DAT-Branchenreport

Wenig Lust aufs E-Auto: Umstieg für viele kein Thema – oder erst in ferner Zukunft

Auf ein E-Auto umsteigen? Viele Deutsche können sich das aktuell laut dem DAT-Report nicht vorstellen. Welche Argumente gegen die Stromer angeführt werden.

Für das Jahr 2023 vermeldete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Sachen Elektroauto erst kürzlich einen Rekord: Noch nie zuvor wurden in Deutschland so viele Stromer neu zugelassen. Dennoch erlebte der Aufschwung der E-Mobilität zuletzt einige Rückschläge: Die Förderung durch den Umweltbonus wurde überraschend gestrichen. Zudem hadern große Autovermieter wie Sixt oder Hertz mit den Stromern – unter anderem aufgrund niedriger Restwerte und geringer Nachfrage. Nun zeigt sich: Für viele Autobesitzer in Deutschland liegen die Pläne für den Umstieg auf ein reines Elektroauto einer Umfrage zufolge noch in weiter Ferne. Das geht aus dem jährlich erscheinenden Branchenreport der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) hervor. Laut DAT wurden für die nach eigenen Angaben repräsentative Studie insgesamt mehr als 4.700 Personen zum Autokauf und Werkstattverhalten befragt.

Der neue WhatsApp-Kanal von 24auto.de ist da!

Aktuelle News, nützliche Tipps & Tricks sowie kuriose Geschichten aus dem Netz rund um das Thema Auto gibt’s auf unserem Whatsapp-Kanal: Hier geht’s direkt zu Automania.

Ein Drittel der deutschen Autobesitzer kann sich einen Umstieg aufs E-Auto nicht vorstellen

Demnach kann sich etwas mehr als ein Drittel der befragten Autobesitzer aktuell nicht vorstellen, auf einen reinen Stromer umzusteigen. Drei Prozent besaßen bereits ein E-Auto. Knapp ein Viertel gab auf die Frage nach dem Plan für einen Wechsel „Weiß nicht“ an.

Viele Deutsche können sich aktuell laut DAT nicht vorstellen, zeitnah auf ein Elektroauto umzusteigen. (Symbolbild)

39 Prozent der befragten Pkw-Halter konnten sich hingegen einen Umstieg vorstellen. Allerdings dachte von ihnen fast die Hälfte (47 Prozent) an einen Zeitpunkt in mehr als fünf Jahren. Ein Drittel der Umstiegswilligen dachte an einen Zeitraum zwischen drei bis fünf Jahren. Jeder fünfte Wechselwillige konnte sich den Kauf eines E-Autos in den nächsten zwei Jahren vorstellen, wobei nur fünf Prozent an die nächsten zwölf Monate dachten.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Was für deutsche Autobesitzer gegen den Umstieg aufs E-Auto spricht

Als Gründe gegen den Kauf eines vollelektrischen Wagens nannten Neuwagenkäufer eines Verbrenners im vergangenen Jahr am häufigsten eine begrenzte Reichweite, hohe Anschaffungskosten und eine unausgereifte Infrastruktur. Ein neuer Stromer kostete 2023 der Studie zufolge mit durchschnittlich 50.060 Euro rund 15.000 Euro mehr als ein neuer Verbrenner. Zwar sind einige bezahlbare Elektroautos angekündigt – doch bis die wirklich verfügbar sind, kann es noch dauern.

Im Durchschnitt kostete ein Gebrauchtwagen 2023 – unabhängig von der Antriebsart – 18.620 Euro und damit ein Prozent weniger als im Vorjahr. Damals waren die Preise noch um über 19 Prozent gestiegen. Im Gegensatz dazu stiegen die Neuwagenpreise weiter, wenn auch weniger stark. Hier wurden durchschnittlich 44.630 Euro fällig, was einem Plus von vier Prozent im Vergleich zu 2022 entspricht. (Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

Kommentare