Nervenkrankheit

Demenz vorbeugen: Fünf neu entdeckte Risikofaktoren

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Wissenschaftler machen immer mehr Gefahren aus, die eine Demenz-Erkrankung begünstigen. Auf welche Risikofaktoren Sie achten sollten.

Da immer mehr Menschen im Alter an Demenz erkranken, fürchten sich viele Menschen davor, selbst später unter der Nervenkrankheit zu leiden. Ist die Erkrankung einmal ausgebrochen, kann sie nicht rückgängig gemacht oder geheilt werden. Nur eine Verzögerung des Verlaufs ist möglich. Allerdings gibt es verschiedene Risikofaktoren, die eine Demenz-Erkrankung begünstigen. So kann man bereits in jungen Jahren vorbeugen, indem man beispielsweise auf einen gesunden Lebensstil achtet. Außerdem haben Forscher inzwischen neue Faktoren entdeckt, die das Risiko für Alzheimer erhöhen.

Forscher entdecken neue Risikofaktoren: Sie erhöhen Gefahr für Demenz-Erkrankungen

Ein ungesunder Lebensstil gilt als einer der Risikofaktoren für Demenz.

Hohes Alter, Geschlecht (Frauen sind häufiger von Demenz betroffen) und genetische Faktoren sind bekannte Demenz-Risikofaktoren, die nicht beeinflussbar sind. Nach Angaben der Demenz-Forscherin Miia Kivipelto vom Karolinska-Institut in Stockholm lassen sich laut Focus Online „etwa 30 Prozent des Alzheimer-Risikos durch sieben Risikofaktoren erklären, die wir mehr oder minder wirksam beeinflussen können“. Dazu zählen unter anderem Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Bewegungsmangel, Rauchen, Depressionen und eine geringe Bildung. Außerdem haben Beobachtungsstudien folgende fünf neue Risikofaktoren ausmachen können:

  1. Regelmäßiger Konsum von stark gezuckerten Getränken: Laut den Ergebnissen einer Studie der Columbia University hatten Teilnehmer mit dem höchsten Konsum an überzuckerten Getränken eine um 50 Prozent erhöhte Alzheimer-Rate. Allerdings weist dieser Konsum wohl eher auf einen insgesamt ungesunden Lebensstil hin. Aus diesem können wiederum Diabetes und Übergewicht resultieren. Bei diesen beiden handelt es sich um nachgewiesene Risikofaktoren für eine Demenz.

    Psychischer Stress in mittleren Jahren: Bei Personen, die aufgrund von familiären, beruflichen oder finanziellen Problemen öfters unter Ängsten und Sorgen leiden, treten häufiger Demenz.-Erkrankungen auf. Dem aufkommenden Stress kann jedoch zum Beispiel mit genügend Bewegung entgegengewirkt werden. Dabei soll eine Sportart besonders gut vor Demenz schützen.
  2. Kurzer REM-Schlaf: Auch verkürzte REM- oder Traumschlaf-Phasen können das Alzheimer-Risiko steigern. Generell ist guter Schlaf ein wichtiger Faktor, der vor einer Demenz schützen kann.
  3. Leben ohne Partner: Menschen, die im Alter alleine leben und sich einsam fühlen, haben wissenschaftlichen Erkenntnissen nach ein höheres Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Paare sollen hingegen meist gesünder leben als Singles und mehr Kontakte pflegen. Denn auch soziale Interaktionen spielen eine wichtige Rolle bei der Prävention gegen Alzheimer.
  4. Einblutungen in kleinen Gehirngefäßen (Small Vessel Disease): Sie werden im MRT als Läsionen sichtbar und können bei Bluthochdruck-Patienten auf eine drohende Demenz-Gefahr hinweisen. Hypertoniker, bei denen die Läsionen in den Hohlräumen (Ventrikeln) des Gehirns zunehmen, haben demnach ein mehr als sechsfach erhöhtes Risiko für kognitive Beeinträchtigungen.

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Demenz: 10 Anzeichen von Alzheimer, die man kennen sollte

Gesicht von Seniorin
1. Gedächtnisverlust: Er ist eines der häufigsten Symptome bei Alzheimer. Betroffene vergessen beispielsweise kürzlich erlernte Informationen, wichtige Daten oder Ereignisse und wiederholen ständig Fragen. Zudem benötigen sie immer häufiger Gedächtnisstüzen wie etwa Notizen zur Erinnerung oder elektronische Geräte. Bei Tätigkeiten, die sie bislang eigenständig durchgeführt haben, brauchen Alzheimer-Erkrankte schließlich die Unterstützung durch Familienmitglieder. Ein Gedächtnisverlust kann demnach den Alltag und das tägliche Leben Betroffener beeinträchtigen. Das sporadische Vergessen von Namen oder Terminen, an die man sich später wieder erinnert, zählt hingegen zu den typischen altersbedingten Veränderungen. © edbockstock/IMAGO
Senioren spielen Brettspiel
2. Schwierigkeiten bei gewohnten Aufgaben zu Hause, in der Arbeit oder in der Freizeit: Während eine gelegentliche Hilfestellung, um beispielsweise eine Fernsehsendung aufzunehmen oder eine Mikrowelle einzustellen, zu den typischen altersbedingten Veränderungen gehört, haben Menschen mit Alzheimer häufig Probleme bei der Durchführung alltäglicher Aufgaben. Manche Betroffene haben beispielsweise Probleme, sich an die Regeln eines bekannten Spiels zu erinnern. Oder sie haben Schwierigkeiten, an einen bekannten Ort zu fahren oder am Arbeitsplatz ein Budget zu verwalten. © Kzenon/IMAGO
Seniorin schreibt
3. Herausforderungen bei Planung und Lösung von Problemen: Typisch für Alzheimer ist die Veränderung von Fähigkeiten, mit Zahlen umzugehen und zu arbeiten oder einen Plan zu entwickeln und auszuführen. Manche Betroffene haben Schwierigkeiten, den Anleitungen eines Rezepts zu folgen. Außerdem fällt es ihnen oftmals schwer, den Überblick über monatliche Rechnungen zu behalten. Hinzu kommen meist Konzentrationsschwierigkeiten. Für bestimmte Tätigkeiten benötigen sie außerdem mehr Zeit als früher. Gelegentlich Fehler beim Ausfüllen von Bankformularen zu machen, kann bei gesunden älteren Menschen hingegen normal sein. © Marcos Osorio/IMAGO
Seniorin hält sich Hand an Kopf
4. Verwirrung bei Zeit und Ort: Verwechseln ältere Menschen einmal den Wochentag, erinnern sich später aber wieder, dann zählt dies zu typisch altersbedingten Veränderungen. Alzheimer-Erkrankte verlieren jedoch jeglichen Bezug zu Daten, Jahreszeiten und dem Zeitverlauf. Daher haben sie häufig Probleme, Dinge zu verstehen, die nicht im gegenwärtigen Augenblick passieren. Bisweilen vergessen sie auch, wo sie gerade sind und wie sie dort hingekommen sind.  © designpics/IMAGO
Mann liest Zeitung
5. Probleme beim Verstehen von visuellen Eindrücken und räumlichen Zusammenhängen: Fehlsichtigkeit kann bei manchen Menschen ein Anzeichen für Alzheimer sein. Meist treten Schwierigkeiten beim Lesen, beim Einschätzen von Entfernungen sowie bei der Bestimmung von Farben und Kontrast auf. Zudem ist auch die Wahrnehmung häufig beeinträchtigt. So können Betroffene an einem Spiegel vorbeigehen und dabei denken, dass eine andere Person im Raum ist. Sie können demnach nicht mehr begreifen, dass sie selbst die Person im Spiegel sind. Eine Veränderung des Sehvermögens durch beispielsweise einen grauen Star zählt hingegen zu den typischen Veränderungen im Alter und stellt kein Anzeichen für Alzheimer dar.  © imagebroker/IMAGO
Älterer Mann
6. Vermindertes oder schlechtes Urteilsvermögen: Veränderungen im Urteilsvermögen sind ein typisches Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung. Betroffene tun sich schwer, Entscheidungen zu treffen oder zeigen ein schlechtes Urteilsvermögen beim Umgang mit Geld. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass sie große Beträge bei Teleshops ausgeben. Außerdem achten sie weniger auf Sauberkeit und halten sich auch selbst nicht mehr sauber.  © Jan Tepass/IMAGO
Seniorin sitzt auf Bett
7. Probleme beim Schreiben oder Sprechen von Wörtern: Ältere Menschen haben manchmal Probleme, das richtige Wort zu finden. Fällt es ihnen jedoch zunehmend schwer, einer Unterhaltung zu folgen oder an ihr teilzunehmen, kann dies auf eine Alzheimer-Erkrankung hindeuten. Dabei kann es vorkommen, dass Erkrankte mitten in einem Gespräch aufhören zu reden oder nicht wissen, wie sie fortfahren sollen. Zudem wiederholen sie sich öfters. Auch das Vokabular kann ihnen Probleme bereiten. Dabei fällt es ihnen schwer, das richtige Wort zu finden oder sie bezeichnen Gegenstände mit dem falschen Namen wie etwa „Hand-Uhr“ anstatt „Armbanduhr“. © Marcos Osorio/IMAGO
Seniorin sitzt auf Sessel
8. Verlegen von Gegenständen und Verlust der Fähigkeit, Schritte nachzuvollziehen: Alzheimer-Betroffene legen Dinge bisweilen an ungewöhnlichen Plätzen ab. Außerdem können sie etwas verlieren und sind jedoch nicht mehr in der Lage, die Schritte nachzuvollziehen, um den Gegenstand wieder zu finden. In einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit können Personen mit Alzheimer Misstrauen bis hinzu Wahnvorstellungen entwickeln. So kann es vorkommen, dass sie andere des Diebstahls bezichtigen. Typischerweise können sich diese Vorfälle im Laufe der Zeit häufen. Anders ist es, wenn ältere Menschen hin und wieder Dinge verlegen und sie später dann wiederfinden, indem sie die Schritte nachvollziehen. Hier besteht kein Grund zur Sorge, denn diese Phänomen gehört zu den typischen altersbedingten Veränderungen. © Marcos Osorio/IMAGO
Seniorin steht am Fenster
9. Rückzug von sozialen Aktivitäten oder Arbeiten: Alzheimer-Betroffene vermeiden wegen der Veränderungen, die sie erleiden, häufig Gesellschaft. Sie ziehen sich beispielsweise von sozialen oder sportlichen Aktivitäten, Hobbys – da sie vergessen, wie man diese ausführt – oder auch Arbeitsprojekten zurück. Manchmal haben sie zunehmend Schwierigkeiten, bei ihrer Lieblingsmanschaft auf dem Laufenden zu bleiben.  © Sergio Victor Vega/IMAGO
Seniorin sitzt an Tisch
10. Veränderungen der Stimmung und der Persönlichkeit sowie Depressionen: Sowohl die Stimmung als auch der Charakter eines Menschen kann sich im Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung verändern. Verwirrt, misstrauisch, depressiv, ängstlich oder unruhig sind typische Zustände. Außerdem können Betroffene leicht aus der Fassung geraten. © palinchak/IMAGO

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Ute Grabowsky/photothek.de/IMAGO

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