Statt Fahrtauglichkeitstests

Diskussion um Senioren am Steuer: Versicherer für Rückmeldefahrten

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Wie sicher sind Senioren hinter dem Steuer? Versicherungen schlagen Alarm und fordern Rückmeldefahrten für Senioren. Doch es gibt Kritik.

Autofahren bedeutet für viele Deutsche auch Freiheit. Doch grade im Alter lässt die Reaktionsfähigkeit nach und auch Augen und Gehör werden schlechter. Die EU brachte daher im vergangenen Jahr einen Fahrtauglichkeitstest für Senioren ins Gespräch. Der Gesamtverband der Versicherer plädiert für obligatorische Feedback-Fahrten für Autofahrer ab 75 Jahren.

Der GDV setzt sich bereits seit einigen Jahren für Rückmeldefahrten ein. Gesundheitstests seien hingegen nicht aussagekräftig, so Käfer-Rohrbach. Ein Grund dafür: Senioren sind an drei Viertel der Unfälle, in die sie verwickelt sind, schuld. Das zeigt eine Auswertung des Statistischen Bundesamt (Destatis).

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Versicherer fordern Rückmeldefahrten: Keine Auswirkung auf Fahrerlaubnis

Geplant sind Fahrten von 30 bis 60 Minuten, wie Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV, in einer Diskussion beim Verkehrsgerichtstag erklärte. Diese würden unter der Aufsicht eines speziell ausgebildeten Fahrlehrers oder Verkehrspsychologen im realen Straßenverkehr stattfinden. Wie T-Online.de schreibt, sollen diese ab 75 Euro aufwärts kosten.

Der GDV fordert regelmäßige Feedback-Fahrten für Senioren.

Direkte Auswirkungen auf die Fahrerlaubnis sollen die Fahrten aber nicht haben. Der GDV schlägt vor, die Ergebnisse vertraulich zu behandeln. Dies würde dazu beitragen, Prüfungsstress zu vermeiden. Pilotversuche hätten gezeigt, dass die Teilnehmer bereit seien, Ratschläge anzunehmen, wie beispielsweise das Vermeiden von Nachtfahrten.

Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen

Streit um Tempolimit für Ortsdurchfahrt
Zum 9. November 2021 ist der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Wer innerorts 16 bis 20 Stundenkilometer zu schnell fährt und geblitzt wird, zahlt statt wie früher 35 nun 70 Euro. © Sebastian Gollnow/dpa
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder.
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder. © Uwe Anspach/dpa
 Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. M
Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläuterte.
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläutert hatte. Dies gelte dann, wenn Radfahrer vorschriftswidrig auf einem Gehweg fahren.  © Paul Zinken/dpa
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)  © Swen Pförtner/dpa
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen.
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen. (Archivbild/Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.
Wer keine Rettungsgasse bildet oder die sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.  © Patrick Seeger/dpa
Polizei-Kontrollaktion zu Drogen und Alkohol
Lkw-Fahrer, die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten. (Archivbild/Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa
Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.
Auto-Poser aufgepasst: Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.  © Patrick Pleul/dpa

Rückmeldefahrten für Senioren: Sozialverband übt Kritik

Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland, lehnte eine solche Regelung ab. „Ich glaube, dass das absolut der falsche Weg ist, ältere Menschen unter Generalverdacht zu stellen“, betonte sie. „Fahruntüchtigkeit am Alter festzumachen, ist diskriminierend.“

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Sie sprach sich jedoch nicht grundsätzlich gegen alle Regelungen aus. Sie könne sich allgemeine Gesundheitschecks für alle Autofahrer vorstellen, beispielsweise bei regelmäßigen Führerscheinverlängerungen. Auch Feedback-Fahrten könne sie sich vorstellen, diese sollten jedoch nicht obligatorisch und kostenfrei sein. Es sei zudem wichtig, den öffentlichen Nahverkehr, insbesondere in ländlichen Gebieten, auszubauen, um die Mobilität älterer Menschen zu gewährleisten. Sie schlug die Förderung von Bürgerbussen vor.

Der Redakteur hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

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