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Ladesäule für Elektroauto freischalten: Welche vier Möglichkeiten es gibt

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Die Zapfsäule an der Tankstelle kann wohl jeder Autofahrer problemlos bedienen. Anders sieht es an der Ladesäule aus. Vier Wege, sie zu aktivieren, sollte man kennen.

Wer an einer öffentlichen Ladesäule Strom für sein Elektroauto zapfen möchte, muss diese zunächst einmal freischalten – was allerdings nicht immer problemlos klappt. Vier unterschiedliche Wege, die sich gegenseitig nicht ausschließen, haben sich inzwischen etabliert. Die meisten Nutzer dürften aktuell aber vor allem zwei nutzen. 

Ladesäule für Elektroauto freischalten – Welche vier Möglichkeiten es gibt: 1. Ladekarte

Die Ladekarte im Scheckkartenformat ist die wohl gängigste und praktischste Lösung. Sie benötigt nicht viel Platz, ist immer dabei und bei Verlust schnell und kostengünstig ersetzt. Mit der Ladesäule kommuniziert wird über die RFID-Nahfunk-Technik, die den Nutzer authentifiziert und die Stromabgabe frei schaltet. Eine Ladekarte oder den häufig alternativ angebotenen Chip für den Schlüsselbund erhält man bei seinem E-Mobilitätsprovider – sie sind daher an den jeweiligen Vertrag gekoppelt. Bei einigen Tarifen ist sie inklusive, andere Anbieter verlangen einmalig eine Zahlung von 10 Euro.

Ladesäule für Elektroauto freischalten – Welche vier Möglichkeiten es gibt: 2. Handy-App

Neben der Karte ist die Smartphone-App der wohl häufigste Weg, eine Ladesäule freizuschalten. Die App hat im direkten Vergleich den Vorteil, dass man die tatsächlich zu zahlenden kWh-Preise noch vor dem Start des Ladevorgangs sieht. Zudem bietet die App oft weitere nützliche Funktionen wie eine Übersicht naher Säulen und eine Navigationsfunktion. Nachteil: Ohne Akku oder Mobilfunkempfang funktioniert die App nicht. Zudem dauert das Freischalten häufig etwas länger als mit der Karte, was bei schlechtem Wetter möglicherweise ärgerlich ist. Außerdem können die unterschiedlichen Freischaltwege für Verwirrung sorgen: Manchmal muss ein QR-Code eingescannt werden, bei anderen Säule-App-Kombinationen muss in einer Auflistung der Seriennummern diejenige der angeschlossenen Säule gefunden werden. 

Um eine Ladesäule freizuschalten, gibt es mehrere Möglichkeiten – manche Stationen erkennen das Auto automatisch. (Symbolbild)

Ladesäule für Elektroauto freischalten – Welche vier Möglichkeiten es gibt: 3. Automatische Erkennung

Ganz ohne Karte oder App gelingt das Freischalten, wenn sich das Auto direkt gegenüber der Ladesäule identifizieren kann. Das bekannteste System für automatisiertes Laden und Abrechnen ist „Plug&Charge“. Autos mit der nötigen Technik werden an entsprechend ausgestatteten Säulen beim Einstecken des Ladekabels automatisch erkannt, der Ladevorgang startet ohne weitere Authentifizierung per Karte oder App. Der von der Industrie gemeinsam entwickelte Standard dürfte in Zukunft bei immer mehr Neuwagen und neuen Ladesäulen zum Einsatz kommen. Eine Nachrüstung bei bestehenden Fahrzeugen ist jedoch nicht ohne Weiteres möglich. Daher haben sich mittlerweile auch andere Standards etabliert, die der Ladesäule die automatische Identifikation eines Autos ermöglichen, etwa das „AutoCharge“-System einiger E-Mobilitätprovider und Ladesäulenbetreiber, über das die Autos der meisten Hersteller und viele Ladesäulen die Technik ohne Änderungen der Hardware nutzen.

Ladesäule für Elektroauto freischalten – Welche vier Möglichkeiten es gibt: 4. Kreditkarte

Langfristig wird in Deutschland auch das Zahlen mit Kreditkarte zum Standard. Ab Mitte 2023 müssen alle neuen Säulen über ein Lesegerät verfügen, das gängige Debit- und Kreditkarten akzeptiert. Auch ohne vorherige Registrierung. Aktuell ist das jedoch noch eher selten der Fall, eine Nachrüstpflicht gibt es nicht. Ob sich diese Zahlungsweise langfristig durchsetzt, ist abzuwarten, denn in der Regel ist sie die teuerste Option. Allerdings könnte sie E-Mobilisten als Rückfalllösung beruhigen, wenn keine andere Art der Zahlung möglich ist – etwa bei leerem Handy-Akku oder nicht funktionierender Ladekarte. Gleiches gilt für die noch selteneren Ladesäulen mit Barzahlungsfunktion. 

E-Wagen der Extraklasse: Zehn Luxusautos, die mit Strom fahren

Der Elektro-Sportwagen Rimac Nevera fährt auf einer Straße.
Rimac Nevera: Für viele sind Sportwagen der Inbegriff von Luxus. Beim Rimac Nevera dürfte das außer Frage stehen. Lediglich 150 Exemplare des Elektroautos sollen gebaut werden. Kolportierter Kostenpunkt: zwei Millionen Euro. Netto. Dafür gibt es aber auch 1.914 PS, vier Elektro-Motoren und eine Reichweite von bis zu 550 Kilometern. Den Sprint von null auf 100 legt der Sportwagen in sagenhaften 1,85 Sekunden zurück. © Rimac
Das Luxus-Elektroauto Audi e-tron GT
Audi e-tron GT: Auch der Ingolstädter vereint Sport und Luxus. In der Basisvariante sorgen 476 PS für viel Vortrieb. Wer sich für die RS-Version entscheidet, darf sich auf 598 PS freuen. Je nach Modell sind Reichweiten von 472 bzw. 487 Kilometer möglich. Preislich geht es bei rund 104.000 Euro los. Der RS e-tron GT schlägt mit mindestens 142.500 Euro zu Buche. © Audi
Das Luxus-Elektroauto Porsche Taycan.
Porsche Taycan: Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht, technisch ist der Luxus-Stromer eng verwandt mit dem Audi e-tron. Beide nutzen die gleiche Plattform und teilen auch so viele Bauteile. Allerdings hat der Zuffenhausener etwas mehr Leistung (bis zu 761 PS) und kommt je nach Version bis zu 498 Kilometer weit. In der günstigsten Variante kostet der Taycan 88.399 Euro. Am teuersten ist der Taycan Turbo S Cross Turismo mit 191.096 Euro. © Porsche
Das Luxus-Elektroauto Mercedes-Benz EQS
Mercedes-Benz EQS: Abgesehen von den Maybach-Modellen ist die S-Klasse wohl das luxuriöseste Fahrzeug, das man bei Mercedes kaufen kann. Kein Wunder also, dass man in Stuttgart mit einer Elektro-Version nachlegte. In der günstigsten Version mit 292 PS kostet der EQS rund 116.000 Euro. Die Reichweite liegt bei 576 Kilometern. Zudem bietet der Stromer neben viel Luxus auch eine Menge Platz. © Mercedes-Benz AG
Das Luxus-Elektroauto Mercedes-Benz EQE.
Mercedes-Benz EQE: Neben der S-Klasse hat auch die E-Klasse ein elektrisches Gegenstück bekommen. In der Basisversion leistet der Elektromotr des EQE 245 PS und kommt bis zu 639 Kilometer weit. Wer etwas mehr Leistung bevorzugt wird bei AMG fündig. Der AMG EQE 53 4Matic+ Dynamic Plus kommt mit zwei E-Aggregaten die zusammen 687 PS leisten. Allerdings sinkt die Reichweite auf bis zu 526 Kilometer. © Dirk Weyhenmeyer/Mercedes-Benz AG
Das Luxus-Elektroauto BMW iX M60
BMW iX: Ja, auch BMW kann bekanntlich Luxus. In diesem Fall mit dem SUV iX. Die zwei Elektromotoren leisten je nach Version 326 oder 523 PS. Der iX M60 kommt sogar mit 540 PS zum Kunden. Je nach Batterie legt der Stromer mit einer Ladung 408 bis 633 Kilometer zurück. Die Basisversion gibt es bereits für 77.300 Euro. Mit dem M-Logo geht es bei 143.100 Euro los. © BMW/Enes Kucevic Photography
Das Luxus-Elektroauto BMW i7.
BMW i7: Was Mercedes die S-Klasse ist, ist bei BMW der 7er. Mehr Luxus geht nicht. Und wie der Konkurrent aus Stuttgart haben auch die Münchner ihr Flaggschiff unter Strom gesetzt. Zwei Elektromotoren sorgen für 544 PS. Künftig soll der Stromer sogar teilweise autonom fahren können. So viel Luxus hat allerdings seinen Preis: Satte 139.900 Euro ruft BMW für den i7 auf. © BMW/Daniel Kraus
Das Luxus-Elektroauto Lucid Air.
Lucid Air: Mit dem Elektroauto drängen auch immer mehr neue Hersteller auf den Markt. Einer davon ist Lucid. Mit dem Air haben sich die Amerikaner direkt ins Luxus-Segment gewagt. Je nach Ausführung wird das Elektroauto von 480 bis 1.111 PS angetrieben. 2023 soll das neue Top-Modell Saphire mit 1.217 PS kommen. Die Reichweite liegt bei 653 bis 883 Kilometern. In nur 15 Minuten soll genug Strom für ca. 400 Kilometer Reichweite geladen sein. Für die Air Dream Edition werden aktuell 218.000 Euro fällig. Etwas günstiger ist der Grand Touring, der bei 159.000 Euro startet. © Lucid
Das Luxus Elektroauto Jaguar I-PACE.
Jaguar I-PACE: Die Briten sind schon seit 2018 mit ihrem Luxus-Elektroauto auf dem Markt. Entsprechend bekommt der I-PACE 2024 einen Nachfolger. Bis dahin haben die Kunden die Wahl zwischen zwei Versionen mit jeweils 400 PS. Mit der 90,2-kWh-Batterie kommt der Stromer bis zu 450 Kilometer weit. Die Preise starten bei 92.400 Euro. © Jaguar
Das Luxus-Elektroauto Rolls-Royce Spectre.
Rolls-Royce Spectre: Schon im Jahr 1900 hatte sich der Rolls-Royce-Mitbegründer Charles Rolls ein Elektroauto zugelegt und war begeistert. Er wusste aber auch: Die Stromer sind erst dann sinnvoll, wenn es feste Ladestationen geben würde. Über 110 Jahre später ist das der Fall und die BMW-Tochter bringt mit dem Spectre ihr erstes Serien-Elektroauto auf den Markt. Dafür setzt man nicht etwa auf die Neue-Klasse-Architektur, sondern hat mit dem Aluminium-Spaceframe eine eigene Basis entwickelt. Die Batterie ist jedoch mit der des i7 verwandt und soll eine Reichweite von etwa 520 Kilometern ermöglichen. Angetrieben wird der Nobel-Stromer von zwei E-Motoren, die zusammen 585 PS leisten. Mit einem Preis von 318.500 Euro liegt der Spectre zwischen dem Cullinan und Phantom.  © Rolls-Royce

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Das Freischalten per Ladekarte oder App dürfte aktuell der sicherste und tauglichste Weg sein, Strom zu tanken und zu bezahlen. Idealerweise hat man beide Optionen. Plug&Charge ist die komfortabelste Option, ist aber nicht für alle E-Autofahrer nutzbar. Als Notfall-Möglichkeit bietet sich die Kartenzahlung an. Künftig dürften auch Online-Zahldienste wie Paypal, Google Pay oder Apple Pay eine größere Rolle spielen. (Holger Holzer/SP-X)

Rubriklistenbild: © Hanno Bode/Imago

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