Energiekrise

Die 5 hartnäckigsten Mythen rund ums Energiesparen

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Ein versteckter Stromfresser im Haus ist der Backofen: Vorheizen kostet viel Energie und ist in den meisten Fällen gar nicht nötig.
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Aktuell achten viele Menschen darauf, Energie zu sparen. Allerdings gibt es auch einige Mythen bei diesem Thema, die sich immer noch halten.

Kassel – Ladekabel, an denen kein Handy hängt, verbrauchen keinen Strom? Per Hand abwaschen ist energieschonender als mit der Spülmaschine? Nicht mit jedem Tipp lässt sich Energie sparen. Wir klären hartnäckige Mythen über das Energiesparen auf.

Mythos 1: Ein voller Kühlschrank verbraucht mehr Energie

Ein weit verbreiteter Energiespar-Mythos ist, je voller der Kühlschrank, desto höher der Energieverbrauch. Das stimmt allerdings nicht. Ein Kühlschrank verbraucht, wenn er regelmäßig geöffnet wird, im leeren Zustand mehr Strom. Denn, wie das Magazin Geo berichtet, sind die Gegenstände im Inneren wie Kühlakkus, die die Kälte halten. Je weniger befüllt der Kühlschrank ist, desto schneller erwärmt er sich also bei häufigem Öffnen.

Stromverbrauch im Haushalt
Eine Person1500 kWh pro Jahr
Zwei Personen2500kWh pro Jahr
Drei Personen3500 kWh pro Jahr
Vier Personen4250 kWh pro Jahr

Mythos 2: Mikrowellen sind grundsätzlich effizienter beim Energiesparen

Auch bei der Mikrowelle gilt: Nur bei der richtigen Nutzung spart sie Energie. Grundsätzlich gilt: Bis zu rund einem halben Kilogramm Speise ist sie gegenüber Herd und Ofen bei Zeit- und Energieersparnis im Vorteil. Werden die Mengen größer, lohnt es sich, herkömmlich zu erwärmen, wie Geo berichtet.

11 Mythen über das Energiesparen, auf die viele immer noch hereinfallen – Sie auch?

Strom verbraucht am meisten Energie im Haushalt? Falsch! Nur sechs Prozent beträgt der Stromverbrauch am Gesamtenergieverbrauch. Die Heizung dagegen macht stolze 75 Prozent aus.
Strom verbraucht am meisten Energie im Haushalt? Falsch! Nur sechs Prozent beträgt der Stromverbrauch am Gesamtenergieverbrauch. Die Heizung dagegen macht stolze 75 Prozent aus. © Fotostand/Imago
Der Backofen muss in der Regel nicht vorgeheizt werden, da er sich ohnehin schnell erwärmt. Lediglich bei empfindlichen Teigen, wie Pizza oder Soufflé, ist ein Vorheizen sinnvoll.
Der Backofen muss in der Regel nicht vorgeheizt werden, da er sich ohnehin schnell erwärmt. Lediglich bei empfindlichen Teigen, wie Pizza oder Soufflé, ist ein Vorheizen sinnvoll.  © Michael Bihlmayer/Imago
Bei der Mikrowelle kommt es laut GEO darauf an: Bei Gerichten bis zu einem halben Kilogramm lohnt es sich, diese in der Mikrowelle zu erhitzen. Bei größeren Speisen verbraucht die Erwärmung auf dem Herd weniger Energie.
Bei der Mikrowelle kommt es laut GEO darauf an: Bei Gerichten bis zu einem halben Kilogramm lohnt es sich, diese in der Mikrowelle zu erhitzen. Bei größeren Speisen verbraucht die Erwärmung auf dem Herd weniger Energie. © CHROMORANGE/Imago
Um das dreckige Geschirr nach dem Essen wieder sauber zu bekommen, ist der Geschirrspüler in der Regel die sparsamste Methode. Nur bei Single-Haushalten lohnt es sich, sein Geschirr per Hand zu spülen.
Um das dreckige Geschirr nach dem Essen wieder sauber zu bekommen, ist der Geschirrspüler in der Regel die sparsamste Methode. Nur bei Single-Haushalten lohnt es sich, sein Geschirr per Hand zu spülen. © Westend61/Imago
Ein Mann nimmt Wäsche aus der Waschmaschine heraus.
Das Kurzwaschprogramm der Waschmaschine verbraucht nicht weniger, sondern sogar mehr Strom als ein normaler Waschgang. Schließlich muss mehr Energie aufgebracht werden, um in kürzerer Zeit auf das Waschergebnis zu kommen.  © Shotshop/Imago
Wer einen Wärmepumpentrockner besitzt, kann seine Klamotten nach dem Waschgang getrost in den Trockner stecken. Im Vergleich zu früheren Kondensationstrocknern sparen diese 70 Prozent Energie – und sind schon lange keine Energiefresser mehr.
Wer einen Wärmepumpentrockner besitzt, kann seine Klamotten nach dem Waschgang getrost in den Trockner stecken. Im Vergleich zu früheren Kondensationstrocknern sparen diese 70 Prozent Energie – und sind schon lange keine Energiefresser mehr.  © YAY Images/Imago
Ein voller Kühlschrank verbraucht mehr Strom als ein leerer? Ebenfalls ein hartnäckiger Mythos, der sich immer noch hält. Je leerer der Innenraum ist, desto schneller entweicht sogar die gekühlte Luft, was wiederum den Energieverbrauch steigert.
Ein voller Kühlschrank verbraucht mehr Strom als ein leerer? Ebenfalls ein hartnäckiger Mythos, der sich immer noch hält. Je leerer der Innenraum ist, desto schneller entweicht sogar die gekühlte Luft, was wiederum den Energieverbrauch steigert. © Michael Gstettenbauer/Imago
Unterschätzt wird dagegen Eis im Gefrierschrank: eine dicke Eisschicht erhöht den Energieverbrauch laut Hersteller um bis zu 15 Prozent. Ab einem Zentimeter sollten Sie deshalb abtauen.
Unterschätzt wird dagegen Eis im Gefrierschrank: eine dicke Eisschicht erhöht den Energieverbrauch laut Hersteller um bis zu 15 Prozent. Ab einem Zentimeter sollten Sie deshalb abtauen. © CHROMORANGE/Imago
Altgeräte auszutauschen lohnt sich nicht, solange sie laufen? Ein Irrtum, der Sie bares Geld kostet. Alte Kühlschränke & Co. verbrauchen wesentlich mehr Energie als neue, weshalb ein Wechsel bereits nach zehn Jahren ratsam ist.
Altgeräte auszutauschen lohnt sich nicht, solange sie laufen? Ein Irrtum, der Sie bares Geld kostet. Alte Kühlschränke & Co. verbrauchen wesentlich mehr Energie als neue, weshalb ein Wechsel bereits nach zehn Jahren ratsam ist. © Gottfried Czepluch/Imago
Viele denken auch, dass Ladegeräte nur Strom ziehen, wenn sie am Handy angesteckt sind. Falsch! Deshalb immer den Stecker vom Netz nehmen, wenn Sie es nicht benötigen.
Viele denken auch, dass Ladegeräte nur Strom ziehen, wenn sie am Handy angesteckt sind. Falsch! Deshalb immer den Stecker vom Netz nehmen, wenn Sie es nicht benötigen. © MiS/Imago
Und auch unter der Dusche gilt: Wasser abdrehen, wenn Sie es nicht brauchen. Pro Minuten prasseln hier nämlich 15 Liter Wasser aus der Leitung. Duschen ist also nur dann sparsamer als ein Vollbad (100 Liter), wenn Sie weniger als sieben Minuten unter der laufenden Brause stehen.
Und auch unter der Dusche gilt: Wasser abdrehen, wenn Sie es nicht brauchen. Pro Minuten prasseln hier nämlich 15 Liter Wasser aus der Leitung. Duschen ist also nur dann sparsamer als ein Vollbad (100 Liter), wenn Sie weniger als sieben Minuten unter der laufenden Brause stehen. © Michael Bihlmayer/Imago

Mythos 3: Das Ladekabel verbraucht keinen Strom, wenn kein Handy angeschlossen ist

Viele Menschen denken, dass wenn an das Ladekabel kein Smartphone angeschlossen ist, auch kein Strom verbraucht wird. Leider stimmt das nicht. Sobald der Stecker in der Steckdose ist, zieht er Strom. Laut Verbraucherzentrale bis zu 0,5 Watt. Wer also wirklich Energie sparen möchte, sollte alle Stecker ziehen, wenn sie nicht benötigt werden. Aber Achtung: Nicht bei allen Geräten sollte man den Stecker ziehen.

Mythos 4: Per Hand abwaschen ist energieschonender, als den Geschirrspüler zu benutzen

Beim Geschirrspüler hängt viel vom Modell und von der richtigen Benutzung ab, zum Beispiel, ob die Maschine voll ist oder nicht. Die Universität Bonn hat sich für eine Studie im Jahr 2011 das Spülverhalten in Haushalten mehrerer europäischer Länder genauer untersucht. Die Forscher kamen am Ende zu dem Ergebnis, dass der Wasserverbrauch der Geschirrspülmaschine rund 50 Prozent niedriger ist als bei der Handwäsche.

Mythos 5: Der Backofen muss vorgeheizt werden

Dass der Backofen vor der Nutzung vorgeheizt werden muss, ist auch ein Irrglaube. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, darauf zu verzichten. Das spare bis zu 20 Prozent Energie. Ausnahmen seien allerdings empfindliche Speisen wie Blätterteig oder Filets. Auch bei anderen Haushaltsgeräten, zum Beispiel dem Wasserkocher, muss man bei der Nutzung einiges beachten, damit sie energieschonend sind. (Clara Pinto)

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