Erneute Warnung vor Käse

Rückruf von drei Käse-Sorten: Befall löst Fieber und Erbrechen aus

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Ein Hersteller aus Pellworm warnt vor drei ihrer Käse-Sorten. Die Ware könnte mit Listerien kontaminiert sein. Verbrauchenden wird dringend vom Verzehr abgeraten.

München – Da kann jedem Verbraucher tatsächlich der Appetit vergehen. Gemeint sind etwa nicht die sehr vergammelt aussehenden Produkte in der Obstauslage oder die Blessuren am Gemüse, das in den Handelsregalen herumliegt und das sicher vorab von vielen Verbraucherhänden begutachtet wurde. Auch die blass aussehenden Brötchen in der Brotauslage sind nicht gemeint. Es sind die immer wiederkehrenden Rückrufe von Produkten, die inzwischen vielen Menschen beim Einkaufen auf den Magen schlagen dürften.

Erst gestern wurde vor mehreren Käsesorten bei Rewe gewarnt; heute wurde der Rückruf sogar noch einmal erweitert. Auch in der letzten Woche gab es Warnungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vor verschiedenen Käsesorten unterschiedlicher Hersteller, die unter anderem in Kiel, Flensburg und Lübeck verkauft wurden. Der Auslöser für diese Rückrufe waren stets Listerien, die bei routinemäßigen Kontrollen aufgedeckt wurden. Immer wieder gelangen solche und etliche andere kontaminierten Produkte trotz strenger Kontrollen und Hygienevorschriften in den Lebensmittelhandel.

Käserei ruft drei Sorten zurück: Auch hier sind Listerien der Grund des Rückrufs

Nun warnt ein Hersteller aus Pellworm vor drei seiner Käse-Sorten. Eine mikrobiologische Belastung sei festgestellt worden beziehungsweise „könne nicht ausgeschlossen werden“, teilt die Käserei jetzt mit. Den Verbrauchern wird dringend geraten, den Käse nicht zu konsumieren, da er als „nicht zum Verzehr geeignet“ eingestuft wird, gibt das Unternehmen auf seiner Internetseite bekannt.

Dringliche Warnung vor drei Käsesorten: Verbraucher wurden bereits von der Käserei informiert, heißt es von Seiten des Herstellers. (Produktbild)

Nicht verzehren - diese drei Käse-Sorten sind betroffen:

  • „Der junge Pellwormer“ mit der Chargennummer 23Sk#45 (letztes MHD 14.04.24)
  • „Der rote Tilli“ mit der Chargennummer 23DaSk#43 (letztes MHD 10.03.24)
  • „Die weiche Bri(e)se“ mit der Chargennummer 24Br#1 (letztes MHD 14.04.24)
    Quelle: Pressemeldung von Lebensmittel Manufaktur Pellworm GmbH

Auf Anfrage von IPPEN.MEDIA erklärt der Hersteller, dass die betroffenen Chargen umgehend aus dem Verkauf genommen wurden. Die Kunden wären bereits kontaktiert worden. Zusätzlich wurden vorläufig weitere Chargen gesperrt, bis eine Kontamination ausgeschlossen werden kann. Dazu arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben eng mit dem Veterinär- und Gesundheitsamt zusammen.

Weitere Angaben zum Rückruf:

HerstellerLebensmittel Manufaktur Pellworm GmbH
Betroffene BundesländerBaden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein
Email des Herstellersinfo@inselmeieri.de
Grund des RückrufsEine mikrobiologische Belastung (Listeria monocytogenes) kann nicht ausgeschlossen

Rückruf einer Käserei aus Pellworm: Listerien führen zu Erbrechen und Durchfall bis hin zu Nierenkomplikationen

Dabei ist mit dem smart anmutenden Wort „Listerien“ überhaupt nicht zu spaßen. Denn Listerien (Listeria monocytogenes) sind Bakterien, die vor allem bei Personen mit geschwächtem Immunsystem Infektionskrankheiten auslösen können. Darauf weist das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite hin. Symptome einer Infektion zeigen sich normalerweise innerhalb weniger Tage und äußern sich durch grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Gliederschmerzen, Erbrechen und Durchfall.

Bei Kindern können sogar schwerwiegende Nierenkomplikationen auftreten. In sehr seltenen Fällen können schwere Verläufe zu einer Sepsis oder Meningitis führen. Schwangere sind besonders gefährdet.

Gefahr bei Verzehr von Listerien

Die Listeriose ist eine seltene, aber schwere Infektionskrankheit, die in der Regel durch den Verzehr von Listerien-kontaminierten Lebensmitteln wie Fleisch, Fleischerzeugnisse, Geflügel, Fisch (Lachs), Fischerzeugnisse, Milch und Milchprodukte oder pflanzlichen Lebensmitteln verursacht wird. Der Erreger, Listeria monocytogenes, kann sich auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren.

Quelle: RKI-Ratgeber „Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen

Käse-Rückruf wegen Listerien-Gefahr: Verbraucherschutz rät zu Vorsichtmaßnahmen

Der Verbraucherschutz rät daher - insbesondere den Risikogruppen wie älteren Personen oder schwangeren Frauen - dazu, sich mithilfe von Vorsichtsmaßnahmen vor einer Erkrankung mit Listerien zu schützen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, auf die Temperaturempfehlungen auf den Packungen von Produkten zu achten und die Lebensmittel möglichst am Einkaufstag zu verbrauchen, sobald die Kühltemperaturen nicht eingehalten werden können.

Reste gegarter Speisen sollen laut BfR im Kühlschrank aufbewahrt werden und innerhalb von drei Tagen verzehrt werden. Des Weiteren sollten gefrorene Lebensmittel im Kühlschrank aufgetaut werden, um eine Keimbelastung zu reduzieren. Die Kühlschranktemperatur sollte maximal sieben Grad Celsius betragen. (sthe)

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Imago

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