Alles muss passen

Elektroauto lädt nur langsam: Drei Faktoren können den Stromfluss einschränken

Wenn das Elektroauto nicht schnell genug lädt, kann das verschiedene Gründe haben. Vielleicht passen Fahrzeug, Stromquelle und Kabel nicht optimal zusammen.

Noch immer zögern viele Menschen mit dem Kauf eines Elektroautos. Die Gründe dafür sind vielfältig: Dabei spielt sicher der hohe Kaufpreis eine Rolle – und auch der enorme Wertverlust von gebrauchten E-Autos. Und noch immer scheint vielen potenziellen Kunden die Reichweite der Stromer nicht ausreichend – und manchen dauert auch einfach das Laden zu lang. Doch wie lange sich die Batterie-Füllung an Wallbox oder Schnelllader hinzieht, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Besonders wichtig sind drei Punkte, von denen jeder einzelne für ungewolltes Schneckentempo sorgen kann. Eine Übersicht 

Stromquelle: So unterschiedlich schnell sind Wallboxen und Ladesäulen

Am Schnelllader lädt man sein Elektroauto mehr als hundertmal so flott wie an der Schuko-Steckdose. Während letztere je nach Absicherung mit 2,3 oder 3,68 Kilowatt Ladeleistung aufwartet, stellt eine DC-Säule bis zu 400 kW zur Verfügung. Die Wallboxen in der Garage oder die Säulen am Straßenrand liefern üblicherweise 11 oder 22 kW. Ist mehr als ein Auto gleichzeitig angeschlossen, kann die verfügbare Ladeleistung für jedes einzelne aber in die Knie gehen. Immer gilt: Schneller als die Stromquelle es zulässt, kann niemand laden.

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Auto: Auch das E-Fahrzeug selbst kann der limitierende Faktor sein

Der limitierende Faktor kann aber auch das Auto sein. Am DC-Schnelllader akzeptiert es nur die Leistung, die der Hersteller der Batterie und dem Gesamtsystem zumuten kann und will. Die üblichen Stufen liegen zwischen 50 kW und 270 kW. Künftig dürften Werte in Richtung 400 kW möglich sein – die dann auch die volle Nutzung der extra schnellen Ladesäulen erlauben. Beim Wechselstromladen spielt der im Fahrzeug verwendete Bordlader die zentrale Rolle. Einfache und günstige Modelle liefern lediglich 4,6 kW, die leistungsfähigsten kommen aktuell auf 22 kW. Am weitesten verbreitet ist die Variante mit 11 kW. Auch hier gilt: Schneller, als es das Auto erlaubt, lädt man auch an der schnellsten Säule nicht. Elektroautos können auch per Rekuperation Strom zurückgewinnen – wie gut das klappt und viel Reichweite durch Rekuperation herausgeholt werden kann, hat der ADAC getestet.

Es gibt verschiedene Faktoren, die die Ladegeschwindigkeit von Elektroautos limitieren können. (Symbolbild)

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Kabel: Das Modell hat Einfluss auf die Geschwindigkeit des Stromflusses

Für langsamen Stromfluss kann letztlich auch das Kabel sorgen. Einfluss auf die Wahl des Modells hat man nur beim normalen AC-Laden, für das man in der Regel das eigene Kabel aus dem Fahrzeug nutzt. Bei DC-Ladesäulen sind dicke, teils gekühlte Kabel nötig, die mit der Säule festmontiert sind und wohl in den meisten Fällen zur Leistung der Stromquelle passen dürften. An Wallbox oder Normallader hingegen kann der Leiter der limitierende Faktor sein, denn das sogenannte Typ-2-Kabel gibt es mit 7,4 kW, 11 kW und 22 kW. Mit der Leistung wachsen Materialeinsatz und Preis. 

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Weil sich die Ladegeschwindigkeit immer nach dem schwächsten Glied der Kette richtet, sollten zumindest alle regelmäßig genutzten Komponenten gut zusammenpassen. Erlaubt der Bordlader des Autos etwa das Laden mit 11 kW, sollte die heimische Wallbox auch mindestens diese Leistung zur Verfügung stellen. Und auch das Kabel wird so gewählt, dass es den Strom auch leiten kann. (Holger Holzer/SP-X)

Rubriklistenbild: © Robert Poorten/Imago

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