Schlau Gärtnern

Früher und länger in der Saison Gemüse ernten: So bauen Sie ein Mistbeet

  • schließen

Mit einem wärmespendenden Mistbeet können Sie Ihre Gemüseernte um Wochen vorziehen und verlängern. Sie können auch ein Hochbeet dafür nutzen.

Im Spätwinter können es viele Hobbygärtner kaum abwarten, mit dem Gemüseanbau in die Gartensaison zu starten. Doch wer kein Gewächshaus hat, wird sich noch etwas gedulden müssen. Es sei denn, man legt ein Mistbeet an, das wie eine natürliche Heizung funktioniert. Mit dieser traditionellen alten Methode können sogar Anfänger arbeiten – Sie benötigen nur frischen Mist, Bretter und eine Abdeckung aus Glas oder Folie. Besonders einfach gelingt es mit einem schon vorhandenen Hochbeet.

Was ist ein Mistbeet und welche Vor- und Nachteile hat es?

Ein Mistbeet benötigt nicht viel Platz und liefert natürliche Wärme.

Ein Mistbeet ist eine Art Frühbeet, das mit frischem Pferde- oder Kuhmist gefüllt wird. Die Verrottungsprozesse im Mist erzeugen mithilfe von Mikroorganismen Wärme, die das Beet beheizt und somit frühes Pflanzenwachstum ermöglicht. Ein Mistbeet bietet eine hervorragende Möglichkeit, den Gemüseanbau zu beschleunigen und die Erntezeit um zwei bis drei Wochen verlängern, heißt es in der Sendung Querbeet im BR Fernsehen. Durch die natürliche Wärme können Sie bereits ab Februar mit der Aussaat und dem Pflanzen beginnen. Diese nachhaltige Methode ist nicht nur umweltfreundlich, sondern spart auch Energiekosten, die bei der Nutzung eines beheizten Gewächshauses anfallen würden. Außerdem können Sie organische Abfälle sinnvoll zu nutzen.

Ein Mistbeet hat aber nicht nur Vorteile: Die tägliche Pflege kann zeitaufwendig sein, und bei unsachgemäßer Handhabung besteht die Gefahr, dass Pflanzen durch Ammoniakgase oder starke Sonneneinstrahlung Schaden nehmen können.

Noch mehr spannende Gartenthemen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Schritt-für-Schritt: So legen Sie ein Mistbeet an

  1. Vorbereitung des Standorts: Der Beetkasten in beliebiger Größe sollte aus Betonplatten oder Holz bestehen und nach Süden ausgerichtet sein, um maximale Sonneneinstrahlung zu erhalten, rät MDR Garten. Im Idealfall können Sie ein bestehendes Frühbeet oder Hochbeet dazu nutzen.
  2. Befüllen des Mistbeets: Heben Sie die Erde 40 bis 60 Zentimeter tief aus und schichten Sie etwa 20 Zentimeter frischen Mist in die Grube. Besprühen Sie den Mist mit kaltem Wasser und stampfen Sie ihn fest. Die mit Kompost gemischte, ausgehobene, feinkrümelige Erde als oberste Schicht etwa 30 Zentimeter hoch einfüllen.
  3. Abdeckung und Belüftung: Decken Sie das Beet mit passenden Glasscheiben oder einer lichtdurchlässigen Folie mit Rahmen ab, um die Wärme zu halten, und lüften Sie es täglich, um Ammoniakgase entweichen zu lassen.

Achten Sie auf frischen Mist

Es ist wichtig, das Beet mit frischem Mist zu füllen, den man beispielsweise auf Reiterhöfen bekommt. Abgelagerter Mist würde nicht genug Wärme bilden. Als Schutz vor Wühlmäusen kann man den Boden unter dem Mist mit engmaschigem Draht auslegen. Die Abdeckung des Beets sollte dicht sein, sodass die gebildete Wärme im Beet nicht entweichen kann. Dichten Sie Ritzen notfalls mit Erde ab. 

Clever versorgt mit zehn Gemüsesorten, die Sie auch im Winter anbauen können

Eine frisch gepflanzte Rhabarber-Jungpflanze
Rhabarber ist sehr winterhart, die Pflanzen können an milden Tagen im November noch in die Erde. ©  Jochen Tack/Imago
Eine Frau setzt Knoblauchzehen in die Erde
Sogar im November und im Februar ist es möglich, Knoblauchzehen zu setzen.  © Westend61/Imago
Keimendes Weizengras in der Nahaufnahme
Vor allem im Hochbeet keimen Süßgräser wie Gersten- oder Weizengras auch im Winter. © Panthermedia/Imago
Kerbelrüben in der Nahaufnahme
Fast vergessene Gemüseart: Die Kerbelrübe (Chaerophyllum bulbosum) ist ein Frostkeimer und kann noch im Dezember gesät werden. © Leemage/Imago
Junge Spinatblätter wachsen im Beet
Spinat lässt sich wie auch Radieschen schon im Januar ins Frühbeet säen. © Panthermedia/Imago
Eine Meerkohlpflanze im Beet
Die Aussaat des Meerkohls (Crambe maritima) erfolgt im November oder Dezember im Freiland. © alimdi/Imago
Ein Mann erntet mit einer Schere Erbsen-Jungpflanzen (Microgreens)
Microgreens – das junge Gemüse von Brokkoli, Erbsen & Co. ist nach zwei Wochen erntereif. © Mint Images/Imago
Ein Beet mit frisch geernteten Möhren, in dem ein Hund sitzt
Wer man Möhren im Februar direkt ins Beet sät, kann sie ab Mai ernten.  © Mint Images/Imago
Topinamburknollen werden aus nassem Boden geerntet, daneben Gummistiefel
Ernte und Anbau liegen beim Topinambur nah beieinander: Vor dem ersten Frost können die Knollen noch in die Erde. © Westend61/Imago
Ein Korb mit Winterportulak
Der Name ist Programm: Winterportulak gedeiht auch bei Kälte im Beet oder im Gewächshaus. © Westend61/Imago

Pflanzenauswahl und Pflege des Mistbeets

Bevor das Beet bepflanzt wird, ist es laut dem BR Fernsehen sinnvoll, etwa fünf Tage zu warten. Radieschen, Kohlrabi oder Salat sind ideale Pflanzen für das Mistbeet, ob als Aussaat oder Jungpflanzen. Zu einem späteren Zeitpunkt können Tomaten- und Gurkenpflanzen einziehen. Achten Sie darauf, das Beet täglich zu lüften und regelmäßig zu gießen, um optimale Wachstumsbedingungen zu gewährleisten. Je nach Wetterbedingungen sollte die Abdeckung variieren. Bei starker Sonneneinstrahlung kann eine Strohmatte Schutz bieten. Auch bei Kälte kann das Beet zusätzlich mit Strohmatten isoliert werden.

Rubriklistenbild: © imagebroker/Imago

Kommentare