VonSimon Monesschließen
Eine Studie von PwC prognostiziert, dass Elektro-Lkw bis 2040 den Diesel-Lkw weitgehend verdrängen könnten, mit erheblichen Kosteneinsparungen.
Die Elektromobilität spielt eine wichtige Rolle, wenn es um den Klimaschutz geht. Während der Umstieg in Norwegen gut klappt, sind die Zulassungszahlen in Deutschland seit Monaten rückläufig – so auch im August. Auch andere Länder haben mir einer Absatzkrise zu kämpfen. Anders dürfte es wohl bei Lkw und Bussen mit Elektroantrieb aussehen.
Das legt zumindest eine Studie nahe, die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC im Rahmen der IAA Transportation in Hannover vorgestellt hat. Bereits bis 2040 könnten Elektro-Lastwagen den Diesel-Lkw fast vollständig verdrängt haben. Schon 2030 könnte weltweit mehr als jeder fünfte Lkw und Bus batterieelektrisch betrieben sein.
Transformation wird sich ab 2030 deutlich beschleunigen
Die Verkaufszahlen von Elektro-Lastwagen sollen bis 2030 auf 600.000 Einheiten steigen und sich bis 2040 auf 2,7 Millionen verdreifachen. Jörn Neuhausen, Leiter Elektromobilität bei PwC-Tochter Strategy& Deutschland, beobachtet einen tiefgreifenden Wandel in der Branche.
„Nachdem der Transportsektor lange mit der Umstellung auf Elektro-Lkw gehadert hat, beobachten wir nun einen tiefgreifenden Wandel in der Branche“, sagt Neuhausen. Neue Plattformen für E-Nutzfahrzeuge würden den Weg ebnen für einen breiten Einsatz in verschiedensten Anwendungsszenarien. Bis 2030 werde dabei der „Kipppunkt“ erreicht, ab dem sich die Transformation der Branche „deutlich beschleunigen wird“, so Neuhausen. Wichtiger Treiber seien dabei die Vorschriften zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes von Lkw, die ab 2030 in allen wichtigen Weltregionen spürbar verschärft würden.
Elektro-Lkw spart bis zu 30.000 Euro an Betreibskosten
Und auch die Reichweite der Elektro-Lkw soll laut der PwC-Studie bis zum Ende des Jahrzehnts um 50 Prozent von 600 auf 900 Kilometer steigen. Teslas Semi schafft in einem Härtetest bereits rund 800 Kilometer. Die Ladegeschwindigkeit soll sich sogar verdreifachen. Daimler gelang es jüngst mit 1.000 Kilowatt zu laden. Zeitgleich soll der Preis für den elektrischen Antrieb um zehn Prozent sinken. Im Ergebnis könnten Elektro-Laster und -Busse dann wirtschaftlich sinnvoll im Fernverkehr und auf Linienverbindungen eingesetzt werden und wären in den Gesamtkosten sogar günstiger als Diesel-Fahrzeuge.
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Ein weiterer Vorteil der E-Laster: Die Betriebskosten fallen niedriger aus als bei einer Diesel-Zugmaschine. Unsere Kunden wissen, dass ein Elektro-Lkw in der Anschaffung zwar teurer ist, die Betriebskosten aber deutlich niedriger sind“, sagte MAN-Chef Alexander Vlaskamp im Interview mit dem Handelsblatt. „Wir gehen davon aus, dass sich mit einem E-Truck, je nach Nutzung, bei einer Laufleistung von 60.000 bis 100.000 Kilometern pro Jahr um die 30.000 Euro an Betriebskosten sparen lassen.“
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Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Elektro-Lastwagen ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Bis 2035 werden Investitionen in Höhe von 6,1 Milliarden Euro für den Bau von 720 Ladeparks in Europa benötigt, um eine flächendeckende Infrastruktur zu schaffen. Zusätzlich müssen Unternehmen 28,6 Milliarden Euro für etwa 28.500 eigene Ladepunkte aufbringen. (MIt Material der dpa)
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