Hormongift

Bisphenol A: Deutsche nehmen zu viel der gefährlichen Chemikalie auf

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Eine Studie der Europäischen Umweltagentur zeigt, dass Europäer gesundheitsschädliche Mengen an Bisphenol A in sich tragen. Verbraucher können sich davor schützen.

Bei Bisphenol A (BPA) handelt es sich um eine synthetische Chemikalie. Diese wird für zahlreiche Lebensmittelverpackungen verwendet, wie etwa in Konservendosen, Aufbewahrungsbehältern und Plastikflaschen. Zudem kommt es auch beispielsweise in Smartphones oder in Trinkwasserleitungen vor. Kurz gesagt: In Europa haben Menschen zu viel Kontakt mit der gefährlichen Chemikalie. Laut einer Studie der Europäischen Umweltagentur nehmen deshalb auch Deutsche BPA in gesundheitsschädlichen Mengen auf.

Gesundheitsschädliche Mengen: Deutsche nehmen laut Studie zu viel BPA auf

Das Hormongift Bisphenol A (BPA) befindet sich beispielsweise in Plastikflaschen.

Wie die Studie, an der rund 2800 Personen teilnahmen, zeigte, waren in drei von elf untersuchten Ländern (Portugal, Frankreich, Luxemburg) wahrscheinlich alle Teilnehmer BPA-Mengen oberhalb des als unbedenklich geltenden Grenzwertes ausgesetzt. Je nach Land lag der Anteil der Teilnehmenden mit Mengen von BPA oberhalb des Grenzwertes zwischen 71 und 100 Prozent. Demnach waren es in Deutschland 83 Prozent der Teilnehmer.

BPA wird vor allem für die Herstellung des Kunststoffs Polycarbonat benutzt. Dieser ist bruchsicher, ziemlich hart, transparent und chemikalienbeständig. Nach Angaben der Umweltagentur kann die Chemikalie negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben – und das bereits in kleinen Mengen. So kann Bisphenol A bereits in kleinen Mengen das Immunsystem schwächen. Außerdem kann es allergische Hautreaktionen auslösen und zu Unfruchtbarkeit führen. Es wird zudem als Hormongift bezeichnet, da es einen sehr negativen Einfluss auf das Hormonsystem hat und zu Fortpflanzungs- und Entwicklungsstörungen bis hin zu irreparablen Hirnschäden führen kann. Auch Fettleibigkeit, die immer häufiger auftritt, wird mit der Chemikalie in Verbindung gebracht.

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Wie Sie sich vor BPA schützen können

Verbraucher können sich vor BPA jedoch schützen. Kaufen Sie beispielsweise Lebensmittel statt in Plastikverpackungen oder Konservendosen besser im Glas. Lagern oder erhitzen Sie außerdem keine Lebensmittel in Kunststoffbehältern. Auch Babynahrung sollte nicht mit heißem Wasser in Plastikflaschen zubereitet werden. Verpackungen sind zudem teilweise mit dem Hinweis „BPA-frei“ gekennzeichnet.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Science Photo Library/IMAGO

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