Unheimliche Maden

Engerlinge im Hochbeet – wie Sie die Käferlarven hervorlocken und Ihre Pflanzen schützen

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Wurzelfressende Engerlinge können im Hochbeet zu großen Problemen führen. Doch nicht alle sind schädlich. Wie Sie die Larven unterscheiden und richtig entfernen.

Bevor Sie das Hochbeet bepflanzen, sollte Sie es auf die Larven von Käfern untersuchen. Manchmal fallen einem die Tiere schon beim leichten Wenden der Erde ins Auge: Die leicht gekrümmten, dicklich-weißen Engerlinge von Mai- oder Junikäfern sind nämlich bis zu sieben Zentimeter groß. Die Larven des Gartenlaubkäfers bemessen zwar nur etwa einen Zentimeter, sind aber dennoch gut zu entdecken und nicht minder schädlich. Lässt man die Engerlinge im Beet gewähren, fressen die Schädlinge an organischem Material wie Wurzeln von Kräutern, Gemüsepflanzen und Blumen. Doch bevor Sie sich auf die Bekämpfung stürzen, ist es wichtig, zwischen nützlichen und schädlichen Engerlingen zu unterscheiden.

Schädliche von nützlichen Engerlingen unterscheiden

Engerlinge im Hochbeet sollte man entfernen. Aber töten darf man sie nicht ohne weiteres, denn manche sind geschützt.

Als Engerlinge werden die Larven aus der Überfamilie der Blatthornkäfer bezeichnet. Bei der Frühjahrsarbeit am Hochbeet sind die Tiere meist schon beim Umgraben zu entdecken und lassen sich einfach aufsammeln. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, tauscht die Erde vollständig aus. Wenn Sie im Sommer den Verdacht haben, dass sich die Tiere an den Pflanzen gütlich tun, können Sie sie mit einem Trick hervorlocken: Gießen Sie das Beet kräftig und warten Sie. Nach einiger Zeit krabbeln die Tiere mit etwas Glück ans Tageslicht.

Einmal entdeckt, darf man nicht alle Engerlinge gleich behandeln. Denn die Larven des Rosenkäfers sind durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt und dürfen nicht getötet werden. Zu erkennen sind die etwa drei Zentimeter großen Rosenkäferlarven daran, dass sie sich in Rückenlage fortbewegen – mit den Beinen in die Höh’. Da die Nützlinge im Kompost wertvolle Dienste leisten und holzige Bestandteile zersetzen, sollte man sie dorthin umsiedeln. Wer keinen Kompost hat, kann die Engerlinge außerhalb des Gartens in einem Park oder Wald auf der Erde aussetzen.

Auch die riesigen, acht bis zehn Zentimeter großen Larven des Nashornkäfers richten keinen Schaden an. Die ebenfalls unter Naturschutz stehenden Engerlinge sind sehr selten im Hochbeet oder anderswo anzutreffen und ein Glücksfall – denn dies weist auf einen gut gepflegten, naturnahen Garten hin. Sie tauchen eher im Kompost auf und werden ebenso wie die Rosenkäferlarven behandelt.

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Engerlinge: Stimmen Sie mit ab.

Das Einsammeln ist die wirksamste Maßnahme gegen Engerlinge

Handelt es sich allerdings um die Larven von Mai-, Juni- oder Gartenlaubkäfern, kann man diese sowohl absammeln oder je nach Art und Größe auf natürliche Weise mit Nematoden bekämpfen. Dies hat sich insbesondere für Gartenlaubkäfer bewährt. Diese Fadenwürmer sind im Internet oder im Gartenfachhandel erhältlich. Sie werden mit dem Gießwasser auf dem Beet verteilt und bekämpfen dann die Engerlinge. Das Töten der Tiere kann man umgehen, indem man sie anderswo wieder aussetzt. Eine chemische Bekämpfung der Käferlarven ist in der Regel erfolglos.

Freund oder Feind? Schädliche und harmlose Raupen im heimischen Garten

Schmetterlingsraupe des Großen Kohlweißlings mit Hand
Die Raupen des Großen Kohlweißlings sind gut zu erkennen und treten oft in Scharen auf. Am besten setzt man die Tiere weit entfernt vom Gemüse wieder aus, damit sich der schöne Falter daraus entwickeln kann. © Shotshop/Imago
Baumstamm mit Raupen des Eichenprozessionsspinners
Nicht jeder hat eine Eiche oder Buche im Garten, aber wenn Sie die haarigen Raupen des Eichenprozessionsspinners sichten, nehmen Sie sich in Acht: Ihre Brennhaare enthalten ein Gift, das zu Haut- und Atemwegsreizungen bis hin zu einem allergischen Schock führen kann. Beauftragen Sie Profis mit der Beseitigung. © Shotshop/Imago
Raupen des Kleinen Fuchses auf Brennnesseln
Sieht gefährlich aus, tut aber nix: Aus den Eiern des Kleinen Fuchses schlüpfen schwarz-gelbe stachelige Raupen, die sich selten von ihren Futterpflanzen, den Brennnesseln, wegbewegen. Dafür hat man bald bildschöne Schmetterlinge im Garten. © blickwinkel/Imago
Grüne Raupe vom Kleinen Frostspanner ( Operophtera brumata )
Ach, irgendwie ganz putzig? Mitnichten! Die Raupe des Kleinen Frostspanners frisst ganze Obstbäume und Ziergehölze bis auf die Rippen kahl. © Zoonar/Imago
Raupe des Schwalbenschwanzes auf Doldenblüter
Aber hallo! Die auffällige Raupe des Schwalbenschwanzes bevorzugt Doldenblüter wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill und Giersch als Nahrungsquelle. Gönnen Sie der harmlosen Raupe den Schmaus. © Panthermedia/Imago
Raupen der Gespinstmotte in einem Baum
Die Raupen der Gespinstmotte sitzen zum Beispiel an Obstbäumen, Pfaffenhütchen oder Schlehen. Wenn sie in Massen auftreten, fressen sie ganze Bäume kahl ... © Steinach/Imago
Gespinstmotten haben einen Baum mit einem weißen Gespinst überzogen.
... deswegen sollte man sie im Garten absammeln, sobald man sie findet. Denn sonst wird es bald sehr gespenstisch. Es ist aber nicht so tragisch, wie es aussieht: Irgendwann verschwinden die Raupen und die Pflanzen treiben danach wieder aus. © blickwinkel/Imago
Raupe der Kohleule (Barathra brassicae) auf einer Blüte
Eine eher unscheinbare grüne Raupe mit unangenehmen Eigenschaften: Die Abkömmlinge der Kohleule zählen zu den häufigsten Gemüseschädlingen im Garten. Sie verschmutzen die Kohlköpfe mit Kot und diese faulen daraufhin schnell. © Steffen Schellhorn/Imago
Raupe des Landkärtchens
Bitte leben lassen: Das Landkärtchen ist Schmetterling des Jahres 2023 und legt seine Eier gerne auf Doldenblüter. Die dornigen schwarzen Raupen wirken bedrohlich, richten aber keinen nennenswerten Schaden an. © CHROMORANGE/Imago
Buchsbaumzünsler (lat. Cydalima perspectalis) frisst Buchsbaum kahl.
Sie haben einen Buchsbaumzünsler gesichtet? Dann ist Gefahr in Verzug und Sie sollten mit Schädlingsbekämpfungsmitteln dagegen vorgehen, sonst ist Ihr Buchsbaum verloren. In dem Fall muss er sofort entsorgt werden. © localpic/Imago

Engerling-Befall vorbeugen: Die Käfer mögen keinen Knoblauch

Natürliche Feinde wie Marder oder Igel sind im Hochbeet rar – lediglich Vögel verspeisen die Engerlinge. Ein Grund mehr, vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Die Eiablage der oben genannten Käfer findet im Mai und Juni statt. Um die Tiere daran zu hindern oder zu stören, sollte man die Erde des Beets zu dieser Zeit regelmäßig auflockern und von Unkraut befreien. Pflanzen wie Rittersporn, Geranien und Knoblauch wirken auch im Hochbeet abschreckend auf die Käfer. Wer Kompost in das Hochbeet einbringt, sollte diesen vorab gut auf Engerlinge untersuchen.

Rubriklistenbild: © CHROMORANGE/Imago

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