VonRobin Dittrichschließen
Ein Auto-Frachter steht vor der niederländischen Insel Ameland in Flammen. Die Löscharbeiten gestalten sich in der Nordsee laut eines Sprechers schwierig.
Ameland – Vor der niederländischen Insel Ameland sind dicke Rauchwolken zu sehen. Grund ist ein Brand auf einem Auto-Frachter, der dadurch zu sinken droht. Bisher kam ein Mensch der Besatzungscrew ums Leben, weitere wurden verletzt.
Auto-Frachter steht in Flammen – Löscharbeiten gestalten sich schwierig
Nachdem der Auto-Frachter „Fremantle Highway“ in der Nacht zu Mittwoch (26. Juli) in Flammen geriet, kämpfen Rettungskräfte gegen ein Sinken des Schiffes. Geht das Schiff mit einer Menge Treibstoff und etwa 3000 Autos an Bord unter, droht eine Umweltkatastrophe. Wie ein Sprecher jetzt mitteilte, gestalten sich die Löscharbeiten rund um die „Fremantle Highway“ als überaus schwierig. Es ist demnach nicht möglich, den Brand an Bord zu löschen: „Wenn viel Wasser an Bord kommt, wirkt sich das auf das Schiff aus“, gab der Sprecher der Küstenwache an. Die Küstenwache geht davon aus, dass das Feuer noch mehrere Tage brennen könnte.
Auch ein Löschen der Elektroautos sei nicht einfach, ein Abschleppen des in Flammen stehenden Schiffes soll ebenfalls nicht ohne Weiteres möglich sein: „Es ist nicht zum Abschleppen geeignet. Wenn man das Schiff mit einer Länge von 200 Metern an einen anderen Ort bringen möchte, braucht man wirklich einen größeren Schlepper“, zitiert telegraaf.nl den Sprecher der Küstenwache. Um ein Abschleppen zu bewerkstelligen, müssten Leute an Bord des brennenden Schiffes sein. Die Besatzung sprang jedoch teils knapp 30 Meter in die Nordsee, um sich zu retten. Inzwischen hat das 18.500 Tonnen schwere Schiff Schlagseite. Vor Schiffsbränden durch Elektroautos warnte die Allianz bereits im Mai.
Die Küstenwache geht davon aus, dass das brennende Schiff sinken wird
Ziel der Küstenwache und des Bergungsunternehmens ist es, die „Fremantle Highway“ an einen Hafen zu schleppen. „Weitere Personen und Ausrüstung sind auf dem Weg zu unserem Notschlepper Guardian, um zu sehen, wie die Situation an Bord ist“, heißt es von der Küstenwache. Obwohl es schnell gehen muss, brauchen die Vorbereitungen wohl etwas Zeit: „Sicherheit geht vor.“ Ob das brennende Schiff überhaupt abgeschleppt werden kann, ist eher unklar, die Küstenwache geht aktuell nicht davon aus.
Ursprünglich waren 23 Besatzungsmitglieder aus Indien an Bord, die das Feuer aus eigener Kraft löschen wollten. Als das nicht gelang, brachten sie sich in Sicherheit, sieben von ihnen sprangen über Bord. Ein Besatzungsmitglied starb auf dem brennenden Schiff, einige weitere wurden verletzt. Die Ursache für den Brand ist nach wie vor unklar. Falls der Auto-Frachter sinken sollte, ist ein Schiff unterwegs, das das austretende Öl auffangen soll. Trotz dieser Möglichkeit, „bedeutet ein Sinken des Schiffes eine Umweltkatastrophe für die Nordsee und das Wattenmeer“, sagte ein Sprecher der Stiftung De Noordzee. (rd mit afp/dpa)
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