Nach massenhaftem Rückruf

Edeka und Netto machen Scherze auf Ferreros Kosten - „Hat mit Spaß nichts mehr zu tun“

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Edeka macht sich über den Rückruf bei Ferrero lustig. (Symbolfoto)

Die Lebensmittelhändler Edeka und Netto nutzen den Salmonellen-Skandal von Ferrero in eigener Sache und machen Werbung für ihre Eigenmarken.

München - Der massenhafte Rückruf seiner Überraschungseier und „kinder“-Produkte war nicht nur für Süßwarenhersteller Ferrero ein Desaster. Die Produktion in der betroffenen Fabrik in Belgien wurde gestoppt, die Staatsanwaltschaft ermittelt, das Geschäft bricht ein. Nicht vergessen sollte man die Menschen, darunter viele Kinder, die sich wahrscheinlich mit den Salmonellen vergiftet haben und teils schwer erkrankt sind.

Edeka: „Garantiert ohne Überraschung“

Gemäß dem Motto: Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen, nutzt Edeka nun die Gunst der Stunde und macht Werbung in eigener Sache. Via Instagram und Facebook postet der Lebensmittelhändler ein ähnliches Schokoprodukt der Eigenmarke „Gut und günstig“, darüber prangt der Satz: „Garantiert ohne Überraschung.“

Was als lustiger Werbegag gemeint war, kommt bei den Followern recht unterschiedlich an. Die Reaktionen fallen dementsprechend aus. Sie reichen von „geniale Werbung“ bis zu „mit dem Schaden anderer zu werben finde ich absolut geschmacklos“. Eine Userin ist entsetzt: „Ihr seid so widerlich so eine Werbung hier loszulassen“ schreibt sie. In Großbritannien sei ein kleines Kind schwer erkrankt, niemand denke daran, was die Mutter gerade durchmache. „Pfui, das hat mit Spaß nichts mehr zu tun!“

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Netto: „Ganz ohne böse Überraschung, Kinder“

Ähnlich wie Mutterkonzern Edeka wirbt auch Discounter Netto für seine eigene Schoko-Osterkollektion via Social-Media-Accounts - mit ebenso subtilem Seitenhieb auf Überraschungseier-Hersteller Ferrero. Der Schriftzug „Ganz ohne böse Überraschung, Kinder“, steht über dem Netto-Oster-Sortiment. Die Reaktionen der Community fällt hier ähnlich aus wie die bei dem Edeka Post: Lacher und Kritik von der Kundschaft.

Der Ferrero-Konzern dagegen kämpft mit den Folgen des Skandals. Die belgischen Behörden haben bereits vor einer Woche die Fabrik in Arlon geschlossen, nachdem herausgekommen war, dass der Konzern schon seit Mitte Dezember von Salmonellen-Befall in dem Werk gewusst hatte. Die belgische Staatsanwaltschaft ermittelt.

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