Wichtige Hinweise für Kunden

Weitreichende Kassenzettel-Änderung in Österreich – Hunderte Filialen betroffen

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Kunden von Discountern in Österreich fällt die Änderung wohl sofort auf: Auf den Kassenzetteln ist ab sofort ein wichtiger Hinweis aufgedruckt.

Kassel – Ein wichtiger Hinweis, sofort griffbereit im Alltag: Kassenzettel zweier großer Discounterketten in Österreich tragen ab sofort die Notrufnummern und Hilfsangebote für Betroffene von Gewalt gegenüber Frauen auf sich. Ab Samstag (25. November 2023) sehen Kunden der Märkte Hofer und Spar 16 Tage lang dort die Hinweise.

Die Aktion ist eine Antwort auf die alarmierend hohe Zahl an Femiziden und schweren Gewaltausübungen an Frauen im laufenden Jahr. Das Frauenministerium, das Bundesministerium für Inneres/Kriminalamt in Österreich sowie der Handelsverband arbeiteten für die Aktion zusammen.

Notrufnummern für Frauen auf Kassenbons bei Hofer und Spar in Österreich

Der 25. November wurde als Startpunkt symbolisch gewählt, denn dies ist der internationale Gedenktag für alle Mädchen und Frauen, die Opfer von Gewalt wurden. Die Aktion läuft bis zum internationalen Tag der Menschenrechte am 10. September. Die abgedruckten Notrufnummern auf den Kassenzetteln sind etwa der Polizeinotruf Österreichs (113), die Frauen-Helpline (0800 222 555), der Opfer-Notruf der österreichschen Justiz (0800 112 112) oder des Gewaltschutzzentrums (0800 700 217).

Hofer-Konkurrent Spar druckt die Hinweise nicht nur auf Kassenzettel, sondern diese auch in seine App. Hans K. Reisch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei Spar, äußerte: „Wertschätzung und Respekt sind wichtige Werte in unserer Unternehmenskultur. Bei Spar hat daher jegliche Form von Gewalt keinen Platz. Es ist bedauerlich, dass Gewalt noch in vielen Bereichen unserer Gesellschaft so vorherrschend ist.“ Hierbei kooperiert Spar bereits seit 2019 mit dem Verein Autonome Frauenhäuser Österreichs.

Auf den Kassenzetteln in Österreich ist ein Hinweis für die Opfer von Gewalt gegen Frauen vermerkt.

Schnelle Hilfe für Frauen per Telefon: In Deutschland die 116 016 wählen

Auch das österreichische Aldi-Äquivalent Hofer macht bei der Aktion mit. Das Unternehmen erklärte, dass „jedes Opfer von Gewalt eines zu viel“ sei und es wichtig sei, „Opfer über die richtigen Anlaufstellen zu informieren“. 530 Hofer-Filialen beteiligen sich an der Aktion. Die Betroffenen erhalten durch die Hinweise auf Kassenzetteln niederschwellig direkten Zugang zu Schutzeinrichtungen. Auf diese Art müssen sie die Nummern im Notfall nicht exta nachschlagen.

Auch hierzulande gibt es Hilfe und Notrufnummern für betroffene Frauen. In Deutschland wurde das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben eingerichtet. Die Stelle ist unter der Nummer 116 016 erreichbar. Betroffene sollten außerdem die 110 für die Polizei, die 112 für Feuerwehr und Rettungsdienste, sowie die 116117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst kennen. Auch regionale Vereine und Anlaufstellen für Betroffene gibt es, wie die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt bei der evangelischen Familienbildungsstätte im hessischen Eschwege.“ (cgsc)

Rubriklistenbild: © Imago/Zoonar.com

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