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Alleine an Weihnachten und Silvester: Was bei Einsamkeit über die Feiertage helfen kann

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Weihnachten ist für viele ein Fest der Familie. Doch manche Menschen sind über die Feiertage alleine. Was gegen mögliche Einsamkeit helfen kann.

Da werden die Lichterketten wieder aus dem Keller geholt, in der Küche duftet es nach Zimt und Orange und man macht es sich gemütlich. Zum Fest kommt man dann mit den Liebsten zusammen und feiert fröhlich und in gemütlicher Runde die letzten Tage im Jahr. Doch in dieser Zeit ergeht es nicht jedem so. Denn Weihnachten, die Feiertage und Silvester sind auch die Zeit im Jahr, auf die sich manche Menschen am wenigsten freuen, da sie alleine sind und sich einsam fühlen. Was solche Menschen selbst tun können, um das Alleinsein weniger traurig zu erleben und wie auch andere von außen unterstützen können.

Festtage sind für manche Menschen keine Freude – was Sie tun können, um andere zu stärken

Ein Weihnachtsfest allein zu Hause kann die Psyche stark angreifen.

„Drücken wir den Klingelknopf. Das kann der Schlüssel zu einer Verbindung von Mensch zu Mensch sein“, sagt Eugen Brysch, Stiftungsvorstand von Deutsche Stiftung Patientenschutz für Schwerstkranke, Pflegebedürftige und Sterbende gegenüber tagesschau.de. Er weiß aus seiner täglichen Arbeit mit Bedürftigen, wie wichtig der „Mut zur Ansprache“ ist – und nicht erst darauf zu warten, dass andere, die Hilfe benötigen, von sich aus kommen. Auch Verantwortung den Mitmenschen gegenüber übernehmen, insbesondere Alleinstehenden – das sei im Grunde das ganze Jahr über, aber gerade zum Ende des Jahres, an den Feiertagen, wichtig. Dies könne durch ein kleines Geschenk, ein Klingeln beim Nachbarn, ein kurzes Gespräch mit aufbauenden Worten oder ein gemeinsames Essen erfolgen. Im Grunde ist diese Geste jedem in irgendeiner Form möglich.

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Welchen Raum das Thema Einsamkeit einnimmt, bemerkt auch Ludger Storch, Vorsitzender der bundesweiten Telefonseelsorge Deutschland. Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge erreichen auch in diesem Jahr viele Anrufe, E-Mails und Chatnachrichten von Menschen verschiedener Altersgruppen, die alleine und einsam sind, so Storch gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

TelefonSeelsorge Deutschland e. V. – Ökumenischer Verein für TelefonSeelsorge und Seelsorge Hotline

Über die folgenden Telefonnummern sowie per E-Mail und Chat unter der angegebenen Internetadresse erreichbar:

0800 / 111 0 111

0800 / 111 0 222

116 123

https://www.telefonseelsorge.de/

Hilfsangebote für Menschen, die einsam sind

Neben der Telefonseelsorge gibt es verschiedene Anlaufstellen, an die sich Betroffene, die mit Einsamkeit zu kämpfen haben, wenden können:

Da sich Einsamkeit immer subjektiv anfühlt, kommt für manche Menschen ein Kontakt zu derartigen Hilfsangeboten zunächst nicht infrage. Da können gerade gezielte Angebote wie keinerbleibtallein.net eher das richtige sein.

Oder auch nebenan.de, ein digitales Nachbarschaftsnetzwerk, das sich vor allem an anonym lebende Großstädter richtet. Seit der Pandemie haben sich schon Millionen Menschen vernetzt, wie die Gründerin der sozialen Plattform Ina Remmers bestätigt.

Tipps für Menschen, die über die Feiertage weniger traurig sein möchten

Wer sich beispielsweise Freunden oder auch Nachbarn gegenüber öffnet und mitteilt, muss das Weihnachtsfest oder Silvester nicht zwangsläufig alleine verbringen.

An den Feiertagen selbst können folgende Tipps Betroffenen die Zeit schöner machen:

  • Nehmen Sie sich gezielt Dinge und Aufgaben für die Feiertage vor. Sei es, indem Sie sich ganz bewusst Ihr Zuhause gemütlich mit Lichtern und Dekoration gestalten, die Lieblingsmusik hören, ein unterhaltsames Fernsehprogramm wählen oder auch lang-gehegte Projekte wie Ausmisten und Zimmer umräumen in die Tat umsetzen.
  • Bereiten Sie Ihr Lieblingsessen zu, welches Sie beispielsweise „in Gesellschaft“ vor dem Fernseher oder auch mit Nachbarn genießen können.
  • Seien Sie fürsorglich mit sich selbst, nehmen Sie ein Bad, lesen Sie ein gutes Buch, telefonieren Sie mit Menschen, die ihnen zugetan sind. Trauen Sie sich auch, auf Nachbarn, die ebenfalls allein sind, zuzugehen.
  • Vermeiden Sie, sich „oberflächliche“ Bilder und Eindrücke zu den Feiertagen in sozialen Medien anzusehen, wenn Sie merken, dass es Sie traurig und einsamer werden lässt.
  • Nehmen Sie sich auch an den Feiertagen vor, sich zu bewegen, einen ausgiebigen Spaziergang zu machen, Sport zu treiben – das tut nicht nur dem Körper, auch dem psychischen Wohlbefinden gut.

Buchtipps für die Festtage

Warum an den Feiertagen nicht mal das ein oder andere Buch „verschlingen“? Von Bestseller über Romane, Krimis, Thriller bis hin zu Kinder- und Jugendbücher finden Sie auf 24books.de.

Mach dich glücklich: Zehn Maßnahmen zur Selbstfürsorge, mit denen Sie sich Gutes tun

Eine Frau sitzt und schreibt in ein Notizbuch.
Schreiben Sie Tagebuch: Wer seine Gedanken und Gefühle aufschreibt, sieht viele Dinge meist klarer. Egal ob es sich um Wünsche, Träume oder Erinnerungen handelt - Schreiben Sie auf, was Ihnen durch den Kopf geht. Schreiben hilft, die eigenen Gedanken zu reflektieren und Erlebnisse von einem anderen Sichtpunkt wahrzunehmen.  © Tanya Yatsenko/Imago
Creative Highlights Symbolbilder Artist hands covered in paint. Young painter. Art concept. Las Palmas de Gran Canaria,
Nehmen Sie sich Zeit kreativ zu sein: Egal ob Musik, Tanz oder Kunst - Wer kreativ ist, vergisst für einen Moment alles um sich herum. Ängste und Sorgen treten in den Hintergrund. Dafür müssen Sie keinesfalls ein großer Künstler sein. © Cavan Images via www.imago-images.de
Eine Mädchen-Hand greift nach einer Blume.
Verbringen Sie Zeit in der Natur: Körperliche Bewegung in der Natur hat einen positiven Effekt auf das seelische Wohlbefinden. Sport, aber auch schon ein Spaziergang helfen das Stresshormon Cortisol abzubauen und sorgen dafür, dass das Gelückshormon Serotonin vermehrt ausgeschüttet wird. Bewusst Zeit in der Natur zu verbringen, hilft außerdem das Gedankenkarussell im Kopf zu stoppen.  © Imago
Eine junge Frau im Regenmantel breitet ihre Arme in der Natur aus.
Üben Sie Selbstakzeptanz: Wer sich selber so akzeptiert - mit allen Schwächen und Stärken -, zeigt auch mehr Verständnis für andere. Statt sich ständig innerlich zu kritisieren, hilft es aufbauend und tröstend mit sich selber zu sprechen. Dabei kann es helfen den eigenen Dialogue so aufzubauen, als ob man mit einem geliebten Menschen sprechen würde.  © Cavan Images/Imago
Jemand hält ein Geschenk in den Händen.
Machen Sie sich selber ein Geschenk: Niemand anders als Sie selbst ist dafür verantwortlich, dass es Ihnen gut geht. Wer sich hin und wieder selbst belohnt, steigert sein Wohlbefinden und damit auch sein Selbstwertgefühl.  © nndanko / Imago
Ein Kind läuft durch den Sand.
Seien Sie achtsam: Wer seinen Alltag achtsam gestaltet, ist laut Studien besser in der Lage mit Rückschlägen und Problemen umzugehen. Entspannungsübungen und Meditationen helfen Stress und negative Emotionen besser zu verarbeiten.  © Hodei Unzueta/Imago
IMAGO Nature: Unsere Erde, Umweltprobleme, Überbevölkerung From above unrecognizable people walking on zebra crossing o
Reduzieren Sie Stress: Wer von einem Termin zum nächsten hetzt, tut Körper und Seele keinen Gefallen. Dauerstress macht nachweislich krank. Planen Sie bewusst Ruhephasen ein und lassen Sie ausreichend Platz zwischen Terminen. Jeder braucht auch mal Zeit zum Durchatmen.  © IMAGO/Mikel Ponce
Eine Frau schaut mit traurigem Blick aus dem Fenster.
Fühlen Sie alle Emotionen: Statt Trauer oder Ärger zu verdrängen - und diesen Gefühle damit noch mehr Kraft zu geben - kann es helfen, sich klar zu machen, dass auch diese Emotionen zum Leben gehören. Misserfolge, Fehler und Enttäuschungen sind Teil der menschlichen Erfahrung und bringen uns weiter.  © Alberto Menendez/Imago
Frau im Rollstuhl hält Hand einer Pflegerin.
Helfen Sie anderen Menschen: Wie gut es tut, anderen zu helfen, haben viele Menschen verlernt. Wer keine Zeit hat direkt ein Ehrenamt zu übernehmen, kann beispielsweise damit anfangen, seinen Liebsten Unterstützung anzubieten. © ALFO/Imago
Vier Freunde, die gemeinsam in einem Innenhof essen und gerade anstoßen. (Symbolbild)
Pflegen Sie Ihre Freundschaften: Nehmen Sie sich Zeit Beziehungen zu Ihren Mitmenschen, Freunden und Familie zu pflegen. Es hilft zudem über Dinge, die einen belasten mit anderen zu teilen und sich einer nahestehenden Person anzuvertrauen.  © Philipp Dimitri/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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