abzubrausen oder Neemöl zu verwenden. 

Duftende Sträucher und Bäume bereichern Ihren Garten rund ums Jahr

Gelb blühende Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox)
So sieht Schönheit aus: Schon beim Anblick der Chinesischen Winterblüte (Chimonanthus praecox) kann man einen zarten Vanilleduft erahnen. Die Blüten erscheinen von Weihnachten bis April. © Pond5 Images/Imago
Traubenkirsche (Prunus padus)
An der wunderschön üppig blühenden Traubenkirsche (Prunus padus) führt ab April kein Weg vorbei – dann duftet der Baum intensiv nach Honig, was auch die Bienen zu schätzen wissen. © blickwinkel/Imago
Edel-Flieder (Syringa vulgaris Sensation)
Der Klassiker der Frühlingsgerüche darf nicht fehlen: Der zweifarbige Edel-Flieder (Syringa vulgaris Sensation) verströmt nicht nur einen tollen Duft, er sieht auch originell aus. © McPHOTO/Imago
Philadelphus coronarius, Pfeifenstrauch, Falscher Jasmin
Von Mai bis Juni zeigt der Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius), was er in Sachen Duft kann. Nicht ohne Grund wird er auch Falscher Jasmin genannt. © Zoonar/Imago
Borstige Robinie, Rosenakazie, Rosen-Akazie (Robinia hispida), bluehender Zweig
Ab Mai verzaubern auch die Blütenrispen der Robinienbäume mit ihrem süßen schweren Duft, der einen in ferne Länder entführt. © blickwinkel/Imago
Eine Kolkwitzie blüht im Abendlicht.
Den Perlmuttstrauch (Kolkwitzia amabilis) riecht man oft sehr angenehm süß, bevor man ihn sehen kann. Von Mai bis Juli lockt er so auch zahlreiche Bienen an. © Future Image/Imago
Blüte von Gewürzstrauch (Calycanthus floridus)
Der magnolienähnliche Gewürzstrauch (Calycanthus floridus) verströmt ab Juni das Aroma von Nelken und Erdbeeren. © Panthermedia/Imago
Blüten der Waldrebe (Clematis vitalba)
Vom Aussehen ist die Waldrebe (Clematis vitalba) eher unscheinbar. Umso intensiver ist der Duft der unzähligen Blüten der Kletterpflanze von Juli bis September. © Pond5 Images/Imago
Strauch der Sieben Söhne des Himmels (Heptacodium miconioides) mit Tagpfauenauge
Bis Ende Oktober bereichert der Strauch der Sieben Söhne des Himmels (Heptacodium miconioides) mit seinem jasminartigen Geruch die Gärten. © Panthermedia/Imago
Duftschneeball (Viburnum farreri)
Von November bis April lockt der süß riechende Duftschneeball (Viburnum farreri) mit seinen Blüten über viele Meter hinweg Besucher an. © Action Pictures/Imago

Ist die Dipladenia giftig?

Wird ein Blatt oder Stängel der Mandevilla verletzt, tritt eine milchige Flüssigkeit aus. Diese ist, wie die gesamte Pflanze, leicht giftig. Bei Menschen kann sie laut gartenjournal.net etwa zu Magen-Darm-Beschwerden und (Schleim-)Hautreizungen führen. Kinder reagieren dabei in der Regel heftiger als Erwachsene. 

Wer die Dipladenia zurückschneidet oder umtopft, sollte deshalb zu Handschuhen greifen. Im Ernstfall helfen der Giftnotruf oder eine ärztliche Betreuung weiter. Übrigens: Auch Hund oder Katze reagieren auf die Mandevilla. Wurden Blätter oder Blüten verzehrt, sollten Sie die Vierbeiner im Auge behalten und gegebenenfalls den Tierarzt aufsuchen.

Das Taubenschwänzchen und die Dipladenia: Todesfalle für Schmetterlinge? 

Das Taubenschwänzchen kommt eigentlich aus dem Mittelmeerraum, aber fühlt sich mittlerweile auch in Deutschland immer wohler. Die nachtaktiven Schmetterlinge erinnern durch ihren schnellen Flügelschlag und ihre Statur an Mini-Kolibris. Über ihre Saugrüssel sammeln sie den Nektar aus Blüten ein – ein Fakt, der bei der Dipladenia oft zu einem tödlichen Ende führt.

Das Taubenschwänzchen wird von bunten Farben angezogen: Bei der Dipladenia endet das oft tragisch für die Schmetterlinge.

Der Grund liegt laut der Vereinszeitschrift Virgo des Entomologischen Vereins Mecklenburg e. V. am Bau der Blüte. Das Taubenschwänzchen bleibt dort mit seinem Rüssel stecken und kann sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Wer die kleinen Falter bei sich im Garten beobachtet, sollte auf die Dipladenia verzichten oder diese nur als Zimmerpflanze halten.

Rubriklistenbild: © Manfred Bail/ IMAGO

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