VonSimon Monesschließen
Tödliche Unfälle oder plötzliche Bremsmanöver. Teslas Autopilot steht immer wieder in der Kritik. Vor einem US-Gericht gelang dem Autobauer nun ein Sieg.
War Teslas Autopilot an einem tödlichen Unfall Schuld oder nicht? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Gericht im kalifornischen Riverside. Das Verfahren endete mit einem Sieg des US-Autobauers. Neun der zwölf Geschworenen waren nach viertägiger Beratung der Meinung, dass das Assistenzsystem nicht verantwortlich war.
Verhandelt wurde ein Unfall mit einem Tesla Model 3 aus dem Jahr 2019, das auf einem Highway in Südkalifornien mit 105 km/h von der Straße abkam. Das Elektroauto krachte gegen eine Palme und ging in Flammen auf. Der 37-jährige Fahrer kam ums Leben, seine Verlobte und ihr Sohn überlebten schwer verletzt.
Unfall-Überlebende verklagen Tesla: Geschworene entscheiden für den Autobauer
Für die beiden Überlebenden war klar: Teslas Autopilot war schuld an dem tödlichen Unfall. Den Autofahrer würden jedoch ein falsches Gefühl der Sicherheit gegeben, obwohl der Autobauer von den Schwächen des Fahrassistenten wissen. Denn das ist der Autopilot und darauf weist auch Tesla hin.
Im Handbuch des Model 3 heißt es: „Behalten Sie die Hände immer am Yoke-Lenkrad (oder Lenkrad), und achten Sie auf die Straßenverhältnisse, den umgebenden Verkehr und andere Verkehrsteilnehmer (wie Fußgänger und Radfahrer). Halten Sie sich stets bereit, angemessen zu reagieren. Andernfalls kann es zu Schäden, Verletzungen oder tödlichen Unfällen kommen.“ Zudem werde das Fahrzeug durch keine dieser Funktionen „völlig autonom oder ersetzt Sie als Fahrer“. Das führte der Autobauer auch vor Gericht an. Der Unfall sei Folge menschlichen Versagens. Der Fahrer sei zudem alkoholisiert gewesen. Auch gebe es keine Belege dafür, dass der Autopilot vor dem Unfall aktiv gewesen sei. Dieser Argumentation folgten die Geschworenen. Bei einem tödlichen Unfall in Texas war der Autopilot laut den Behörden ebenfalls nicht schuld.
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Teslas Autopilot steht immer wieder in der Kritik
Für Elon Musk dürfte das Wasser auf die Mühlen sein. Denn der Tesla-Chef ist überzeugt von seinen Produkten und hat schon mehrmals vollautonome Autos versprochen. Stattdessen hagelt es Kritik am Autopilot und dem Full Self-Driving (FSD) – unter anderem vom Apple-Mitgründer Steve Wozniak. In einem anderen Verfahren musste Tesla sogar einen Teil des Kaufpreises eines Model X erstatten, weil das Gericht die Software für zu gefährlich hielt.
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Im Vergleich zur Konkurrenz fällt Tesla zudem immer weiter zurück. Sowohl der Autopilot als auch das FSD operieren lediglich auf Level 2. Dieses umfasst das teilautomatisierten Fahren. Hier kann das Auto einzelne Aufgaben übernehmen und etwa automatisch Einparken oder die Spurhalten. Funktionen, die in den allermeisten modernen Fahrzeugen zu finden sind.
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Hochautomatisiertes Fahren der Stufe 3 bieten bisher nur Mercedes und BMW an. Die Autos beider Hersteller dürfen auf Autobahnen in Staus oder bei dichtem Verkehr mit bis zu 60 km/h selbstständig fahren. Mercedes hatte mit dem Drive Pilot vorgelegt. BMW zog nun nach und will die Funktion bis Ende des Jahres für den 7er anbieten. Gesetzlich wären in Deutschland bis zu 130 km/h zulässig. Doch gerade die hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn bereiten den Ingenieuren Probleme. Bis zum vollautonomen Auto auf Level 5 ist es aber noch ein weiter Weg.
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