VonAdrian Kilbschließen
Der Koalitionsvertrag ist ausverhandelt und Entlastungen für Mieter beschlossen. Bereits 2025 sollen sie durch niedrigere Strom- und Gaskosten profitieren.
Der neue Koalitionsvertrag hält viele neue Geldpläne bereit: So haben die Verhandler von SPD, CDU und CSU eine sogenannte Aktivrente und die Mütterrente drei beschlossen. 2026 soll dann eine „Frühstart-Rente“ an den Start gehen, die schulpflichtigen Kindern in Deutschland eine kleine Altersvorsorge bietet. Auch die Industrie und die Mieter der Bundesrepublik will die neue schwarz-rote Bundesregierung spürbar bei den Nebenkosten entlasten.
Neuer Koalitionsvertrag steht: So sollen Mieter bei den Nebenkosten entlastet werden
Die Stromsteuer soll laut dem Koalitionsvertrag auf den in der EU erlaubten Mindestwert sinken, ebenso Umlagen und Netzentgelte. Dadurch könnte man mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde sparen – was sich im Portemonnaie der Mieter deutlich bemerkbar macht. Die Stromkosten sinken dadurch um satte sieben Prozent, informiert das Vergleichsportal Verivox.
Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh würde um 93 Euro entlastet werden. Für einen Paar-Haushalt mit einem Verbrauch von 2.800 kWh wäre eine Erleichterung von 65 Euro drin. Im Durchschnitt reduziert sich der Strompreis für Haushalte um rund 17 Prozent und bewegt sich damit auf dem Niveau von 2021 – vor dem brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine, berichtet der Merkur. echo24.de berichtet, wie Mieter zudem jetzt vom Heizölpreis auf dem Tiefpunkt profitieren können.
Was eine Familie und ein Single-Haushalt beim Gaspreis bald an Geld sparen
Erdgas wiederum könnte durch die geplante Abschaffung der Gasspeicherumlage günstiger werden. Nach Berechnung des Portals Verivox könnte eine Familie im Einfamilienhaus mit Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden rund 71 Euro sparen, ein Single-Haushalt mit Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden rund 18 Euro, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) schreibt.
Zuletzt stiegen die Energiepreise nur noch moderat – doch gemessen am Niveau vor dem Ukraine-Krieg gab es enorme Preissprünge. Im zweiten Halbjahr 2024 zahlten private Haushalte in Deutschland im Schnitt 12,28 Cent je Kilowattstunde Erdgas, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Gemessen am zweiten Halbjahr 2021, dem Vergleichszeitraum vor dem russischen Angriff auf die Ukraine und der folgenden Energiekrise, lagen die Gaspreise für private Haushalte damit um fast 80 Prozent (79,8 Prozent) höher, so die Statistiker.
Wann die neue Bundesregierung Energiepreise für Mieter in Deutschland senken will
Die Senkung der Energiepreise will die schwarz-rote Bundesregierung „so schnell wie möglich“ herbeiführen. Eine Umsetzung noch im Jahr 2025 ist wahrscheinlich, weil die Maßnahme weit oben auf der langen Liste der neuen Koalition unter dem baldigen Bundeskanzler Friedrich Merz steht. Dieser könnte bereits am 6. Mai ins Amt gewählt werden. Kurz davor müssen Union und SPD allerdings noch den Koalitionsvertrag unterschreiben.
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