Verhalten der Vierbeiner richtig deuten

Ihr Hund gähnt? Das muss kein Zeichen von Müdigkeit sein – oft ist es eine Übersprungshandlung

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Gähnt der Vierbeiner in einer angespannten Situation, könnte er gestresst oder überfordert sein. Wie Hundehalter das Verhalten richtig einordnen können.

Ein herzhaftes Gähnen kann entspannend sein. Gilt das auch für Hunde? Grundsätzlich ja. Denn auch bei Tieren kann die Geste Stress abbauen. Ist das Gähnen ein Zeichen dafür, dass der Vierbeiner müde ist, gehen Sie mit ihm an die frische Luft und sorgen Sie dafür, dass er immer genügend Bewegung, aber auch genügend Schlaf hat. Sollte der Hund auffällig oft gähnen, suchen Sie zudem einen Tierarzt auf, denn nur er kann mögliche medizinische Gründe ausschließen. Es gibt jedoch noch andere Situationen, in denen Hunde zu gähnen beginnen – obwohl sie alles andere als müde sind.

1. Ihr Hund gähnt? Es könnte sich um ein Beschwichtigungssignal handeln

Gähnt der Hund, wenn er einem anderen Vierbeiner begegnet, deuten Kenner das typischerweise als Beschwichtigungssignal. Der Hund versucht mit dieser Geste, einen möglichen Konflikt zu entschärfen beziehungsweise durch das Gähnen die Situation zu entspannen. Übertragen auf die Kommunikation mit dem Menschen bedeutet das Gähnen in einer angespannten Situation oft etwas Ähnliches: Der Hund versucht zu beschwichtigen, etwa wenn Sie mit ihm geschimpft haben. Oder er mag es in dem Moment zum Beispiel nicht, dass er über den Kopf gestreichelt wird. Versuchen Sie, die Situation zu entspannen und akzeptieren Sie, wenn das Tier gerade lieber seine Ruhe hat. Loben Sie ihn aber in jedem Fall und reden Sie ihm gut zu, damit er sich entspannen kann.

Wenn Hunde gähnen, müssen sie nicht unbedingt müde sein.

2. Ihr Hund gähnt? Ein Zeichen, dass das Tier gestresst sein könnte

Hunde gähnen manchmal auch, wenn sie selbst gestresst oder aufgeregt sind. Der Stress kann positiv bedingt sein – zum Beispiel, wenn der Hund sich darauf freut, dass er Gassigehen darf. Oder es handelt sich um negativen Stress, wenn der Hund sich zum Beispiel alleingelassen fühlt oder in einer neuen Umgebung fremdelt. Schenken Sie dem Vierbeiner die nötige Aufmerksamkeit, seien Sie für ihn da und kommunizieren Sie mit ihm – auch Streicheleinheiten sind wichtig, genauso dass der Hund toben und spielen darf. Denn auch das kann entspannend wirken, genauso wie das Gähnen.

3. Ihr Hund gähnt? Oft handelt es sich um eine Übersprungshandlung

In vielen Fällen handelt es sich jedoch einfach um eine Übersprungshandlung, wenn Hunde gähnen. Vielleicht haben Sie dem Vierbeiner eine Aufgabe gestellt, die er nicht versteht. Oder aber er ist bei einer Begegnung mit anderen Hunden oder Menschen unsicher, wie er sich verhalten soll. Mit dem Gähnen verschafft er sich quasi eine Denkpause. Es kommt zudem auch vor, dass Hunde aus Verlegenheit zu gähnen beginnen. Beobachten Sie doch mal genauer, woran es liegen könnte.

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Hundesprache verstehen: So signalisieren Hunde ihre Liebe – Schlafplatz und Ablecken

Rastet ihr Hund vor lauter Freude sprichwörtlich aus, wenn er Sie sieht? Dann ist das ein Zeichen dafür, dass er sich unglaublich freut Sie wiederzusehen. Auch Hochspringen, Schwanzwedeln, Fiepen, Bellen und Lecken spricht für wahre Liebe und Freude darüber, dass Sie wieder da sind. (Symbolbild)
Rastet ihr Hund vor lauter Freude sprichwörtlich aus, wenn er Sie sieht? Dann ist das ein Zeichen dafür, dass er sich unglaublich freut Sie wiederzusehen. Auch Hochspringen, Schwanzwedeln, Fiepen, Bellen und Lecken spricht für wahre Liebe und Freude darüber, dass Sie wieder da sind. (Symbolbild) © Rene Traut/Imago
Nicht nur bei der Begrüßung ist Ablecken ein Liebesbeweis. Meist will er auch zwischendurch damit seine Zuneigung zum Ausdruck bringen. Doch nicht nur seine Liebe zeigt er damit, Ihr Vierbeiner möchte Sie so auch pflegen. Das Ablecken erfahren Hunde bereits im Welpenalter von ihrer Mutter aus genau denselben Gründen. (Symbolbild)
Nicht nur bei der Begrüßung ist Ablecken ein Liebesbeweis. Meist will er auch zwischendurch damit seine Zuneigung zum Ausdruck bringen. Doch nicht nur seine Liebe zeigt er damit, Ihr Vierbeiner möchte Sie so auch pflegen. Das Ablecken erfahren Hunde bereits im Welpenalter aus genau denselben Gründen von ihrer Mutter. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Nahen Körperkontakt möchten Hunde nur mit denen, die sie wirklich mögen. Kuschelt sich ihr Hund also gerne an Sie, ist das ein Liebesbeweis. (Symbolbild)
Nahen Körperkontakt möchten Hunde nur mit denen, die sie wirklich mögen. Kuschelt sich ihr Hund also gerne an Sie, ist das ein Liebesbeweis. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Hunde, die sich an ihre Besitzer lehnen, lieben ihren Menschen. Die Geste zeugt von Vertrauen. Macht er dies auch in beängstigenden Situationen, fühlt sich ihr Vierbeiner bei ihnen sicher. (Symbolbild)
Hunde, die sich an ihre Besitzer lehnen, lieben ihren Menschen. Die Geste zeugt von Vertrauen. Macht er dies auch in beängstigenden Situationen, fühlt sich ihr Vierbeiner bei ihnen sicher. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Bringt Ihr Hund Ihnen sein Lieblingsspielzeug? Wenn ja, schätzen Sie sich glücklich. Denn das teilt er gewiss nur mit denen, die er wirklich mag. Der ganz besondere Liebesbeweis ist es, wenn er es Ihnen sogar ohne Spielaufforderung gibt und präsentiert. (Symbolbild)
Bringt Ihr Hund Ihnen sein Lieblingsspielzeug? Wenn ja, schätzen Sie sich glücklich. Denn das teilt er gewiss nur mit denen, die er wirklich mag. Der ganz besondere Liebesbeweis ist es, wenn er es Ihnen sogar ohne Spielaufforderung gibt und präsentiert. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Kommt ihr Hund auf Sie zu, wenn Sie traurig sind? Mit seinen feinen Instinkten spürt er Ihre schlechte Stimmung meist sofort und möchte Ihnen helfen. Einen größeren Liebesbeweis kann es vermutlich gar nicht geben. (Symbolbild)
Kommt ihr Hund auf Sie zu, wenn Sie traurig sind, gibt es kaum einen größeren Liebesbeweis. Mit seinen feinen Instinkten spürt er Ihre schlechte Stimmung meist sofort und möchte Ihnen helfen. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago
Hat ihr Hund Angst und sucht bei Ihnen Schutz schaut er meist nach oben, um zu sehen, wie Sie reagieren. Überwiegend macht ein Hund das aber nur, wenn er weiß, dass Sie solche Situationen im Griff haben. Ein riesengroßer Vertrauensbeweis, Ihnen gegenüber. (Symbolbild)
Hat ihr Hund Angst und sucht bei Ihnen Schutz schaut er meist nach oben, um zu sehen, wie Sie reagieren. Überwiegend macht ein Hund das aber nur, wenn er weiß, dass Sie solche Situationen im Griff haben. Ein riesengroßer Vertrauensbeweis, Ihnen gegenüber. (Symbolbild) © Frank Sorge/Imago
Die Zuneigung des Hundes, zeigt sich auch darin, dass er gern in Ihrer Nähe schläft. Und wer nicht unbedingt das Bett mit dem Vierbeiner teilen möchte, kann ihm ein Körbchen in die Nähe stellen. So machen Sie ihren Vierbeiner mit Sicherheit glücklich. (Symbolbild)
Die Zuneigung Ihres Hundes, zeigt sich auch darin, dass er gern in Ihrer Nähe schläft. Und wer nicht unbedingt das Bett mit dem Vierbeiner teilen möchte, kann ihm ein Körbchen in die Nähe stellen. So machen Sie ihren Vierbeiner mit Sicherheit glücklich. (Symbolbild) © Westend61/Imago

3. Ihr Hund gähnt? Damit kann er seine Sympathie zum Ausdruck bringen

Dass Gähnen „ansteckend“ ist, gilt offenbar nicht nur, was uns Menschen betrifft. Auch Hunde können Studien zufolge Empathie für ihr Gegenüber empfinden, und das in Form des Gähnens zum Ausdruck bringen. In dem Fall ist es also eine Reaktion darauf, wenn Herrchen oder Frauchen selbst gähnen. Eine andere Geste der Zuneigung und Vertrautheit ist es Kennern zufolge, wenn ein Hund seiner Bezugsperson an den Händen leckt.

Rubriklistenbild: © JohnxDaniels/Ardea/Imago

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