Spätfolgen

Häufig Verdauungsprobleme und Sodbrennen? Studie zeigt, dass Corona bei tausenden Menschen dahintersteckt

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Magen-Darm-Probleme können verschiedene Ursachen haben. Forscher fanden jetzt heraus, dass auch eine Corona-Infektion der Verdauung langfristig schaden kann.

Sodbrennen, Verstopfung, Übelkeit und Durchfall: Alles Anzeichen, die auf eine gestörte Verdauung hindeuten. Häufig ist ein Magen-Darm-Infekt die Ursache, aber auch Stress und ungesunde Ernährung setzen unserem Verdauungstrakt zu. Doch was, wenn plötzlich und ohne ersichtlichen Grund Magen und Darm Probleme bereiten?

Ein US-amerikanisches Forscherteam hat untersucht, welche Rolle eine zurückliegende Corona-Infektion spielen könnte. Zugrunde legten die Wissenschaftler die Krankenakten von mehr als 150.000 US-Veteranen, die an Corona erkrankt waren. Im Vergleich mit über fünf Millionen Gleichaltrigen, an welchen der Corona-Kelch vorübergegangen war, zeigte sich tatsächlich: Eine Corona-Infektion erhöht das Risiko dafür, dass man als Spätfolge Magen-Darm-Probleme wie Verstopfung bekommt.

Nach Corona erhöhtes Risiko für Magenkrämpfe, Durchfall und Übelkeit

Die Forschenden fanden heraus, dass etwa 9.500 Corona-Patienten später Probleme des Verdauungstraktes, der Bauchspeicheldrüse oder der Leber entwickelten. Die Studie wurde auf dem Fachportal „Nature Communications“ veröffentlicht.

Auch lange nach einem Corona-Infekt können Probleme mit der Verdauung bei einigen Menschen auf Covid-19 zurückgeführt werden.

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Sodbrennen, Verstopfung und Durchfall waren die häufigsten Symptome, die die Corona-Patienten-Gruppe zeigte. Und das nach einer Nachbeobachtungszeit von im Schnitt rund 409 Tagen nach der akuten Infektion. Selbst diejenigen, die nur unter leichten Corona-Symptomen litten, waren mit einer weitaus höheren Wahrscheinlichkeit von Magenproblemen betroffen als die, die kein Covid-19 hatten.

„Wir zeigen, dass Menschen mit Covid-19 über die ersten 30 Tage nach der Infektion hinaus ein erhöhtes Risiko und eine erhöhte 1-Jahres-Belastung für Magen-Darm-Erkrankungen aufweisen“, so die Forscher um Evan Xu vom Clinical Epidemiology Center des Saint Louis Health Care System in den USA. Dazu zählen der Studie zufolge:

  • Sodbrennen
  • Magenkrämpfen
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Leber- und Gallenerkrankungen
  • Magengeschwüre

Immunsystem stärken und so Grippe bis Corona vorbeugen – acht einfache Regeln

Frau hält Glas Wasser in der Hand.
Wer ausreichend trinkt, hält die Schleimhäute in Mund und Rachen feucht. Das ist wichtig, weil diese die erste Schutzbarriere des Körpers gegen Viren und Bakterien darstellen. Trocknen die Schleimhäute aus, können Viren leichter andocken und sich einen Weg in den Körper bahnen. Auch das Lutschen von Bonbons hilft dabei, die Schleimhäute feucht zu halten.  © Tanya Yatsenko/Imago
Korb voll mit Gemüse und Obst
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse sorgt dafür, dass dem Körper wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt werden. Es wird vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen einem gesunden Darm und einem gesunden Immunsystem besteht, denn ein Großteil der Antikörper produzierenden Zellen befinden sich im Darm, informiert das Portal München Klinik, der Gesundheitsversorger der Stadt München. © Oleksandr Latkun/Imago
Frau krault im Schwimmbad
Auch Bewegung macht uns weniger anfällig für Krankheitserreger. Mitverantwortlich ist die antientzündliche Wirkung von Sport und Bewegung auf unseren Körper. Davon profitiert auch unser Immunsystem, so Professor Karten Krüger von der Justus-Liebig-Universität in Giessen im Interview mit der Krankenkasse BKK Provita. Sein Forschungsgebiet: Die Wirkung von Bewegung auf unser Immunsystem. Ihm zufolge wird man seltener krank und übersteht eine Erkrankung besser, wenn man sich regelmäßig bewegt, gut schläft, sich ausgewogen ernährt und ein gutes Stressmanagement pflegt.  © Imago
Hand, die Weinglas und Zigarette hält
Inhaltsstoffe in Zigarettenrauch und Alkohol blockieren die körpereigene Abwehr und machen uns so anfälliger für Krankheiten. Nach einer durchzechten Nacht kann das Immunsystem Studien zufolge sogar bis zu 24 Stunden lang nicht wie gewohnt arbeiten, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Auch Rauchen fördert wie Alkohol Entzündungsprozesse im Körper, was eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfekte zur Folge haben kann. Zudem trocknet Zigarettenrauch die Schleimhäute aus, was deren Abwehrkraft abschwächt.  © macondo/Imago
Frau öffnet das Fenster zum Lüften
Vor allem im Herbst und im Winter sollten Sie regelmäßig lüften. Denn trockene Heizungsluft trocknet die Schleimhäute in Mund und Nase aus. Diese stellen die erste Barriere für Viren und Bakterien dar. Im ausgetrockneten Zustand sind die Schleimhäute weniger widerstandsfähig. © Roman Möbius/Imago
Wanderweg im Bergischen Land nahe der Müngstener Brücke
Bewegung an der frischen Luft stärkt unsere Atemwege. Auch das Immunsystem profitiert, weil über die Haut durch Kontakt mit Sonnenlicht Vitamin D produziert wird. „Es ist wissenschaftlich unstrittig, dass eine ausreichende Vitamin D-Versorgung zur normalen Funktion des Immunsystems beiträgt. Auch zeigen Studien, dass Menschen mit einer unzureichenden Vitamin D-Versorgung ein erhöhtes Risiko für akute Atemwegsinfekte aufweisen und von der Gabe von Vitamin D-Präparaten profitieren können“, heißt es in einem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung.  © Olaf Döring/Imago
Gestresste Frau im Büro
Stress ist ein wahrer Immunkiller. Durch die Ausschüttung von Stresshormonen verlieren die Immunzellen die Fähigkeit, sich zu vermehren, um Krankheitserreger abzutöten. Auch die Menge an Antikörpern in unserem Speichel verringert sich, so eine Information des Universitätsspitals Zürich.  © Joseffson/Imago
Frau schaltet den Wecker aus
Ausreichend Schlaf zählt zu den Grundpfeilern eines intakten Immunsystems. Wissenschaftler der Universität Tübingen und der Universität Lübeck konnten dem ärztlichen Journal zufolge zeigen, dass bereits nach drei Stunden ohne Schlaf die Funktion der T-Zellen beeinträchtigt war. „T-Zellen zirkulieren ständig im Blutkreislauf und suchen nach Erregern. Die Adhäsion (Anmerkung der Redaktion: bedeutet so viel wie „Haftkraft“) an andere Zellen erlaubt ihnen dabei, im Körper zu wandern und beispielsweise an infizierte Zellen anzudocken, um sie anschließend zu beseitigen“, sagt Erstautor Stoyan Dimitrov.  © Oleksandr Latkun/Imago

Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, dass Menschen mit einer Sars-CoV-2-Infektion in der postakuten Phase von Covid-19 ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale Störungen haben. 

Forscherteam um Evan Xu vom Clinical Epidemiology Center des US-amerikanischen Saint Louis Health Care System

Entzündung durch Corona-Infektion könnte die Ursache sein

Eine Studie chinesischer Wissenschaftler zeigte, dass eine Infektion mit Sars-CoV-2, dem Corona-Krankheitserreger, das Mikrobiom im Darm stört. Die Forschenden, die ihre Analyse im Oktober 2022 auf dem Fachportal nature reviews gastroenterology & hepatology veröffentlicht hatten, kamen zu dem Schluss, dass durch das bakterielle Ungleichgewicht die Gefahr für Sekundärinfektionen steigt. Also für Infekte mit anderen Viren als dem Coronavirus oder Bakterien.

Die Forscher der aktuellen Studie stellen dem Business Insider zufolge die These auf, dass eine chronische Entzündung nach Corona-Infektion für anhaltenden Magen-Darm-Probleme verantwortlich sein könnte. Es sei möglich, dass einige Virusfragmente im Verdauungstrakt verbleiben, nachdem die erste Infektion abgeklungen ist, heißt es weiter. Diese könnten zu einer anhaltenden Entzündung in Magen und Darm führen.

Mehr Informationen zur StudieLong-term gastrointestinal outcomes of COVID-19

Veröffentlichungsdatum: 7. März 2023

Untersuchungszeitraum: März 2020 bis Januar 2022

Veröffentlicht im Fachjournal nature communications

Umfang: 154.068 Studienteilnehmer

Studienautoren: US-amerikanisches Forscherteam um Evan Xu vom Clinical Epidemiology Center des US-amerikanischen Saint Louis Health Care System

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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