Veränderter Lebensstil

Immer mehr junge Menschen bekommen einen Herzinfarkt: Kardiologe nennt mehrere Gründe

  • schließen

Herzinfarkte sind nicht nur ein Problem älterer Menschen. Ein Experte erklärt, warum auch junge Menschen betroffen sind, und gibt Tipps zur Vorbeugung.

Im Jahr 2021 verstarben 340.619 Menschen in Deutschland an Herzkreislauferkrankungen. Damit zählen Herzinfarkt und Schlaganfall zu den häufigsten Todesursachen, wie Daten des Statistischen Bundesamts zeigen. Nicht nur ältere Menschen mit Vorerkrankungen sind betroffen. Auch immer mehr jüngere Menschen haben ein krankes Herz. Das zeigt unter anderem eine Studie von US-amerikanischen und chinesischen Forschern. Im September 2022 veröffentlichten diese das Studienergebnis, dass seit Beginn der Corona-Pandemie mehr Menschen im Alter zwischen 25 und 44 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben sind. 

Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, hatte sich für diese Altersgruppe im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie um bis zu 34 Prozent erhöht, so die Forschenden um Yee Hui Yeo vom Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles.

Doch auch vor der Corona-Pandemie hatte sich abgezeichnet, dass Herzkrankheiten auch immer häufiger jüngere Menschen treffen. 

Herzinfarkt: Immer mehr junge Frauen sind betroffen

So konnte ein Forscherteam um Sameer Arora von der University of North Carolina School of Medicine 2018 zeigen, dass der Gesamtanteil junger Patienten, die mit Herzinfarkt ins Krankenhaus eingewiesen werden, stetig anstieg. Die Forschenden hatten für ihre Studie die Daten von 28.732 Herzinfarkt-Patienten von 1995 bis 2014 analysiert. Die Betroffenen waren 35 bis 74 Jahre alt. „Der Gesamtanteil der auf junge Patienten entfallenden Herzinfarkt-Einweisungen stieg stetig an, von 27 Prozent in den Jahren 1995 bis 1999 auf 32 Prozent in den Jahren 2010 bis 2014, wobei der größte Anstieg bei jungen Frauen beobachtet wurde“, heißt es in der Studie

Übergewicht und Bewegungsmangel erhöhen das Risiko, eine Herzkrankheit zu entwickeln.

Doch woran liegt es, dass auch immer mehr junge Menschen einen Herzinfarkt bekommen? Kardiologe Jim Liu vom Wexner Medical Center der Ohio State Universität zählt mehrere Faktoren auf. Ihm zufolge sind hoher Blutdruck, hoher Cholesterinspiegel und Rauchen die Hauptursachen für viele Arten von Herzkrankheiten. Auch Veränderungen im Lebensstil und gesellschaftliche Entwicklungen führt der Herzexperte im Interview mit dem Portal Business Insider auf.

Mediziner Jim Liu sieht in folgenden Risikofaktoren die Ursache für vermehrte Herzprobleme bei jüngeren Menschen:

Zehn blutdrucksenkende Lebensmittel

Kresse als gesundes Würzmittel - Wer Kräuter und Gewürze verwendet, kann Gerichte ganz ohne Kochsalz verfeinern. Auch Basilikum, Koriander, Curry, Ingwer, Thymian usw. gehören zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Besonders Kurkuma soll Cholesterin senken und so die Entwicklung von Herz-Kreislaufkrankheiten verhindern.
Kresse als gesundes Würzmittel: Wer Kräuter und Gewürze verwendet, kann Gerichte ganz ohne Kochsalz verfeinern. Auch Basilikum, Koriander, Curry, Ingwer, Thymian usw. gehören zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Besonders Kurkuma soll Cholesterin senken und so die Entwicklung von Herz-Kreislaufkrankheiten verhindern. © dpa/Patrick Pleul
Obstkorb
Bananen enthalten viel Kalium und wenig Natrium und sind deshalb ein wahrer Herzstärker. Auch andere Obstsorten wie Äpfel und auch Trockenobst zählen zu den kaliumreichen und natriumarmen Nahrungsmitteln und sind deshalb für eine herzgesunde Ernährung geeignet. © picture alliance/dpa/Frank Leonhardt
Es wird diskutiert, ob ein niedriger Vitamin-C-Spiegel im Blut Herzkrankheiten fördert. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen aber auch anderes Obst wie Papaya enthalten besonders viel Vitamin C. Dieses soll die Blutgefäße stärken, vor oxidativem Stress schützen und die Aufnahme von Cholesterin hemmen.
Es wird diskutiert, ob ein niedriger Vitamin-C-Spiegel im Blut Herzkrankheiten fördert. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen aber auch anderes Obst wie Papaya enthalten besonders viel Vitamin C. Dieses soll die Blutgefäße stärken, vor oxidativem Stress schützen und die Aufnahme von Cholesterin hemmen. © Susann Prautsch/dpa
Blattgemüse wie Spinat enthält Antioxidantien, Ballaststoffe und gesunde Fette und schützt so die Arterien. Brokkoli ist auch ein wahrer Gesundmacher mit Vitamin C, E, Kalium, Kalzium und Ballaststoffen - alles wichtig für ein gesundes Herz.
Blattgemüse wie Spinat enthält Antioxidantien, Ballaststoffe und gesunde Fette und schützt so die Arterien. Brokkoli ist auch ein wahrer Gesundmacher mit Vitamin C, E, Kalium, Kalzium und Ballaststoffen - alles wichtig für ein gesundes Herz. © Jens Kalaene/dpa
In dunkler Schokolade (mindestens 70 Prozent Kakao-Anteil sollten es sein) stecken Flavonoide und andere Verbindungen, die einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel haben. Einen Haken gibt es: In Schokolade ist viel Zucker und ungesundes Fett enthalten, weshalb man sie nicht in rauen Mengen essen sollte. Rohkakao ist eine gesunde Alternative.
In dunkler Schokolade (mindestens 70 Prozent Kakao-Anteil sollten es sein) stecken Flavonoide und andere pflanzliche Verbindungen, die einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel haben. Einen Haken gibt es: In Schokolade ist viel Zucker und ungesundes Fett enthalten, weshalb man sie nicht in rauen Mengen essen sollte. Rohkakao ist eine gesunde Alternative. © Oliver Berg/dpa
Omega-3-Fettsäuren sollen gutes Cholesterin erhöhen, Entzündungen im Körper hemmen und das Risiko für Herzerkrankungen senken. Vor allem in Seefisch wie Forelle, Makrele, Lachs und Sardine ist viel enthalten. Gute Omega-3-Lieferanten sind außerdem Samen wie Chia und Sesam.
Omega-3-Fettsäuren sollen gutes Cholesterin erhöhen, Entzündungen im Körper hemmen und das Risiko für Herzerkrankungen senken. Vor allem in Seefisch wie Forelle, Makrele, Lachs und Sardine ist viel enthalten. Gute Omega-3-Lieferanten sind außerdem Samen wie etwa Chia und Sesam. © Daniel Bockwoldt/dpa
Wer häufig Ballaststoffe isst, reduziert das Risiko Herz-Kreislaufkrankheiten zu bekommen. Vor allem Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen liefern viele Ballaststoffe, aber auch Vollkornprodukte, Getreide wie Amaranth und Dinkel, Obst und Gemüse.
Wer häufig Ballaststoffe isst, reduziert das Risiko Herz-Kreislaufkrankheiten zu bekommen. Vor allem Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen liefern viele Ballaststoffe, aber auch Vollkornprodukte, Getreide wie Amaranth und Dinkel, Obst und Gemüse. © Andreas Gebert/dpa
Heidelbeeren liefern viele Antioxidantien, die die Zellen und so auch die Blutgefäße schützen. Deshalb wird ihnen eine herzgesunde Wirkung zugesprochen. Auch andere Beeren haben diesen Effekt.
Heidelbeeren liefern viele Antioxidantien, die die Zellen und so auch die Blutgefäße schützen. Deshalb wird ihnen eine herzgesunde Wirkung zugesprochen. Auch andere Beeren haben diesen Effekt. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Knoblauch wirkt als Blutdruck- und Cholesterinsenker und beugt so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.
Knoblauch wirkt als Blutdruck- und Cholesterinsenker und beugt so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. © Sven Hoppe/dpa
Nüsse enthalten gesunde Fette und Ballaststoffe und machen sie deshalb zum perfekten Bestandteil herzgesunder Ernährung.
Nüsse enthalten gesunde Fette und Ballaststoffe und machen sie deshalb zum perfekten Bestandteil herzgesunder Ernährung. © Gregor Fischer/dpa
  • Fehlendes Bewusstsein für eigenes Herzinfarkt-Risiko (damit verbunden ist etwa das Ausbleiben von Vorsorgemaßnahmen)
  • Rauchen (Vaping und E-Zigaretten belasten das Herz genauso wie normale Zigaretten, laut Mediziner Liu)
  • Drogenkonsum
  • Schlechter Schlaf

„Aufgrund der Pandemie sind die Menschen vielleicht etwas weniger aktiv und essen schlechter“, wird Arzt Liu vom Business Insider zitiert: „Das könnte sich in einer Verschlechterung des Blutdrucks, einer Gewichtszunahme und langfristigen Gesundheitsproblemen, insbesondere kardiovaskulärer Art, niederschlagen.“ Der Mediziner rät dazu, sich bewusst zu machen, wie wichtig Bewegung und Ernährung für ein gesundes Herz sind. Wer bereits ein Leiden wie erhöhten Blutdruck hat, sollte Liu zufolge die Routine-Untersuchungen beim Arzt keinesfalls ausfallen lassen.

Noch mehr spannende Gesundheitsthemen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Eugenio Marongiu/Imago

Kommentare