VonNoah Forouzanschließen
Stiftung Warentest ermittelt keinen „sehr guten“ Filterkaffee. Ein günstiger Discounter beeindruckt dennoch und stellt teure Marken in den Schatten.
Der Morgen beginnt für viele Deutsche mit einer Tasse Filterkaffee – doch muss es immer die teure Marke sein? Die Stiftung Warentest hat für ihre November-Ausgabe 15 gemahlene Röstkaffees unter die Lupe genommen, darunter fünf mit EU-Bio-Siegel. Dabei wurde nicht nur der Geschmack bewertet, sondern erstmals auch die Unternehmensverantwortung der Hersteller. Die Ergebnisse zeigen: Ein günstiger Discounter-Kaffee kann problemlos mit teuren Marken mithalten – und überzeugt in beiden Testkategorien.
Aldi-Kaffee überzeugt im Stiftung Warentest-Vergleich
Der „Aldi Nord Barissimo Classic“ für nur 8,60 Euro pro Kilogramm schneidet im Test der Stiftung Warentest mit der Bewertung „gut“ ab. Damit gehört er zu den acht Kaffeesorten, die im Geschmackstest überzeugen konnten. Besonders bemerkenswert: Der günstige Discounter-Kaffee punktet nicht nur beim Geschmack, sondern auch in der zweiten Testkategorie zur Unternehmensverantwortung – hier erreicht er ebenfalls die Note „gut“.
Damit gehört der Aldi-Kaffee zu den nur drei Produkten im Test, die in beiden Kategorien gleichermaßen überzeugen können. Für preisbewusste Kaffeetrinker ist das eine gute Nachricht: Guter Kaffee muss nicht teuer sein, und man kann gleichzeitig auf ein Produkt setzen, bei dem der Hersteller Verantwortung für Arbeitsbedingungen und Umweltschutz übernimmt.
Tchibo führt das Feld an – mit einem kleinen Makel
Der Testsieger kommt allerdings von einer anderen Marke: Der Tchibo Eduscho Filterkaffee Nr. 1 Klassisch sichert sich mit der Gesamtnote 2,0 den ersten Platz. Besonders im Geschmackstest überzeugt der Kaffee. Die Experten beschreiben die Sensorik wie gefolgt: Ein kräftiger Kaffee mit starkem Duft und ausgewogenem Geschmack. Er schmeckt deutlich bitter mit mittleren Schokoladennoten. Kaum fruchtig und wenig sauer. Auch interessant: Achtung beim Düngen: Diese Pflanzen vertragen keinen Kaffeesatz.
Der Testsieger hat jedoch eine Achillesferse: Bei der Unternehmensverantwortung landet Tchibo auf dem letzten Platz. Sowohl bei Arbeitsbedingungen im Kaffeeanbau als auch beim Umweltschutz gibt es nur ein „ausreichend“. Der Sieger-Kaffee kostet bei Tchibo rund 11,20 Euro pro Kilogramm – deutlich mehr als der fast gleichwertige Aldi-Kaffee.
Diese Kaffees überzeugen in beiden Testkategorien
Neben dem Aldi-Kaffee gibt es zwei weitere Marken, die in beiden Testbereichen gut abschneiden. Der Bio-Kaffee „Lebensbaum Kaffee Gourmet Klassisch gemahlen“ (ca. 18 Euro/kg) erhält im Kaffee-Test ein „gut“ und glänzt bei der Unternehmensverantwortung sogar mit „sehr gut“. Auch der „dm Bio Kaffee Klassik gemahlen“ für 9,90 Euro pro Kilogramm schneidet in beiden Kategorien „gut“ ab. Auch spannend: Darum sollten Sie täglich Haferflocken essen – hier sind die 6 besten Rezepte.
Bemerkenswert: Ausgerechnet Discounter und Drogeriemarktketten zeigen mehr Engagement für faire Arbeitsbedingungen und Umweltschutz als viele der großen, bekannten Kaffee-Marken. Vier Anbieter erreichen bei der Unternehmensverantwortung sogar die Bestnote „sehr gut“. Die besten Kaffees im Überblick:
| Kaffeemarke | Preis pro kg | Gesamtbewertung | Sensorik | Unternehmensverantwortung |
| Tchibo Eduscho Filterkaffee Nr. 1 Klassisch | 11,20 € | gut | sehr gut | ausreichend |
| Lebensbaum Kaffee Gourmet Klassisch gemahlen | 18,00 € | gut | gut | sehr gut |
| Aldi Nord Barissimo Classic | 8,60 € | gut | gut | gut |
| dm dmBio Kaffee Klassik gemahlen | 9,90 € | gut | gut | gut |
So testete die Stiftung Warentest den Filterkaffee
Die Tester bewerteten die Kaffeesorten nach einem umfassenden Prüfverfahren. Fünf trainierte Experten beurteilten Geruch, Geschmack, Aussehen und Mundgefühl der zubereiteten Kaffees. Für die Zubereitung verwendeten sie standardisierte Bedingungen: 55 Gramm Kaffeepulver pro Liter Wasser mit einem Härtegrad von 7 Grad deutscher Härte. Im Labor wurden die Kaffees zudem auf kritische Stoffe untersucht – darunter Schimmelpilzgifte, Acrylamid, Furane und Mineralölbestandteile. Auch die Verpackungen und deren Deklarationen wurden genau unter die Lupe genommen.
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