- VonJennifer Battagliaschließen
Es regnet wieder „Blut“ vom Himmel. Gemeint ist Saharastaub, der aus Nordafrika nach Deutschland weht und durch Regen aus den Wolken gespült wird. Die Folge: Jede Menge schmutziger Autos.
München - „Blutregen“ galt im Mittelalter als schlechtes Omen für Krankheit und Krieg. Heute weiß man, woher der dreckige Niederschlag kommt: Es ist Saharastaub, der aus Nordafrika nach Deutschland weht und durch den Regen aus den Wolken gewaschen wird. So ist es auch wieder in diesen Tagen - vor allem in Bayern.
Leidtragende sind vor allem die Autofahrer. Denn der Staub verdreckt die Fahrzeuge mit rot-braunen Flecken. Wer keine Möglichkeit hat, sein Auto geschützt unterzustellen, wird dem Blutregen aktuell kaum entgehen können. Bei der Beseitigung der „Blutflecken“ müssen Autofahrer einiges beachten.
Saharastaub auf dem Auto - ADAC rät: Niemals trocken abwischen
Sollte man vielleicht einfach abwarten, bis die Flecken getrocknet sind und sie dann mit einem Tuch abwischen? Lieber nicht, sagt der ADAC. Um den Saharastaub zu entfernen, braucht man viel Wasser, andernfalls besteht die Gefahr, dass die feinen Staubkörner den Autolack zerkratzen. Ein trockener Lappen würde hier wie ein Schmirgelpapier wirken. Der Dreck sollte aber unbedingt beseitigt werden, denn sonst könnten sich die Flecken bei Sonnenschein auch einbrennen.
Weil das Abspritzen des Wagens mit dem Gartenschlauch oder das Waschen von Hand nicht überall erlaubt ist, rät der ADAC zu einer Fahrt in die Waschanlage. Nach der Autowäsche kann dann per Hand nachgearbeitet werden. Wer das Auto hingegen per Hand waschen darf und kann, sollte folgendermaßen vorgehen:
ADAC-Tipps: Saharastaub womöglich auch im Autoinneren
Verdreckte Blechflächen reinigt man am besten bei offenen Türen mit einem gut durchfeuchteten Tuch. Damit der Staub nicht weitergetragen wird, sollte man den Lappen so oft wie möglich auswaschen. Bei den Fenstern ist besondere Vorsicht geboten: Hier verwendet man bevorzugt ein spezielles Fensterleder, um Kratzer zu vermeiden.
Die feinen Sandkörner können sich auch im Inneren des Fahrzeuges ausgebreitet haben. Fährt man mit einem Lappen über das Armaturenbrett und wird das Tuch schnell dreckig, reinigt man am besten den Innenraum gleich mit. Die Polster lassen sich gut mit einem Staubsauger absaugen, die weiteren Oberflächen kann man mit einem feuchten Lappen und einem für den Innenraum geeigneten Reinigungsmittel putzen.
Saharastaub: Pollenfilter des Autos kontrollieren
Der ADAC empfiehlt außerdem, den Pollenfilter (auch Innenraumfilter genannt) zu überprüfen, vor allem dann, wenn dieser schon länger nicht mehr gewechselt wurde. Sollte der Filter voll sein, muss er ausgetauscht werden - anderenfalls entlädt sich sein Inhalt in den Innenraum. Je nach Auto kann der Filter auch selbst gewechselt werden.
Bevor man allerdings seinen fahrbaren Untersatz von Saharastaub befreit und wieder auf Hochglanz poliert, sollte man sicherheitshalber noch kurz den Wetterbericht prüfen. Denn nicht, dass nochmal Blutregen angesagt ist. Für Bayern ist das für in den kommenden Tagen tatsächlich der Fall. (jb)
Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa
