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Bei der hypothalamischen Amenorrhö bleibt die Periode ohne ersichtlichen Grund aus. Hinter den Beschwerden kann jedoch ein vermeintlich „gesunder Lebensstil“ stecken.
Stress, ein strenger Ernährungsplan und zu viel Sport können ebenso wie verschiedene Erkrankungen hinter dem Ausbleiben der Monatsblutung stecken. Verzögert oder setzt die monatliche Blutung aus, bedeutet dies daher nicht automatisch eine Schwangerschaft. Bleibt die Regelblutung plötzlich aus, sollten Frauen die Ursachen dafür jedoch unbedingt abklären lassen. Denn pendelt sich der Zyklus von selbst nicht wieder ein, kann eine sogenannte hypothalamische Amenorrhö dahinterstecken. Diese ist in der Regel auf einen für den Körper besonders stressigen Lebensstil zurückzuführen.
Ausbleiben der Menstruation: Ursachen und mögliche Gründe
Bei dem Ausbleiben der Regelblutung, auch als Amenorrhö bezeichnet, unterscheiden Mediziner der Pharmazeutischen Zeitung zu Folge zwischen zwei verschiedenen Formen. Bei der primären Amenorrhö setzt die Menstruation bei Mädchen in der Pubertät bis zum sechszehnten Lebensjahr nicht ein. Häufig sind Störungen des Hormonsystems dafür verantwortlich. Bei erwachsenen Frauen kann neben einer Funktionsstörung der Eierstöcke auch eine stressbedingte Veränderung des Hypothalamus dahinterstecken. In diesem Fall sprechen Experten von einer sekundären oder hypothalamischen Amenorrhö.
Der Hypothalamus reguliert bei gesunden Frauen verschiedene hormonelle Vorgänge sowie Körperfunktionen. Stressregulation, Hunger- und Sättigungsgefühl, aber auch der weibliche Zyklus werden durch ihn gesteuert. Gerät der Hypothalamus aus dem Gleichgewicht, wirkt sich dies daher auch auf die Menstruation aus. Besonders häufig sind laut den Frauenärzten im Netz Leistungssportlerinnen und Frauen mit starkem Untergewicht betroffen. „Stress kann den Hypothalamus in seiner Arbeit beeinträchtigen, wodurch weniger Gonadotropin freigesetzt wird. Dieser Botenstoff wird allerdings benötigt, damit die weiteren hormonbildenden Organe wiederum das luteinisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH) produzieren“, erklärt Bloggerin und Hormonexpertin Sina Oberle gegenüber Stylebook.
Stress für den Körper: Hormone Östrogen und Progesteron geraten aus dem Gleichgewicht
„Bei einer hypothalamischen Amenorrhö, nimmt der Hypothalamus so viel Stress wahr, dass er die Hormonproduktion im Körper so weit wie möglich herunter reguliert“, erklärt Julia Schultz, Hormon-Coachin und Buchautorin, gegenüber dem Wissenschaftsmagazin Geo.de. Hinter dem Stress kann sowohl eine zu niedrige Kalorienzufuhr oder aber zu viel Sport stecken. Dies wirkt sich besonders auf die Hormone Östrogen und Progesteron aus, welche im weiblichen Zyklus entscheidende Rollen übernehmen.
Gerade junge Frauen, die einem strengen Ernährungsplan mit strengen Sporteinheiten folgen, sind daher nicht selten von der hypothalamischen Amenorrhö betroffen. Bleibt die Periode über längere Zeit aus, kann es in Folge des Hormonmangels zu langfristigen Problemen kommen. Haarsausfall. Osteoporose oder Schlafprobleme sowie ein unerfüllter Kinderwunsch stehen im Zusammenhang mit dem hormonellen Ungleichgewicht.
Hypothalamische Amenorrhö: Ernährung umstellen und weniger Sport treiben
Da die betroffenen Frauen in der Regel einen gesunden Lebensstil führen, ist vielen zunächst unklar, was hinter den Beschwerden stecken könnte. Wichtigste Maßnahme bei einer hypothalamischen Amenorrhö ist allerdings, die „gesunde“ Ernährung und intensiven Sporteinheiten zu hinterfragen. So reicht es in vielen Fällen aus, weniger Sport zu treiben und über den Tag mehr Kalorien zu sich zu nehmen.
„Bei der Ernährung ist regelmäßiges Essen unabdinglich. Es ist sehr wichtig, keine Mahlzeiten auszulassen“, erklärt Julia Schultz. Vor allem gesunde Fette und Kohlenhydrate sollten daher auf dem Speiseplan stehen.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.
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