Naturereignis erklärt

Wie Eisregen entsteht: Gefahren bei kaltem Wetter und überfrierender Nässe

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Trifft gefrierender Regen auf Boden, sorgt das vor der eigenen Haustür oft für eine Rutschbahn. So entsteht Eisregen und so kann gezieltes Streuen den Gefahren vorbeugen.

Hamm – Die immer wechselhafter werdenden Winter in Deutschland haben ihre Tücken. Zunehmende Regenfälle, deren Tropfen bei frostigen Temperaturen sofort gefrieren, sorgen für eine rutschige Eisschicht auf den Straßen. Das sogenannte Blitzeis erhöht die Gefahr von Unfällen oft drastisch. Doch was ist Eisregen und wie entsteht er eigentlich?

Regentropfen, die gefrieren, sobald sie auf kalten Untergrund treffen, bezeichnet man als Eisregen, erklärt Wetteronline. Luft- und Bodentemperaturen von unter null Grad Celsius begünstigen dieses Wetter. Die Folge sind glatte Straßen und eine Eisschicht von oft mehreren Zentimetern, je nach Kältedauer und Regenmenge.

Wie entsteht Eisregen? Gefahren bei kaltem Wetter und überfrierender Nässe

Die Entstehung von Eisregen ist eigentlich ganz einfach: Bevor Schlechtwetterfronten von Nordamerika aus über den Atlantik zu uns gelangen, findet sich bei uns oft kalte Luft in Bodennähe. Zieht ein Tief mit milderer Luft, also Plusgraden, aus höheren Lagen heran, trifft sie auf die Minusgrade am Boden.

Die Folge ist schmelzender Schnee im Bereich der Plusgrade, der am Erdboden als sogenannter unterkühlter Regen ankommt. Regentropfen können Temperaturen von unter null Grad erreichen, ohne dass sie gefrieren. Treffen sie dann auf gefrorenen Boden, werden sie zu Eiskörnern und sorgen für Glätte. Auf den Straßen ist dieses Glatteis oft durchsichtig und kaum zu erkennen. Es ist deshalb bei gefrierendem Regen besondere Vorsicht geboten.

Glätte durch Eisregen: So streuen Sie richtig

Viele kommunalen Satzungen geben vor, dass Blitzeis von Anliegern unverzüglich durch Granulat oder abstumpfende Streumittel wie Sand zu bekämpfen ist. Bei extremer Glätte und Eisregen machen einige Kommunen jedoch eine Ausnahme und erlauben auch das Streuen mit Salz.

Im Falle extremer Wetterlagen und sich immer neu bildender Glätte gibt es unterschiedliche Rechtsprechungen. Während die Oberlandesgerichte (OLG) in Schleswig und Hamm urteilten, dass Anwohner nicht ständig streuen müssen, sondern das Ende des Eisregens abwarten können, entschied das OLG Hamburg: Man dürfe bei Eisregen nicht abwarten, sondern müsse streuen, auch wenn sich kurz darauf neue Glätte bildet. Im Zweifel gilt: Lieber zu viel als zu wenig.

Bei Glätte durch Schnee und Eis auf Gehwegen müssen vor allem Grundstückseigentümer eine Menge beachten. Doch auch Mieter können in der Pflicht sein. Auch Gewitter sind Naturereignisse, die einige Gefahren mit sich bringen. Wie Gewitter entstehen und Sie die Vorzeichen erkennen.

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa/Symbolbild

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