Überträger von Krankheitserregern

Gefahr durch Lyme-Borreliose: Welche Spätfolgen die Erkrankung durch den Zeckenstich mit sich bringt

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Zwar wird eine Infektion in der Regel mit Antibiotikum behandelt, jedoch kann der Erkrankungsverlauf schwerwiegend sein und bleibende Schäden hinterlassen.

Durch einen Zeckenstich können drei Erkrankungen übertragen werden: Alongshan-Virus (ALSV), FSME sowie Borreliose. Gegen FSME kann man sich durch eine Impfung schützen, während Borreliose mit antibiotischer Therapie behandelt wird. Hingegen gibt es für ALSV-Infektionen bisher keine spezifische Behandlung oder Impfung. Vielen noch am ehesten bekannt: Eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kann durch die gefürchtete Gehirnhautentzündung einen schweren Verlauf nehmen, mit anhaltenden neurologischen Schäden wie Lähmungen und schweren Kopfschmerzen.

Doch auch eine Lyme-Borreliose kann zu schweren Symptomen und einem langen Leidensweg führen, insbesondere, wenn das Nervensystem betroffen ist.

Borreliose: Symptome und Komplikationen durch die Infektion

In Deutschland führt etwa einer von 100 Zeckenstichen dazu, dass die betroffene Person an Borreliose erkrankt, nach Angaben der „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)“.

Die Borreliose oder Lyme-Borreliose wird laut Robert Koch-Instituts (RKI) durch eine Infektion mit Borrelien-Bakterien (Borrelia burgdorferi) verursacht, die durch einen Zeckenstich auf Menschen übertragen werden können. Ein häufiges Symptom nach einer Borrelien-Infektion ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans), die einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich um diesen herum auftritt. Es kommt zu einer ringförmigen Hautrötung, die im Zentrum blasser als am Rand ist. Zusätzliche Beschwerden wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie starke Ermüdung können auftreten. Muskel- und Gelenkschmerzen sind auch im weiteren Verlauf und als Spätfolge der Erkrankung möglich.

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Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Deutlich seltener, hauptsächlich bei Kindern, treten knötchenartige oder blaurote Hautschwellungen auf. Diese Hautveränderungen sind insbesondere am Ohr, den Brustwarzen oder im Genitalbereich zu finden. In einigen Fällen kann es zu einer chronischen Hautentzündung kommen, der Acrodermatitis chronica atrophicans. Hierbei verändert sich die Haut an den Innenseiten von Armen, Beinen, Fingern oder Zehen und wird mit der Zeit papierdünn und bläulich, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aufzeigt.

Neuroborreliose: Wenn das Nervensystem durch die Infektion betroffen ist

Bei fortgeschrittener Borreliose kann das Nervensystem betroffen sein, was als Neuroborreliose bekannt ist. Diese führt zu brennenden Nervenschmerzen und Lähmungen der Hirnnerven, begleitet von Seh- oder Hörstörungen sowie Beeinträchtigungen der Extremitäten. Bei etwa fünf von 100 Erkrankten treten Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis) auf, die am häufigsten die Kniegelenke, seltener Sprung- oder Ellenbogengelenke betreffen und in der Regel schubweise verlaufen, so das RKI.

Kinder können im Zuge einer Neuroborreliose eine Hirnhautentzündung entwickeln, begleitet von starken Kopfschmerzen oder plötzlichen Gesichtslähmungen. In seltenen Fällen kann sich auch über einen Zeitraum von Monaten bis Jahren eine verzögerte Neuroborreliose entwickeln.

Während des Krankheitsverlaufs kann zudem sehr selten das Herz beeinträchtigt sein, was zu Entzündungen oder Herzrhythmusstörungen führen kann.

Neuroborreliose: Muskelschmerzen, Gelenkentzündungen, anhaltende Müdigkeit

Auch das Model Isabella Khair „Bella“ Hadid litt bereits als Jugendliche an den Folgen einer Lyme-Borreliose und durchlief jahrelange Therapien, wie sie öffentlich in den sozialen Medien bekennt, um auf die Tücken der Erkrankung aufmerksam zu machen.

Ich empfinde so viel Dankbarkeit für das Leben. Mehr als 100 Tage der chronischen Krankheit Lyme-Borreliose und Behandlung sowie fast 15 Jahre unsichtbares Leiden haben sich gelohnt, wenn ich nun leben kann.

Isabella Khair „Bella“ Hadid, US-amerikanische Model auf ihrem offiziellen Instagram-Profil

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Marga/Imago

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