VonMichelle Manteyschließen
Sparkasse verschickt Kündigungsandrohungen wegen Gebührenerhöhung und Betrüger nutzen diese für neue Betrugsmasche. Darauf sollten Kundinnen und Kunden achten.
München – Erst vor wenigen Wochen kündigte die Sparkasse eine Erhöhung der Kontogebühren an. Eine gesetzliche Änderung zwingt die Banken jedoch dazu, vorab eine Zustimmung ihrer Kunden einzuholen. Eine Erhöhung ohne Zustimmung ist somit rechtswidrig. Stimmten Kunden nicht zu, droht ihnen die Kündigung. Diese aktuellen Veränderungen machen sich nun auch Betrüger zunutze.
In sogenannten Phishing-E-Mails versenden die Betrüger Informationsschreiben im Namen der Banken. Auch wenn diese E-Mails täuschend echt aussehen, so handelt es sich dabei häufig um eine Betrugsmasche. Die Betrüger gehen dabei perfide vor, drohen Sparkassenkunden ebenfalls mit einer Kündigung oder Kontensperrung. Oft sind die E-Mails kaum von den tatsächlichen Kündigungsschreiben der Sparkasse zu unterscheiden.
Betrüger verschicken falsche Kündigungsschreiben im Namen der Sparkasse
Einen entscheidenden Unterschied zwischen den Phishing-Mails und den tatsächlichen Schreiben der Bank gibt es jedoch: Banken nehmen zu ihren Kunden nur Kontakt per Post oder über das Postfach im Online-Banking auf. Um zum Online-Banking Bereich zu gelangen, sollte auf keinen Fall ein Link in der E-Mail angeklickt werden. Die Sparkasse warnt ihre Kunden auf ihrer Homepage vor der Eingabe persönlicher Daten auf Phishing-Seiten. Die Betrüger können sich so Zugang zum Online-Banking verschaffen.
Folgende weitere Merkmale können auf einen möglichen Betrug hinweisen:
- Es wird auf einen dringenden Handlungsbedarf hingewiesen: Banken müssen eine ausreichende Frist gewähren und Kunden gegebenenfalls mahnen.
- Eingabe persönlicher Daten erforderlich: Banken fordern niemals die Eingabe der Daten per Mail, Telefon oder SMS.
- Es ist ein Link enthalten. Dieser führt zu einer Seite auf, der dazu aufgefordert wird, persönliche Daten einzugeben. Die Seite kann auch täuschend echt aussehen, beispielsweise wie die offizielle Webseite für Online-Banking.
- Kunden werden zum Download aufgefordert: Durch den Download könnten Viren oder ein sogenanntes „trojanisches Pferd“ auf das Smartphone oder den Computer gelangen. Mithilfe von einer speziellen Schadsoftware können Betrüger an die Online-Banking-Daten gelangen.
- Quelle: Verbraucherzentrale
Sparkasse warnt vor Betrug per Mail oder SMS
Für den Monat August meldet die Sparkasse besondere Vorsicht bei SMS oder E-Mails mit dem Betreff: „Die Umstellung auf das Sparkassen Secure+ ist notwendig“, „Vorname Nachnahme, Ihr Konto wird am nn. Juli vorübergehend gesperrt“ oder „Das neue Sраrkаssеn Secure+“.
Um auf das Online-Banking mit dem dazugehörigen Postfach zuzugreifen ist es besser auf dem Smartphone die offizielle App aufzurufen. Alternativ kann über das Eingabefeld im Internetbrowser die offizielle Homepage der Bank direkt eingegeben werden. Ist man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen auf eine Phishing-Mail hereingefallen, so ist schnelles Handel erforderlich. Zunächst sollte die Bank kontaktiert werden. Wichtig ist es, alle Konten umgehend zu sperren, um sich vor möglichen Abbuchungen zu schützen.
Zudem sollten nach Hinweis der Verbraucherschutzzentrale alle Passwörter geändert und der PC oder das Smartphone auf mögliche Viren geprüft werden. In solchen Betrugsfällen kann auch eine Strafanzeige bei der Polizei gestellt werden. Im Fall eines Rentners aus Bayern konnten Telefonbetrüger durch die Polizei gefasst werden. Der Betrüger gab vor, seine Tochter sei bei einem Unfall gestorben. (mima)
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