Grundsicherung

Ausnahmefälle beim Bürgergeld in Deutschland: Was junge Menschen bekommen

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Junge Menschen haben in Bezug auf das Bürgergeld besondere Rechte. Doch trotz der vermeintlichen Vorteile kritisieren Experten das aktuelle System.

Kassel – Das Bürgergeld soll die Grundsicherung für den Lebensunterhalt von Personen sicherstellen, die arbeitssuchend oder bedürftig sind. Auch Kinder sind dabei einbezogen. Die Höhe der Auszahlung hängt vom Stand der Person ab. Für junge Menschen und Kinder gibt es Ausnahmefälle und Sonderregelungen, die Beziehende von Bürgergeld beachten sollten.

Rund zwei Millionen Kinder auf Bürgergeld angewiesen – diese Ausnahmen gelten für junge Menschen

Rund zwei Millionen Kinder in Deutschland sind auf Bürgergeld angewiesen, wie tagesschau.de berichtet. Die Armutsquote von Kindern unter 18 Jahren liegt laut Berechnungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung deutlich über der Gesamtbevölkerung. Rund 2,9 Millionen Kinder unter 18 Jahren in Deutschland gelten als arm. In Bezug auf das Bürgergeld bietet der Staat immerhin einige Möglichkeiten, um jungen Menschen den Ausbruch aus der Armut etwas zu erleichtern.

Junge Menschen haben in Bezug auf das Bürgergeld besondere Rechte. (Symbolbild)

Eine Ausnahmeregelung für junge Menschen, die vom Bürgergeld abhängig sind, ist ein erhöhter Freibetrag, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mitteilt. Egal ob Betroffene in einer Ausbildung sind, studieren, Bundesfreiwilligendienst machen oder selbst Bürgergeld beziehen: Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahr dürfen Betroffene 520 Euro ihres Einkommens behalten. Zum Vergleich: Ab dem 26. Lebensjahr werden bereits 100 Euro des Einkommens an das Bürgergeld angerechnet.

Junge Menschen auf Bürgergeld angewiesen: Einkommen aus Ferienjob ist frei und wird nicht angerechnet

Auch das Einkommen eines Ferienjobs bleibt in Bezug auf das Bürgergeld unbeachtet und steht jungen Menschen vollkommen zur Verfügung. Wer unter 26 Jahre alt ist und an berufsvorbereitenden Maßnahmen teilnimmt, bekommt zudem einen Bürgergeldbonus in Höhe von 75 Euro.

Voraussetzungen zur Beantragung von Bürgergeld

Sie sind mindestens 15 Jahre alt und Sie haben die Altersgrenze für Ihre Rente noch nicht erreicht. Sie wohnen in Deutschland und haben hier Ihren Lebensmittelpunkt. Sie können mindestens 3 Stunden pro Tag arbeiten. Sie oder Mitglieder Ihrer Bedarfsgemeinschaft sind hilfebedürftig.

Quelle: arbeitsagentur.de

Außerdem haben junge Menschen bis 25 Jahre einen Schutz vor Überzahlung von Bürgergeld. Normalerweise ist es üblich, dass Grundsicherungsleistungen zurückgefordert werden, sollte diese zu Unrecht ausgezahlt worden sein. War die Person jedoch zum Zeitpunkt der Auszahlung noch minderjährig, wird das Geld nur noch zurückverlangt, wenn das Vermögen des Betroffenen beim Eintritt der Volljährigkeit über 15.000 Euro beträgt.

Wie hoch sind die Regelsätze des Bürgergelds?

Alleinstehende563 Euro
Paare je Partner/Bedarfsgemeinschaften506 Euro
Volljährige in Einrichtungen451 Euro
Jugendliche von 14-17 Jahre471 Euro
Kind von 6-13 Jahre390 Euro
Kind von 0-5 Jahre357 Euro

Experten kritisieren Bürgergeld und zukünftige Pläne für Kindergrundsicherung

Trotz der vermeintlichen Vorteile für junge Menschen in Bezug auf das Bürgergeld hagelt es von Experten starke Kritik. So bezeichnete Bernd Siggelkow, Gründer der Hilfsorganisation „Arche“, die Politik um das Bürgergeld als „Verbrechen an unseren Kindern“. Ohnehin sollen neue Pläne der Bundesregierung in Deutschland Kinderarmut bekämpfen, auch wenn es für die Umsetzung der Kindergrundsicherung bereits erhebliche Zweifel von Experten gibt.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Thomas Trutschel

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