„Shoulder Surfing”

Fiese Betrugsmasche am Automaten: Die Polizei warnt – Opfer verlieren ihr gesamtes Geld

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Vor einer Betrugsmasche am Bankautomaten sollten Verbraucher besonders auf der Hut sein.
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In Baden-Württemberg initiieren zwei Männer eine Betrugsreihe. Sie plündern die Konten von älteren Menschen. Die Polizei gibt Ratschläge zum Schutz.

Krauchenwies – Sie passten Senioren beim Geldabheben am Automaten ab und knüpften ihnen eine Menge Geld ab. Nun sitzen sie in Untersuchungshaft und die Polizei warnt vor der Betrugsmasche. Die 42 und 44 Jahre alten Verdächtigen in Krauchenwies (Kreis Sigmaringen) wurden Polizeiangaben zufolge vorläufig festgenommen.

Kriminelle nutzen Betrugsmasche „Shoulder Surfing“ – und bringen Opfer um ihr Geld

Die mutmaßlichen Betrüger sollen nach der kriminellen Taktik „Shoulder Surfing“ vorgegangen sein. Dabei sollen sie Senioren bei der Eingabe ihrer PIN am Geldausgabe-Automaten beobachtet haben. Anschließend hätten sie ihre Opfer dann mit einem Gespräch abgelenkt und ihre Bank- sowie Kreditkarten entwendet. Dann sollen sie das Geld auf den Konten der Opfer vollständig abgehoben haben.

Weil die Verdächtigen so professionell vorgingen, bemerkten die Opfer laut Polizei oft erst mehrere Wochen später, dass ihr Geld fehlt. Für ihre Taten sollen die Verdächtigen meist nur kurze Zeit aus Frankreich nach Deutschland eingereist sein. Indes trifft eine andere Betrugsmasche womöglich Tausende Telekom-Kunden.

Was ist „Shoulder Surfing“?

Wie die Sparkasse informiert, sind Betrüger mit „Shoulder Surfing“ danach aus, Geheimzahlen, Passwörter und allgemein sensible Daten auszuspähen. „Der Begriff lässt sich sinngemäß übersetzen mit ‚jemandem über die Schulter schauen‘“, heißt es weiter. Neu ist die Betrugsmasche nicht – die Polizei nennt sie in ihrer Pressemitteilung „ein bekanntes Kriminalitätsphänomen, bei dem die Täterschaft für die Tatbegehung äußerst professionell vorgeht“.

Den beiden Verdächtigen wird gewerbs- und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen. Sie sollen monatelang in den
Zuständigkeitsbereichen der Polizeipräsidien Offenburg, Konstanz, Pforzheim, Ravensburg und Freiburg zugange gewesen sein. Insgesamt sollen sie in mindestens 75 Fällen einen Vermögensschaden von mehr als 200.000 Euro verursacht haben.

Vor Betrugsmasche „Shoulder Surfing“ schützen – Die Polizei gibt Tipps

In ihrer Pressemitteilung zählte die Polizei Tipps auf, um möglichst sicher gegen „Shoulder Surfer“ zu sein.

  • Darauf achten, beim Eingeben der PIN nicht von anderen beobachtet zu werden. Es sollte ein ausreichender Sicherheitsabstand gewährleistet sein. Aufdringliche Personen oder angebliche Helfer sollten höflich, aber bestimmt gebeten werden, die Distanz zu wahren.
  • Dabei sollten Verbraucher das Tastaturfeld vollständig abdecken.
  • Automaten, an denen etwas ungewöhnlich erscheint, sollten Verbraucher meiden – und einen Verdacht der Manipulation der Polizei melden.
  • Verbraucher sollten ihre Kontoauszüge regelmäßig kontrollieren.
  • Besteht der Verdacht, dass jemand die Kartendaten ausgelesen hat, sollte die Karte umgehend gesperrt werden. Das ist einerseits über die jeweilige Bank möglich – oder den Sperrnotruf 116 116. Zudem sollte bei der Polizei eine Anzeige erstattet werden.

Nicht nur vor „Shoulder Surfing“ sollten Verbraucher acht geben. Das Finanzministerium berichtet von zahlreichen Fällen gefälschter Briefe. (mbr/dpa)

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