VonSimon Monesschließen
Immer wieder steht Tesla Full Self-Driving in der Kritik. In Ohio wäre ein Mann nun fast mit seinem Model 3 in einen Güterzug gefahren. Offenbar nicht zum ersten Mal.
Die Full Self-Driving-Technologie von Tesla stand seit ihrer Einführung immer wieder in der Kritik. Einer der Hauptkritikpunkte ist, dass es sich um eine Beta-Version handelt, die von alltäglichen Fahrern auf öffentlichen Straßen getestet wird. Zudem war das System wiederholt an Unfällen beteiligt. Auch auf einer Testrunde mit Elon Musk versagte das FSD an einer Ampel. Und auch Züge scheinen dem System Probleme zu bereiten, wie nun ein Fall aus den USA zeigt.
Teslas Full Self-Driving kollidiert fast mit Zug: Fahrer reagiert in letzter Minute
In Ohio wäre ein Tesla-Besitzer kürzlich beinahe mit einem Güterzug kollidiert, der vor dem Elektroauto die Straße kreuzte. Im Tesla Motors Club teilte der Nutze cdotyii mehrere Videos des Vorfalls. Darin ist zusehen, wie er bei nebligen Bedingungen auf den Bahnübergang zufährt. Doch obwohl der Zug längst erkennbar ist, reagiert das FSD nicht.
Im letzten Moment greift cdotyii, der im echten Leben Craig Doty II heißt, ein und lenkt stark nach rechts. Die Kollision mit dem Zug kann der Tesla-Besitzer gerade noch verhindern, trifft aber ein Warnlicht vor dem Bahnübergang. Die Folge: Ein schwerer Schade an der Front des Model 3. Ein Foto von dem verunfallten Auto zeigt das ganze Ausmaß. So scheint etwa die Aufhängung gebrochen zu sein.
FSD rammt beinahe Zug – nicht zum ersten Mal
Erstaunlicherweise war es nicht der erste Vorfall dieser Art, den Doty mit dem FSD von Tesla erlebt hat. Im Forum Tesla Motor Club schreibt er: „Ich besitze meinen Tesla seit weniger als einem Jahr und in den letzten sechs Monaten hat er zweimal versucht, im FSD-Modus direkt in einen vorbeifahrenden Zug zu fahren.“ Der Vorfall in dem Video soll sich demnach bereits am 8. Mai ereignet haben.
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Die Vorfälle sollen sich jedoch an unterschiedlichen Bahnübergängen ereignet haben. Sein Fahrzeug sei jeweils das Erste an der Schranke gewesen. „Ich fahre jeden Morgen 90 Kilometer zur Arbeit und in 98 % der Fälle macht das FSD genau das, was es tun soll“, betont Doty.
Tesla-Fahrer will klagen – findet aber keinen Anwalt
Einige Nutzer des Forums zweifeln zunächst daran, dass das Full Self-Driving aktiviert war. Sie tippen stattdessen auf den Autopiloten. Das widerlegt Doty jedoch mit seinen Aussagen und Auszügen aus dem Datenspeicher des Tesla Model 3. Ein Nutzer wirft ihm zudem Versicherungsbetrug vor.
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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
„Dies ist kein Versuch eines ‚Versicherungsbetrugs‘. Es macht mir große Sorgen, dass das FSD-System einen zweimaligen Bahnübergang nicht erkannt hat“, betont der Tesla-Fahrer. Er zieht zudem eine Klage gegen den Autobauer in Betracht, allerdings will kein Anwalt den Fall übernehmen. Die Erfolgschancen sind ohnehin eher gering, in den meisten Fällen urteilten die Gerichte zugunsten von Tesla. Im Handbuch weist der Hersteller auch darauf hin, dass der Fahrer jederzeit eingreifen muss. Den Namen des Systems hat das US-Unternehmen inzwischen um den Zusatz Supervised ergänzt.
Rubriklistenbild: © Tesla Motor Club (cdotyii)

