VonSebastian Oppenheimerschließen
Ein Autounfall ist stets ein schockierendes Ereignis. Es ist wichtig, schnell zu reagieren – aber dennoch bedacht. Fünf Schritte, die entscheidend sind.
Immer mehr Assistenzsysteme werden in Neuwagen Pflicht – und sollen das Autofahren immer sicherer machen. Und dennoch können sie Unfälle natürlich nicht gänzlich verhindern. Als besonders gefährliches Pflaster für Verkehrsunfälle gelten Landstraßen. Ein Unfall kommt immer überraschend – und wenn es kracht, schießt der Puls in die Höhe. Umso wichtiger ist es daher, sich schon einmal im Vorfeld zu informieren, was im Notfall zu tun ist – dann fällt es auch leichter, die Nerven zu bewahren, wenn der Ernstfall eintritt.
1. Einen Überblick verschaffen – und Ruhe bewahren
Auch wenn es schwierig ist: Es ist extrem wichtig, nach einem Unfall, einen kühlen Kopf zu bewahren. Zunächst einmal sollte das Fahrzeug, wenn möglich, sicher abgestellt werden – am besten mit eingeschalteter Warnblinkanlage und möglichst weit rechts am Straßenrand. Der Eigenschutz steht an erster Stelle, daher ist das Tragen einer Warnweste unerlässlich. Diese sollte noch vor dem Verlassen des Autos angelegt werden. Bewegen Sie sich vorsichtig am Fahrbahnrand am besten hinter der Leitplanke. Behalten Sie immer den Verkehr im Auge und verschaffen Sie sich einen Überblick über die Situation: Wie viele Personen sind verletzt? Gibt es Gefahren, die sofortiges Handeln erfordern?
2. Unfallstelle absichern
Noch bevor Sie den Notruf absetzen oder sich um Verletzte kümmern, muss die Unfallstelle abgesichert werden, darauf weist der Auto Club Europa (ACE) hin. Das ist wichtig, damit sie weder sich selbst noch andere in Gefahr bringen. Hierzu ist das Warndreieck gut sichtbar aufzustellen. In Ortschaften sollte der Abstand zur Unfallstelle etwa 50 Meter betragen, auf Landstraßen 100 Meter und auf Autobahnen zwischen 150 und 400 Meter. Eine grobe Orientierung bieten die Leitpfosten am Straßenrand: Sie sind in der Regel in einem Abstand von 50 Metern aufgestellt.
3. Notruf absetzen
Sobald die Unfallstelle gesichert ist, sollten Sie den Notruf absetzen. Nutzen Sie Ihr Smartphone oder das „E-Call“-System moderner Fahrzeuge, um schnell Hilfe zu holen – eine weitere Möglichkeit sind Notrufsäulen entlang der Autobahn. Geben Sie beim Gespräch an, wo der Unfall passiert ist, was genau geschehen ist, wie viele Personen beteiligt sind und welche Verletzungen vorliegen. Vergessen Sie nicht, Ihre Kontaktdaten für Rückfragen zu hinterlassen. Auch sogenannte Stationszeichen können vielerorts bei der Standortbestimmung helfen – diese können sich in der Gestaltung aber von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.
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4. Unterstützung holen
Sind Sie allein an der Unfallstelle, sollten Sie – wenn nötig – andere Verkehrsteilnehmer um Hilfe bitten, rät der ACE. Machen Sie durch Winken und Gesten auf sich aufmerksam, um Unterstützung zu bekommen. Je mehr helfende Hände, desto besser können die Verletzten betreut werden.
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5. Verletzten helfen
Bis die Rettungskräfte eintreffen, ist es entscheidend, Verletzten Erste Hilfe zu leisten. Laut dem ADAC kann man eigentlich nur eines falsch machen: Nichtstun. Versorgen Sie blutende Wunden und beruhigen Sie die Betroffenen. Überprüfen Sie bei bewusstlosen Personen die Atmung. Atmet die Person, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage, um die Atemwege freizuhalten. Ist keine Atmung feststellbar, beginnen Sie mit der Herzdruckmassage: 100-mal pro Minute mit einer Drucktiefe von fünf Zentimetern in der Mitte des Brustkorbs. Wechseln Sie zwischen 30-mal Drücken und zweimaliger Beatmung. Ein Tipp: Es gibt Lieder, die den richtigen Rhythmus für die richtige Reanimation vorgeben. Hier drei Beispiele:
- „Bad Romance“ – Lady Gaga
- „Stayin‘ Alive“ – Bee Gees
- „Dancing Queen“ – ABBA
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