Angespannte Weltlage

Heizölpreis auf Tiefpunkt: Wie Mieter jetzt davon profitieren können

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Der Handelskonflikt mit den USA und eine hochgefahrene Ölproduktion: Viele Faktoren lassen den Heizölpreis in den Keller rauschen. Auch Mieter profitieren davon.

Der Ölpreis hat sich in den vergangenen Monaten spürbar verbilligt. Das für Europa wichtige Rohöl der Nordseesorte Brent kostete im Januar zeitweise 82 US-Dollar je Barrel (159 Liter) und wird jetzt rund zehn Prozent niedriger gehandelt, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Und es könnte weitere Preisrückgänge geben, die Mieter spürbar entlasten würden. Erst zum Jahreswechsel stieg der CO₂-Preis – was höhere Rechnungen für die Verbraucher bedeutete. Jetzt könnten die Heizkosten wieder etwas moderater ausfallen.

Niedriger Heizölpreis – so profitieren Mieter in Deutschland

Ein Grund für den enormen Preisrückgang: Der Beschluss der acht Ölexport-Staaten der Gruppe Opec+ eine selbst auferlegte Förderbeschränkung zum 1. April zu streichen. Der Ölverbund will damit den Ölhahn stärker aufdrehen und die 2023 beschlossene Kürzung der Tagesproduktion um 2,2 Millionen Barrel schrittweise zurückfahren. Die Ölproduktion soll im Mai 2025 um satte 411.000 Barrel pro Tag gesteigert werden.

Kommt es so, dürfte das auch Auswirkungen auf die Verbraucherpreise haben. „Das de facto steigende Ölangebot dürfte in den Fokus rücken und die Preise belasten“, erklärt Barbara Lambrecht, Rohstoffexpertin der Commerzbank gegenüber der dpa. Auf dem Weltmarkt wird eine Entwicklung erwartet, die mit etwas zeitlichem Verzug auch Einfluss auf die Preise für Heizöl haben dürfte.

Die Heizölpreise liegen bereits im April 2025 auf sehr niedrigem Niveau und sind über das Wochenende nochmals stark um zwei Cent pro Liter gesunken – im Jahresvergleich sogar um knapp 16 Prozent, wie das Ölmarktportal Tecson informiert.

Zollkonflikt und höhere Produktion: Was den Heizölpreis für Mieter sinken lässt

Eigentümer von Häusern und Wohnungen, in denen eine Ölheizung verbaut ist, finden im Frühjahr und Sommer günstige Angebote, weil hier die Nachfrage geringer als in den kalten Wintermonaten ausfällt. Zudem spielen bei der Preisentwicklung auch andere Faktoren, wie geopolitische Ereignisse, mit rein, weil die Rohölpreise auf den internationalen Märkten miteinander verknüpft sind. So führte der von der US-Regierung angezettelte Zollstreit mit China und der EU am Montagmorgen zu einem weltweiten Börsenbeben, das den Ölpreis zumindest kurzfristig weiter nach unten drückte. echo24.de berichtet, welche Auswirkungen der Börsencrash zudem auf den Goldpreis hat.

Zwar fallen das schrittweise Ende der Förderbeschränkung der Opec+ und die Börsentalfahrt in eine Zeit, in der die Heizperiode auf der nördlichen Halbkugel endet und die Preisentwicklung erst im kommenden Herbst wieder stärker in den Fokus der Verbraucher rücken dürfte. So ist in den kalten Monaten Heizöl erfahrungsgemäß am teuersten, weil dann die Nachfrage hoch ist.

Allerdings kann es bis zu den Eisheiligen Mitte Mai in Deutschland nochmals richtig kalt werden, Bodenfrost nicht ausgeschlossen. Bis dahin müssen die Mieter sicherlich noch das eine oder andere Mal die Heizung am frühen Morgen oder späten Abend anwerfen, um nicht zu frösteln. Sie könnten also davon profitieren, wenn ihr Vermieter günstiges Heizöl einkauft, weil sie die Heiznebenkosten selbst tragen. Wie hoch die Mehrkosten für die Mieter tatsächlich ausfallen, hängt auch vom energetischen Zustand des Gebäudes ab. Denn laut Gesetz muss auch der Vermieter einen Teil der Nebenkosten übernehmen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ardan Fuessmann

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