Wichtig für die Sicherheit

Pannenrisiko minimieren: Worauf man beim Auto-Check vor der Urlaubsfahrt achten sollte

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Für nicht wenige Reisende endet der Urlaub mit dem eigenen Pkw mit einer teuren Reparatur im Ausland. Dabei lassen sich viele Pannen bei entsprechender Vorsorge vermeiden.

Eine Fahrt mit dem Auto in den Urlaub ist besonders für Familien praktisch: Kann man doch von der Luftmatratze bis zum Dreirad nahezu alles, was man so braucht, problemlos mitnehmen. Wirklich billig ist die Fahrt in den meisten Fällen allerdings nicht: In Europa wird in vielen Ländern eine Mautgebühr fällig – und auch der Sprit für die Reise kann durchaus ins Geld gehen. Vor allem das Tanken direkt an der Autobahn sollte man vermeiden, weil laut ADAC dort der Sprit teils massiv überteuert ist. Wer sparen will, sollte vor der Fahrt eventuell Tankstopps im Ausland planen, wo Benzin und Diesel oft günstiger sind. Nicht sparen sollte man dagegen bei der Sicherheit: Vor der Fahrt sollte das Auto gründlich durchgecheckt werden.

Vor der Urlaubsfahrt: Wer auf Nummer Sicher gehen will, fährt zum Check in die Werkstatt

Vor allem bei Fahrten in fernere Länder werden die Reiseautos mitunter stark gefordert, denn innerhalb weniger Wochen müssen diese oft viele tausend Kilometer abspulen. Bei Verschleißteilen und Technik der Fahrzeuge können diese Strapazen zu Ausfällen und Pannen führen, vor allem, wenn die Fahrzeuge älter sind und unzureichend gewartet wurden. Viele Autobesitzer unterschätzen diese Gefahr technischer Defekte. Damit der Traumurlaub nicht mit einem bösen Erwachen endet, rät Jesco Hußlein, Mobilitätsexperte beim HUK Autoservice, deshalb zum Urlaubs-Check in einer Werkstatt.

Urlaubs-Check fürs Auto: Experte erklärt, was er kosten kann

Sofern keine Reparaturen oder der Wechsel von Verschleißteilen nötig werden, bleiben die Kosten für diese freiwillige Prüfung überschaubar. Laut Hußlein sollte man mit rund 25 Euro rechnen. Allerdings hänge der Preis immer auch von den Umfängen der Maßnahmen ab, denn einheitliche Vorschriften für die Durchführung und die Prüfpunkte gäbe es nicht. Grundsätzlich ersetzt der Urlaubs-Check allerdings nicht die klassische Inspektion, weshalb dieser in Regel auch deutlich günstiger ausfällt. „Bei Angeboten über 100 Euro sollte man in Betracht ziehen, direkt eine Inspektion durchführen zu lassen. Diese beginnt bei kleinen Autos bereits bei 150 Euro“, rät der Experte. In Hinblick auf die Preise ist es ratsam, im Vorhinein den Umfang der Prüfpunkte zu erfragen und eventuell mit mindestens einer weiteren Werkstatt Prüfungsumfang und Kosten zu vergleichen.

In jedem Fall sollten beim Check Scheinwerfer, Kontrollleuchten und Batterie geprüft werden. Defekte Bordnetz-Batterien sind Pannenursache Nr. 1, weshalb dieser Achillesferse ein besonderes Augenmerk gelten sollte. Ebenfalls elementar ist es, den Zustand der Reifen zu prüfen. Neben dem Reifendruck sollten auch dem Alter, Beschädigungen und der Profiltiefe der Gummis Beachtung geschenkt werden – als Profiltiefe empfehlen sich mehr als drei Millimeter.

Den Ölstand kann jeder Autofahrer selbst ganz einfach prüfen. (Symbolbild)

Urlaubs-Check fürs Auto: Bei älteren Fahrzeugen empfiehlt sich eine besonders gründliche Prüfung

Handelt es sich um ein älteres Fahrzeug mit einigen Kilometern auf der Uhr, empfiehlt sich ein gründlicher Check, bei dem auch der Zustand von Federn, Radaufhängung und der Bremsanlage geprüft werden sollte. Gerade auf langen Fahrten und aufgrund der oft hohen Beladung von Urlaubsfahrzeugen sind diese Bauteile größeren Belastungen als im Alltag ausgesetzt. „Eine gute Werkstatt liest auch das Fehlerprotokoll des Bordcomputers aus, um die Reisetüchtigkeit des Fahrzeugs beurteilen zu können“, ergänzt Hußlein.

Empfehlenswert ist zudem ein Check der Klimatechnik. Das Kühlmittel von Klimaanlagen verflüchtigt sich über die Jahre, was irgendwann zu geringer Kühlleistung oder einem Ausfall der Kühlfunktion führen kann. Gerade im Sommer und auf langer Fahrt wird kaum jemand auf eine tadellos arbeitende Klimaanlage verzichten wollen. Auch ein alter Innenraumfilter beeinträchtigt die Kühlleistung und mutiert außerdem zur Keimschleuder. Der HUK-Autoservice-Experte rät deshalb zur professionellen Wartung von Klimaanlagen im Zwei-Jahres-Takt.

Autobahnen der Extreme: In Deutschland ist keine Strecke länger als die A7 – eine andere hört einfach auf

Autobahn A7 bei Hamburg.
Autobahn A7: Mit einer Länge von 962,2 Kilometern ist die A7 die mit Abstand längste Autobahn der Bundesrepublik und nach der Autovía 7 in Spanien auch die zweitlängste Fernstraße Europas. Die A7 führt von Flensburg-Handewitt bis ins südliche Bayern. Seit 2012 läuft der Ausbau der Schnellstraße auf acht Spuren.  © Lobeca/Imago
Stau auf der Autobahn A3 in der Nähe von Köln.
Autobahn A3: Mit 769 Kilometern Länge muss sich die Fernstraße der A7 knapp geschlagen geben. Dafür ist die A3 die meist befahrene Autobahn in Deutschland. Laut der Straßenverkehrszählung 2021 sind alleine zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Ost und dem Dreieck Köln-Heumar täglich mehr als 166.000 Autos unterwegs. © NurPhoto/Imago
Die Autobahn A1 in Richtung Fehmarn
Autobahn A1: Mit 749 Kilometern Länge ist die A1 nur etwas kürzer als die A3. Dafür dürfte es sich wohl um eine der längsten Baustellen Deutschlands handeln. Im Vergleich zur A1 wirken die 14 Jahre Bauzeit des BER wie ein Augenzwinkern. Denn der erste Spatenstich für die Autobahn wurde 1934 getätigt. Fast 80 Jahre später klafft in der Eifel immer noch eine 25 Kilometer lange Lücke. Wann diese geschlossen wird ist unklar. © Panthermedia/Imago
Fahrzeuge sind auf der Autobahn 4 in Höhe des Rasthofes Frechen in Richtung Köln und Olpe unterwegs.
Autobahn A4: 583 Kilometer Länge reichen für Platz vier im Ranking der längsten Autobahnen. Doch die A4 zeichnet sich auch durch ein besonders hohes Nebelrisiko auf dem viel befahrenen Streckenabschnitt zwischen Aachen und Köln aus. Am 20. Dezember 1987 musste die Strecke nach dem Aufkommen einer Nebelbank mit Sichtweiten von weit unter 30 m erstmals voll gesperrt werden. Inzwischen wurde dort eine Nebelwarnanlage installiert. © Mangold/Imago
Vor der Ausfahrt Köln-Rodenkirchen hat sich auf der Autobahn A555 in Fahrtrichtung Köln ein erheblicher Stau gebildet.
Autobahn A555: Mit grade einmal 18 Kilometern Länge zählt die Fernstraße zwischen Köln und Bonn zu den kürzeren Strecken. Doch historisch ist die A555 von größter Bedeutung, denn es ist die erste und älteste Autobahn der Bundesrepublik. 1932 wurde die Schnellstraße vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer eingeweiht. Sie trägt bis heute zudem den Spitznamen Diplomatenrennbahn. © Future Iamge/Imago
Seitenstreifen eines A8-Teilstücks freigegeben.
Autobahn A831: Die mit Abstand kürzeste Fernstraße befindet sich in Baden-Württemberg und trägt die Bezeichnung A831. Sie ist grade einmal 2,3 Kilometer lang und besitzt fünf Ausfahrten. Die Autobahn startet und endet in Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa
Frankfurter Kreuz der Autobahn A5.
Autobahn A5: Mit 440 Kilometern ist die A5 verhältnismäßig kurz. Dennoch ist eine der meist befahrenen Straßen Hessens. Künftig könnte sie auch eine von Deutschlands breitesten Autobahnen sein, denn in der Nähe von Frankfurt ist ein Ausbau auf zehn Spuren geplant. Das Projekt ist jedoch sehr umstritten. © Schöning/Imago
Baustelle A 49.
Autobahn A49: Ähnlich wie die A1 ist auch die A49 in Hessen noch im Bau. Zudem stellt sie den am seltensten befahrenen Autobahnabschnitt. Bei Ansbrach wurden im Rahmen der Straßenverkehrszählung 2021 grade einmal 819 Auto pro Tag gezählt.  © Uwe Zucchi/dpa
Stau auf der A114.
Autobahn A114: Auf dieser Fernstraße brauchten die Autofahrer bis zum Oktober 2022 starke Nerven. Satte 95 Prozent (15 von 16 Kilometern) der A114 Kilometer waren Baustelle. Inzwischen ist die Autobahn im Nordosten Berlins wieder komplett befahrbar. Überraschenderweise fielen die Baukosten sogar niedriger aus als zunächst geplant. © Soeren Stache/dpa
Kochertalbrücke der Autobahn A6 über das Kochertal.
Autobahn A6: Die A6 ist wohl eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen und das über die deutschen Grenzen hinaus. In dieses Ranking hat sie es aber nicht wegen ihrer Länge von 484 Kilometer geschafft, sondern wegen der Kochertalbrücke. Dabei handelt es sich nämlich um Deutschlands höchste Autobahnbrücke. In 185 Metern Höhe verläuft die A6 über 1,1 Kilometer durch das Kochertal. Damit ist sie 27 Meter höher als die Moseltalbrücke auf Platz zwei. © Arnulf Hettrich/Imago

Auto-Check vor der Urlaubsfahrt: Zeitlichen Spielraum für Reparaturen einplanen

Sollten Reparaturen notwendig sein, werden die Kosten für einen eigentlich günstigen Urlaubs-Check selbstredend deutlich steigen. Um nicht von einer Kostenexplosion überrascht zu werden, rät Jesco Hußlein Autobesitzern, ihren Werkstattbesuch gegebenenfalls online zu buchen, da man sich bei einigen Dienstleistern so einen Festpreis sichern kann. Grundsätzlich empfiehlt es sich zudem, den Werkstatttermin möglichst einige Tage vor Reiseantritt zu buchen, damit genug zeitlicher Spielraum für eine möglicherweise aufwendigere Reparaturmaßnahme bleibt.

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Kontrolle vor der Fahrt in der Urlaub: Elementare Dinge können Autofahrer auch selbst checken

In gewissen Umfängen kann jeder Autonutzer Urlaubs-Checks auch in Eigenregie durchführen. Der Stand von Bremsflüssigkeit, Motoröl oder Kühlmittel lässt sich beim kurzen Blick unter die Motorhaube prüfen. Auch der Reifendruck – der ohnehin regelmäßig und außerdem an den aktuellen Beladungszustand angepasst werden sollte – gehört zum Do-it-yourself-Repertoire eines jeden Autofahrers. Ist ein Ersatzreifen an Bord, sollte auch bei diesem vor Reiseantritt der Luftdruck gecheckt werden. Schließlich gilt vor einer längeren Urlaubsfahrt noch ein Blick auf das Haltbarkeitsdatum vom Verbandskasten, zudem sollten ein intaktes Warndreieck sowie für jeden Mitfahrer eine Warnweste an Bord sein. Beim Beladen des Fahrzeugs mit Gepäck sollte zudem darauf geachtet werden, dass diese griffbereit bleiben.

Apropos Beladen: Schwere Gegenstände gehören nach unten und leichte nach oben. Beim Beladen muss außerdem auf das zulässige Gesamtgewicht geachtet werden. Prüfen lässt sich das mit dem Besuch einer öffentlichen Fahrzeugwaage. (Mit Material von SP-X)

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