Demenz: Risiko kann sich bei bestimmter Schlafstörung erhöhen
VonJudith Braun
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Wer nicht mehr oft und tief schläft, kann damit seinem Gehirn schaden. Dadurch steigt die Gefahr, im Alter an Demenz zu erkranken.
Die Entstehung einer Demenz-Erkrankung im Alter kann durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt werden. Dabei spielt nicht nur die genetische Veranlagung eine Rolle. Nach Angaben der Alzheimer Forschung Initiative ist nur etwa ein Prozent aller Alzheimer-Fälle eindeutig erblich bedingt – die erbliche Form ist damit äußerst selten. Vielmehr kann der eigene Lebensstil negative Auswirkungen auf Körper und Gehirn haben. Zu diesen Faktoren zählt unter anderem der Schlaf: Ist dieser auf eine bestimmte Art gestört, erhöht sich laut wissenschaftler Erkentnisse das Risiko für Demenz.
Demenz vorbeugen: Weniger Tiefschlaf erhöht laut Studie das Risiko
Einen Zusammenhang zwischen dem Rückgang des Tiefschlafs und einem erhöhten Risiko von Demenz stellte nun ein Forscherteam um Matthew Pase von der Monash School of Psychological Sciences fest. Laut dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) wurden für ihre im Fachmagazin JAMA Neurology veröffentlichte Studie 346 über 60-jährige Personen untersucht. Die Teilnehmer durchliefen zwei Schlafstudien. Dabei fand die zweite Studie durchschnittlich fünf Jahre nach der ersten statt. Im Anschluss daran wurden die Teilnehmenden bis zum Jahr 2018 auf mögliche Symptome einer Demenz hin beobachtet.
Anhand der Ergebnisse der Studie wurde einerseits ersichtlich, dass der Anteil des Tiefschlafs typischerweise mit zunehmendem Alter abnimmt. Andererseits stellten die Wissenschaftler fest, dass bei über 60-Jährigen bereits ein jährlicher Rückgang des Tiefschlafs um nur ein Prozent das Risiko einer späteren Demenz-Erkrankung um 27 Prozent erhöhen kann. Dieselben Ergebnisse zeigten sich auch, als Faktoren wie Alter, Geschlecht, Raucherstatus und Medikation in der Studie kontrolliert wurden.
Förderung von Tiefschlaf könnte Demenz im Alter verhindern
Die Studie legt deshalb nahe, dass man mit der Aufrechterhaltung oder Förderung des sogenannten „Slow-Wave Sleep“ (dritte und vierte Schlafphase: traumloser Tiefschlaf und traumreiche REM-Phase) einer Demenz im Alter vorbeugen könnte. Denn laut Pase unterstüze der Tiefschlaf das alternde Gehirn zum Beispiel beim Abtransport von Stoffwechselabfällen aus dem Gehirn und bei der Beseitigung von Proteinen, die bei der Alzheimer-Krankheit verklumpen.
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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.