Bei Kaufland, Lidl und Co.

„Psycho-Tricks“ beim Einkaufen: Wie Farben unterbewusst auf Kunden wirken

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Damit Kunden bei Lidl, Kaufland und Co. möglichst viel einkaufen, arbeiten Supermärkte und Discounter mit teilweise einfachen, aber sehr wirksamen Tricks.

Supermärkte und Discounter haben vor allem ein Ziel: Möglichst viele Produkte an Kunden verkaufen. Vor allem die Schwarz Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, sind Experten auf ihrem Gebiet – nicht ohne Grund ist der Lidl-Gründer Dieter Schwarz der reichste Deutsche. Damit Kunden im Supermarkt und Discounter mehr kaufen, als sie eigentlich benötigen, bedienen sich die Lebensmittelhändler teilweise an fiesen „Psycho-Tricks“.

So werden Kunden beispielsweise alleine schon durch den Einkaufswagen manipuliert. Doch auch Farben und Licht wirken sich auf das Unterbewusstsein und damit auf das Kaufverhalten aus. An welchen Tricks sich Lidl, Kaufland und Co. bedienen.

Farben beeinflussen Kunden: Rot fördert „impulsive Käufe“ und lenkt Aufmerksamkeit auf ein Produkt

echo24.de berichtete bereits über gemeine Tricks, die Kaufland, Lidl, Aldi und Co. nutzen. Dazu gehören der Geruch von frischen Backwaren in der Filiale, Musik und Temperaturen zum Wohlfühlen, kleine Waren im Kassenbereich und der generelle Aufbau der Filialen.

Kunden werden in Supermärkten und Discountern zum Beispiel auch durch rote und orangefarbene Angebotsschilder beeinflusst. Dabei weisen die Farben nicht immer auf ein echtes Schnäppchen hin. Sie schaffen auf jeden Fall eins: Aufmerksamkeit, die auf ein bestimmtes Produkt gelenkt wird. „Rot kann auch verwendet werden, um Dringlichkeit zu vermitteln und impulsive Käufe zu fördern“, schreibt die „Lebensmittelzeitung“.

Hin und wieder wird auch bei den Angeboten gemogelt, sodass ein Produkt als echtes Schnäppchen angepriesen wird – dabei sparen Kunden kaum bis nichts. Generell gibt es auch große Preisunterschiede von Filiale zu Filiale. Bei roten Preisschildern sollte also lieber genau hingeschaut, statt einfach zugegriffen werden.

Grün, Blau, Grau, Schwarz, Weiß – diesen Einfluss haben verschiedene Farben auf Kunden im Supermarkt

Auch Grün kommt laut „Lebensmittelzeitung“ gerne zum Einsatz, da die Farbe „oft mit Frische und Natürlichkeit assoziiert“ wird. Sie ist vor allem in der Frischeabteilung, bei Obst und Gemüse, zu finden. Orange sei eine „warme und einladende Farbe“, die etwa in Backabteilungen eine „einladende Atmosphäre“ schaffen kann.

Farben beeinflussen das Kaufverhalten: Grün wird häufig im Supermarkt in der Obst- und Gemüseabteilung verwendet.

Weiter erklärt die „Lebensmittelzeitung“, dass Blau eine „beruhigende Farbe“ ist: „In einem Supermarkt könnte diese Farbe zum Beispiel in der Gesundheits- und Wellness-Abteilung eingesetzt werden, um ein Gefühl von Wohlbefinden und Ruhe zu fördern“, heißt es. Die Farbe Grau wird mit „Sicherheit und Professionalität“ in Verbindung gebracht, weshalb sie etwa in Haushaltswarenabteilungen oder bei technischen Produkten zum Einsatz kommt.

„Schwarz vermittel Luxus“: Kunden sollen zu teureren Produkte greifen

Etwas, das bestimmt schon einigen aufgefallen sein dürfe: „Schwarz vermittel Luxus und Exklusivität“, erklärt die „Lebensmittelzeitung“. Produkte, die besonders hochwertig wirken sollen und gegebenenfalls auch deutlich teurer sind, haben oft eine schwarze Verpackung.

Schwarz wird gerne für teurere Produkte verwendet, wie etwa in der Wein- und Spirtiousen-Abteilung.

Weiß hingegen steht „für Reinheit und Einfachheit“ – und wird daher gerne in Milch-Abteilungen, zum Beispiel an der Kühltheke, eingesetzt.

Gelbes, rotes und blaues Licht lassen bestimmte Lebensmittel attraktiver erscheinen

„Farben in Geschäften wirken sich auf das Kaufverhalten aus“, erklärt die Verbraucherzentrale. Und die kommen auch beim Licht zum Einsatz. So wirkt bunt leuchtendes Obst und Gemüse am Ladeneingang „ansprechend und vermittelt eine angenehme Atmosphäre“. Und weiter: „Auch durch gefärbtes Licht erscheinen Lebensmittel frisch und qualitativ hochwertig. Fleisch wird häufig rötlich angestrahlt, Fischwaren wirken unter blauem Licht besser. Backwaren werden gerne unter gelblichem Licht präsentiert“.

Beim Einkauf Geld sparen: Welche Tipps und Tricks Verbraucher kennen sollten

Bei der Auswahl im Supermarkt entstehen oft Impulseinkäufe.
Tipp 1: Bei der riesigen Auswahl im Supermarkt entstehen oft unnötige Impulseinkäufe. Mit einem Essensplan kann man gezielt die Lebensmittel kaufen, die man für seine Gerichte auch braucht. So spart man nicht nur an der Kasse einiges an Geld, sondern kann auch eventueller Lebensmittelverschwendung entgegenwirken. © Oleksandr Voskresenskyi via imag
Hungrig sollte man nicht einkaufen gehen.
Tipp 2: Niemals hungrig einkaufen gehen. Wer Hunger hat, neigt dazu, alles was er gerne isst einfach in den Einkaufswagen zu packen und steht am Ende mit einem teureren Einkauf als geplant an der Kasse. Am besten, man geht nach dem Frühstück oder Mittagessen einkaufen. © Bernd54 via www.imago-images.de
Einkauf in einem Supermarkt oder Discounter zu Zeiten voTipp 3: Auf den Grundpreis achten: Vor Allem der Vergleich zwischen Markenprodukt und Eigenmarke lohnt sich. Meist bekommt man für weniger Geld genauso gute Eigenmarkenprodukte. Um einfacher vergleichen zu können, gilt es auf den Grundpreis zu schauen, der meist in Liter oder Kilogramm angegeben wird.n Inflation. Fleisch, Schweinefleisch, Billigfleisch, Rindfleisc
Tipp 3: Auf den Grundpreis achten: Vor allem der Vergleich zwischen Markenprodukt und Eigenmarke lohnt sich. Meist bekommt man für weniger Geld genauso gute Eigenmarkenprodukte. Um einfacher vergleichen zu können, gilt es auf den Grundpreis zu schauen, der überwiegend in Liter oder Kilogramm angegeben wird. © IMAGO/Martin Wagner
Tipp 4: Auf Angebote achten und vergleichen: Fast jeder Supermarkt hat Aktionen und Angebote. Besonders bei Produkten die man in großen Mengen gebraucht lohnt es sich bei solchen Aktionen zuzuschlagen. Doch es ist Vorsicht geboten: bei reduzierter Ware neigen wir dazu sie zu kaufen obwohl wir sie gar nicht brauchen. Das kann den Preis in die Höhe treiben.
Tipp 4: Auf Angebote achten und vergleichen: Fast jeder Supermarkt hat Aktionen und Angebote. Besonders bei Produkten, die man in großen Mengen braucht, lohnt es sich bei Aktionen zuzuschlagen. Doch es ist Vorsicht geboten: Bei reduzierter Ware neigen wir dazu, sie zu kaufen, obwohl wir sie gar nicht brauchen. Das kann den Preis in die Höhe treiben. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Tipp 5: Große Packungen kaufen: Ein Tipp der Verbraucherzentrale ist es, größere Packungen zu kaufen – sie haben meist einen günstigeren Grundpreis. Natürlich rentieren sich Großpackungen nur, wenn sie auch wirklich verbraucht werden können.
Tipp 5: Große Packungen kaufen: Ein Tipp der Verbraucherzentrale ist es, größere Packungen zu kaufen – sie haben meist einen günstigeren Grundpreis. Natürlich rentieren sich Großpackungen nur, wenn sie auch wirklich verbraucht werden können. © IMAGO/Jakub Porzycki
Tipp 6: Einkaufsfallen erkennen: In Supermärkten gibt es viele Einkaufsfallen, die für einen teureren Einkauf sorgen können. Dazu gehören irreführende Aktionsschilder, „Mogelpackungen“ und bewusste Produktplatzierungen. Ein Trick, welcher vermutlichen vielen bereits bekannt ist: Die teuersten Produkte stehen in der Regel auf Augenhöhe. Ober- und unterhalb sind die günstigeren.
Tipp 6: Einkaufsfallen erkennen: In Supermärkten gibt es viele Einkaufsfallen, die für einen teureren Einkauf sorgen können. Dazu gehören irreführende Aktionsschilder, „Mogelpackungen“ und bewusste Produktplatzierungen. Ein Trick, welcher vermutlichen vielen bereits bekannt ist: Die teuersten Produkte stehen in der Regel auf Augenhöhe. Ober- und unterhalb sind die günstigeren. © IMAGO/McPHOTO/BilderBox
Tipp 7: Panikkäufe vermeiden: Panikkäufe, wie etwa aufgrund des Ukrainekriegs, sollten unbedingt vermieden werden. Diese führen ebenfalls zu Preissteigerungen. Außerdem wollen wir doch alle nicht, dass es wieder zum Kampf um die letzte Packung Klopapier im Supermarkt kommt – so wie zu Beginn der Corona-Pandemie.
Tipp 7: Panikkäufe vermeiden: Panikkäufe, wie etwa aufgrund des Ukrainekriegs, sollten unbedingt vermieden werden. Diese führen ebenfalls zu Preissteigerungen. Außerdem wollen wir doch alle nicht, dass es wieder zum Kampf um die letzte Packung Klopapier im Supermarkt kommt – so wie zu Beginn der Corona-Pandemie. © IMAGO/MANUEL GEISSER
Tipp 8: Verzichte mindestens ein mal in der Woche auf Fleisch: Fleisch ist eines der teuersten Lebensmittel, schadet der Umwelt und den Tieren. Ganz einfach kann man auch fleischlose Gerichte zaubern, ohne Ersatzprodukte kaufen zu müssen.
Tipp 8: Verzichte mindestens ein mal in der Woche auf Fleisch: Fleisch ist eines der teuersten Lebensmittel, schadet der Umwelt und den Tieren. Ganz einfach kann man auch fleischlose Gerichte zaubern, ohne Ersatzprodukte kaufen zu müssen. © IMAGO/Larissa Veronesi
Tipp 9: Saisonales Obst und Gemüse kaufen: Saisonale Produkte sind meist günstiger als nicht-saisonale. Das liegt an den hohen Importkosten die für Obst und Gemüse aus dem Ausland anfallen. Außerdem schmecken die saisonalen Früchte auch besser.
Tipp 9: Saisonales Obst und Gemüse kaufen: Saisonale Produkte sind meist günstiger als nicht-saisonale. Das liegt an den hohen Importkosten, die für Obst und Gemüse aus dem Ausland anfallen. Außerdem schmecken die saisonalen Früchte auch besser. © EIBNER/EXPA/Stefanie Oberhauser
Tipp 10: Wasser aus dem Hahn statt aus der Flasche: Das Hahnenwasser wird in Deutschland streng kontrolliert und kann im Normalfall mit dem aus der Flasche mit halten. Es spart also sowohl Geld als auch Energieaufwand beim Kisten schleppen.
Tipp 10: Wasser aus dem Hahn statt aus der Flasche: Das Hahnenwasser wird in Deutschland streng kontrolliert und kann im Normalfall mit dem aus der Flasche mithalten. Es spart also sowohl Geld als auch Energieaufwand beim Kisten schleppen. © IMAGO/Anastasiya Amraeva

Die Beeinflussung durch Licht und Farben passiert unterbewusst. Wer das nächste Mal einkaufen geht, kann einfach mal gezielt auf die „Psycho-Tricks“ achten. Vor allem, wer zwei Produkte in den Händen hält, dem wird eventuell auffallen, dass ein Produkt in schwarzem Design als hochwertiger eingestuft wird – und die Bereitschaft unterbewusst steigt, mehr Geld dafür zu zahlen.

Wer sich dessen bewusst ist, kann gegensteuern. Welche Tricks Kunden außerdem kennen sollten und wie gespart werden kann.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

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