Uhrzeit egal

Nur, wenn sie zwei ungesunde Routinen etabliert haben: Nachtmenschen sterben früher als Frühaufsteher

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Sie gehen gerne sehr spät ins Bett? An sich ist das keine ungesunde Angewohnheit – sofern Sie zwei Regeln befolgen. Finnische Forschende werteten die Daten von knapp 23.000 Zwillingen aus.

Rund sieben bis acht Stunden solle man täglich schlafen. So eine gängige Empfehlung. Denn nachts regeneriert der Körper und tankt neue Energie. Wer ausreichend schläft, ist in der Regel weniger anfällig für Infekte und beugt auch quälender Tagesmüdigkeit vor. Finnische Forschende haben jetzt herausgefunden, dass die Zubettgehzeit keine wirkliche Rolle spielt. Egal ob Nachteule oder Lerche: Gesundheitliche Nachteile ergeben sich für keine der zwei Gruppen – sofern die Nachteulen zu später Stunde auf Alkohol und Zigaretten verzichteten.

Die Studienergebnisse der beiden Forscher Christer Hublin und Jaakko Kaprio von der Universität Helsinki wurden im Fachjournal Chronobiology International – The Journal of Biological and Medical Rhythm Research veröffentlicht. Analysiert wurden die Daten einer finnischen Zwillingsstudie mit knapp 23.000 Männern und Frauen, die von 1981 bis 2018 verlief.

Nachteulen verstarben früher an Herzkrankheiten als Frühaufsteher

Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie: Menschen, die spät ins Bett gingen, hatten ein geringfügig erhöhtes Risiko für die Gesamtsterblichkeit. Besonders Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen kamen bei den Nachteulen häufiger vor als bei den Lerchen, die früh zu Bett gingen.

Nachteulen leben unter gewissen Umständen gefährlicher als Lerchen – so das Ergebnis einer finnischen Studie.

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Doch das ist nicht auf den Chronotyp zurückzuführen, so die finnischen Forscher. Sie beschreiben in ihrer Studie Alkohol und Rauchen als die wahren Gründe für das höhere Risiko von Nachteulen, einen frühzeitigeren Tod zu sterben.

Was bedeutet der Begriff „Chronotyp“?

Mit „Chronotyp“ bezeichnet man die Unterschiede im biologischen Rhythmus eines Menschen, insbesondere in Bezug auf den Schlaf-Wach-Zyklus. Es beschreibt die Tendenz einer Person, eher ein Morgenmensch oder ein Spätaufsteher zu sein.

Sie schreiben: Das „Modell zeigte einen Anstieg der Gesamtmortalität um neun Prozent für die Gruppe der Abendtypen, wobei dies hauptsächlich auf Rauchen und Alkohol zurückzuführen war. Die Bedeutung dieser Faktoren wird dadurch unterstrichen, dass bei den Nichtrauchern, die höchstens einen leichten Alkoholkonsum hatten, keine erhöhte Sterblichkeit beobachtet wurde. (...) Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Chronotyp nur einen geringen oder gar keinen unabhängigen Beitrag zur Sterblichkeit leistet“.

Stress nachhaltig reduzieren – mit bewährten Entspannungstechniken

Frau macht Yoga-Pose
Meditation ist eine Technik, mit deren Hilfe man in den Moment findet, statt sich in Gedanken zu verlieren. Wie die Techniker Krankenkasse weiter informiert, lernen Sie im Rahmen der Mediation, Gedanken kommen und gehen zu lassen, ohne diese festzuhalten oder zu bewerten. Das Ziel: Abstand zum alltäglichen Stress gewinnen. Krankenkassen, Yoga-Studios und auch viele Fitnessstudios bieten Kurse an. Auch mithilfe von Apps kann man ausprobieren, ob Meditation etwas für einen ist.  © Marcos Castillo/Imago
Frau macht Yoga-Übung
Yoga kräftigt und dehnt auch die tiefliegenden Muskelgruppen. Doch die fernöstliche Lehre, die viele körperliche, aber auch geistige Übungen umfasst, kann mehr. Denn die Entspannungsübungen im Yoga verlangsamen die Atmung, was beruhigende Wirkung auf den gesamten Organismus hat. Wer sich ausprobieren möchte, sieht sich mit einer Fülle von Angeboten konfrontiert. Yoga- und Fitnessstudios, aber auch Krankenkassen und Volkshochschulen bieten Kurse an.  © svyatoslav lipinskiy/Imago
Junge Frau liegt in Sportklamotten auf einer Yoga-Matte.
Viele Menschen schwören auf progressive Muskelentspannung, wenn sie zur Ruhe kommen wollen. Das Prinzip dahinter: Durch gezielte An- und Entspannung der Muskeln verringert sich die Aktivität der Nerven und die psychische Anspannung nimmt ab. Wie die AOK weiter informiert, kann man nach vorheriger Anleitung durch einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten die Übungen auch selbstständig durchführen. © Ivan Gener/Imago
Frau liegt mit geschlossenen Augen im Gras
Autogenes Training ist ein Entspannungsverfahren, das über gedankliche Konzentration zur Ruhe finden lassen soll. Hier werden nicht, wie bei der progressiven Muskelentspannung, Muskeln bewusst angespannt und entspannt. Wie die Neurologen und Psychiater im Netz weiter informieren, ist es viel mehr eine Art Selbsthypnose, die beim autogenen Training stattfindet. Mithilfe von Mantra-artigen Übungsformeln (z. B. „Der rechte Arm ist ganz schwer“ oder „Der rechte Arm ist ganz warm“) soll erreicht werden, dass der gesamte Organismus zur Ruhe kommt. Kurse finden Sie unter anderem bei Ihrer Krankenkasse und der Volkshochschule.  © Olga Pankova/Imago
Frau atmet tief durch an der frischen Luft.
Atemtechniken helfen dabei, starken Stress zu reduzieren. Bei Anspannung flacht die Atmung in der Regel ab, die Luft wird nicht weiter als in den Brustraum eingeatmet. Eine ruhige, regelmäßige Bauchatmung führt aber dazu, dass sich Muskeln entspannen und der Körper besser durchblutet wird. Auch der Blutdruck kann so gesenkt werden. Und so sieht eine gesunde und tiefe Bauchatmung nach der 4/7/11-Regel aus: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen und das ganze 11 Minuten durchhalten. © Imago
Fröhliche, in eine Decke gehüllte junge Frau sitzt mit einer Tasse heißer Schokolade auf der Terrasse eines Bungalows
Achtsamkeit hat sich der Techniker Krankenkasse zufolge in vielen Studien als wirksam zur Stressreduktion erwiesen. In anerkannten Kursen zur „Mindfulness Based Stress Reduction“ würden Techniken erlernt werden, die helfen, im Hier und Jetzt statt in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu sein – und das nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ein wichtiger Aspekt: Achtsam sein bedeutet, jegliche Bewertung aus den Gedanken zu verbannen. Der Moment, die Atmung, die Geräusche im außen werden also ausschließlich wahrgenommen, man denkt an nichts.  © Aleksei Isachenko/Imago
Frau wandert auf den Heimgarten
Viele Menschen machen intuitiv das Richtige, wenn sie sich gestresst fühlen. Sport empfinden viele als sehr gutes Ventil, um Druck abzulassen. Der Techniker Krankenkasse zufolge zählt Sport zwar nicht zu den typischen Entspannungstechniken, man spricht vielmehr von einer sogenannten passiven Methode.  © Imago
Frau liegt in der Badewanne
Zu den sogenannten passiven Methoden zählt nicht nur der Sport. Auch eine entspannte Auszeit in der Badewanne, ein Spaziergang oder Zeit mit einem guten Buch können den Stresslevel enorm senken, indem sie Zufriedenheitserlebnisse schaffen, so die Techniker Krankenkasse.  © Imago

Mehr Informationen zur StudieChronotype and mortality - a 37-year follow-up study in Finnish adults

Veröffentlichungsdatum: 15. Juni 2023

Untersuchungszeitraum: 1981 bis 2018

Veröffentlicht im Fachjournal Chronobiology International – The Journal of Biological and Medical Rhythm Research

Umfang: 23.854 Studienteilnehmer

Studienautoren: Finnisches Forscherteam Christer Hublin und Jaakko Kaprio von der Universität Helsinki

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Ute Grabowsky/Imago

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