VonJuliane Gutmannschließen
Eine Katze als Haustier sorgt für viel Freude, geht aber auch mit großer Verantwortung einher. Daher sollten Sie für den Fall der Fälle Erste-Hilfe-Maßnahmen kennen.
Wer eine Katze in Aktion sieht, könnte meinen, sie ist unverwundbar. Die Samtpfoten überwinden selbst meterhohe Hindernisse mit Leichtigkeit. Auch aus größerer Höhe landen sie meistens auf den Pfoten und sind aufgrund ihrer extrem flexiblen Wirbelsäule enorm wendig. Doch auch Katzen können sich ernsthaft verletzen. Etwa, wenn sie von einem Auto angefahren werden oder von einem anderen Tier gebissen werden.
Halter sollten deshalb mit gängigen Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut sein, um ihren Schützling im Notfall bestmöglich versorgen zu können.
Was tun, wenn die Katze krank oder verletzt ist?
Ist Ihre Katze verletzt oder liegt ein anderer medizinischer Notfall vor, sollten Sie folgende Regeln beherzigen:
- Bewahren Sie Ruhe: Wenn Sie panisch werden, überträgt sich das auf Ihr Tier, das ohnehin bereits gestresst ist.
- Informieren Sie Ihren Tierarzt und schildern Sie die Situation.
- Achten Sie auf Ihre eigene Sicherheit: Katzen reagieren oft aggressiv, wenn sie verletzt sind.
- Wie steht es um die Vitalfunktionen? Um diese Frage zu beantworten, sollte das TAPS-Schema angewandt werden, das weiter unten erklärt wird.
- Lebensbedrohliche Verletzungen, etwa an Brust und Bauch, sollten zuerst versorgt werden.
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„TAPS“ steht für Temperatur, Atmung, Puls und Schleimhaut. Das Kürzel soll im Notfall dabei helfen, den Schweregrad der Verletzung schnell einschätzen zu können.
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TAPS-Schema: Erste Hilfe für Katzen
Um den Zustand Ihrer Katze gut einschätzen zu können und zu bestimmen, ob ein medizinischer Notfall vorliegt, sollten Sie die TAPS-Anleitung anwenden:
- Temperatur: Um diese zu messen, sollte das Thermometer nach Gebrauchsanweisung angewendet werden. Meist ist es nötig, dass Sie sich einen Helfer suchen, um die Katze festzuhalten. Eine Temperatur, die höher als 39-39,2 Grad Celsius liegt, bedeutet Fieber, wie die Stiftung Tierschutzliga informiert.
- Atmung: Eine gesunde Katze hat eine Atemfrequenz von zehn bis 30 Atemzügen pro Minute, so eine Information der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Berühren Sie Ihre Katze nicht, um die Atemzüge zu zählen, weil dies das Ergebnis verfälschen könnte. Beobachten Sie stattdessen, wie oft sich der Brustkorb hebt und senkt. Stress kann die Atemfrequenz stark nach oben treiben.
- Puls: 160–200 Herzschläge pro Minute sind der Veterinärmedizinischen Universität Wien zufolge bei gesunden Katzen normal. Gemessen wird so: Legen Sie Zeige- und Mittelfinger (Pistolengriff) an die Innenseite des Hinterbeins und messen Sie die Anzahl der Pulsschläge. Die Formel: Pulsschläge pro 15 Sekunden x 4.
- Schleimhaut: Sind die Schleimhäute im Maul blassrosa, ist das ein Zeichen dafür, dass der Kreislauf der Katze stabil ist. Blasse und weiße Schleimhäute können Zeichen eines Schocks sein oder auf starken Blutverlust hinweisen.
Rubriklistenbild: © Christof Koepsel/Imago

