Aktuelle Studie

Gefahr für Ältere: Stürze können Demenzentwicklung beeinflussen

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Innerhalb eines Jahres nach einem Sturz erkranken Senioren signifikant öfter an Demenz. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Forschern aus den USA.

Ein Sturz kann im Alter verheerend sein: Schwache Knochen und eine nachlassende Muskulatur erhöhen die Chancen auf einen Handgelenks-, Oberschenkel- oder Hüftbruch. Mit jedem Sturz steigt allerdings auch das Risiko für die Entwicklung einer späteren Alzheimer- oder Demenzerkrankung, wie US-amerikanische Forscher in einer aktuellen Studie herausgefunden haben. Wie sehr, hängt von der Schwere und Häufigkeit der Verletzungen ab. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Jana Network Open veröffentlicht. 

Erhöhtes Demenzrisiko nach Stürzen: Vor allem ältere Patienten betroffen

Stürze haben schwerwiegende Folgen auf das Gehirn von älteren Menschen.

In der aktuellen Studie untersuchte das Team des Brigham and Women’s Hospital in Boston die Daten von zwei Millionen älteren Erwachsenen, die eine Verletzung erlitten hatten. Bei rund 10,6 Prozent der Patienten, die in dieser Zeit stürzten, wurde später eine Demenz diagnostiziert. Verglichen mit anderen Verletzungen waren Stürze mit einem um 21 Prozent höherem Risiko für eine zukünftige Demenzdiagnose verbunden. 

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Stürze führen den Forschern zufolge demnach zu einer Verschlechterung des Gehirnzustands, die zu Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen führen kann. „Es ist möglich, dass Stürze als Sentinel-Ereignis dienen, das ein zukünftiges Risiko für Demenz darstellt“, erklärt Studienleiter Alexander Ordoobadi. Bei einem Sentinel-Ereignis handelt es sich um ein unerwartetes Ereignis, das zu schwerwiegenden Folgen wie körperlichen oder psychischen Schäden bis hin zum Tod führen kann. 

Demenz- und Alzheimer-Risiko durch Ernährung senken: Mit zwölf Lebensmitteln das Gehirn schützen

Avocados.
Hmm, lecker, Avocado! Die aus botanischer Sicht zu den Beeren gehörende Frucht schützt dank ihres pflanzlichen Stigmasterol vor einem frühzeitigen Ausbruch von Alzheimer. Zwar zählen sie zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die besonders fettreich sind. Doch handelt es sich rein um ungesättigte Fettsäuren, die gesund halten. Durch das enthaltene Enzym Lipase wird der Fettabbau sogar aktiviert. Avocados sind reich an Folsäure, Vitamin K, D, B6 und E sowie Kalium und Calcium. © LuboIvanko/Imago
Schalen mit Johannisbeeren, Heidelbeeren, Kirschen
Dunkle Beeren wie Schwarze Johannisbeeren und Heidelbeeren sind nicht nur dank ihrer Polyphenole sehr gesund. Auch ihr hoher Anteil an Vitamin C senkt nachweislich die Plaquebildung in den Gefäßen, was als Risikofaktor für Demenz und Alzheimer gilt. Täglich eine Handvoll dunkle Beeren schützt das Gehirn! © Westend61/Imago
Zucchinis
Essen Sie auch regelmäßig Zucchini! Das grüne Gemüse ist reich an Kalzium, Magnesium, Eisen, B-Vitaminen, Vitamin A (Provitamin A) und Vitamin C. Zucchini wirkt nicht nur entzündungshemmend. Es soll auch das Wachstum von Krebszellen verringern und aufgrund seiner großen Mengen an Stigmasterol den Ausbruch von Alzheimer verzögern. © Alex Salcedo/Imago
Aubergine
Auberginen zählen nicht nur zu den Gemüsesorten, die eine Fettleber wieder heilen können. Auch ihr pflanzliches Sterol schützt das Gehirn vor einer Demenz und Alzheimer. © zhekos/IMAGO
Brokkoli
Wer regelmäßig Brokkoli isst, kann einer Alzheimer-Erkrankung vorbeugen beziehungsweise sie hinauszögern. Denn Brokkoli ist reich an Antioxidanzien, was die Gehirnzellen stärkt und schützt. © monticello/Imago
Teller mit Erbsen
Erbsen zählen zu den proteinreichen Hülsenfrüchten. 100 Gramm frische grüne Erbsen enthalten ca. 5,4 Gramm Protein, das zum Muskelaufbau und Knochenwachstum dient. Gleichzeitig schützen die enthaltenden Folsäure und Polyphenole das Gehirn. © Image Source/Imago
Schale mit roten Bohnen
Bohnen sind im wahrsten Sinne Nervennahrung. Reich an B-Vitaminen, Folsäure sowie den wertvollen Polyphenolen, können Bohnen bei regelmäßigem Verzehr die Gehirnleistung fördern. B-Vitamine regen die Kommunikation zwischen den Zellen an, steigern die Leistungsfähigkeit des Gehirns und schützen vor Gedächtnisstörungen. Achtung: Kochen Sie die Bohnen vor dem Verzehr! Mehr als sechs Bohnen können gerade bei Kindern durch das enthaltene giftige Eiweiß Phasin zum Tod führen. © Image Source/Imago
Es sind verschiedene Sorten Linsen zu sehen (Symbolbild).
Linsen dürfen mindestens dreimal in der Woche auf den Teller kommen. Denn durch ihre B-Vitamine, Folsäure und Polyphenolen übernehmen Hülsenfrüchte einen schützenden Effekt im Gehirn. © YAY Images / Imago
Walnüsse
Nüsse sind besonders gut fürs Gehirn. Beispielsweise Walnüsse sind reich an Antioxidantien, das heißt, sie schützen vor schädlichen Stoffen und können dadurch Eiweißablagerungen im Gehirn verhindern. Auf diese Weise kann Alzheimer vorgebeugt werden. Auch das Voranschreiten einer bereits bestehenden Alzheimer-Erkrankung kann verlangsamt werden. © C3 Pictures/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Neben Zucchini, Auberginen, Brokkoli, Nüssen und Heidelbeeren, zählen auch Oliven sowie Olivenöl zu den Lebensmitteln, die Alzheimer vorbeugen können. Die in Olivenöl enthaltenen Polyphenole schützen und stärken die Gehirnzellen. Laut „Deutsche Herzstiftung“ senkt Olivenöl nachweislich auch das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen, der Arteriosklerose. Forscher vermuten, dass das Risiko für Alzheimer mit bestehender Arterienverkalkung steigt. © Panthermedia/Imago
Lachsfilet
Lachs zählt zu den Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, das nicht nur zu viel LDL-Cholesterin senken können. Der Verzehr von Lachs ist dank seiner langkettigen Omega-3-Fettsäuren für den Zellstoffwechsel im Gehirn besonders förderlich, so die Alzheimer Forschung Initiative e. V. © Martin G. Dr. Baumgä/Imago
Kabeljaufilet mit Rosmarinzweig in der Bratpfanne.
Auch Kabeljaufisch zählt zu den besonders gesunden Fischen: sehr zu empfehlen für Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion, dank des hohen Jodgehalts, und unterstützend für die Zellerneuerung zur Vorbeugung gegen Demenz und Alzheimer. Essen Sie ein- bis zweimal pro Woche den empfohlenen Fisch, um die Abwehrbereitschaft des Gehirns zu steigern und den Energiestoffwechsel zu verbessern. © Shotshop/Imago

Rund 20 Prozent der Betroffenen entwickeln eine Demenz 

Bereits frühere Studien untersuchten welche Langzeitfolgen eine Kopfverletzung haben kann. Wissenschaftler der Universitäten Washington und Aarhus fanden in einer großangelegte Untersuchung, bei denen sie die Daten von rund 2,8 Millionen dänischen Patienten auswerteten, heraus, dass Stürze das Risiko steigern, an Alzheimer oder anderen Demenzen zu erkranken. Laut dem US-amerikanischen Center for Disease Control and Prevention (CDCP) sind Stürze die häufigste Verletzungsursache bei älteren Erwachsenem. Jeder vierte Senior stürzt den Experten zufolge mindestens einmal pro Jahr. Diese Verletzungen können langfristige Folgen für die Patienten haben, wie die Verschlechterung der allgemeinen Gesundheit, einem Verlust der Unabhängigkeit oder ein höheres Sterberisiko. 

 „Wir behandeln die Verletzungen, bieten Rehabilitation an, übersehen jedoch oft die zugrunde liegenden Risikofaktoren, die zu Stürzen beitragen, obwohl es immer mehr Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Stürzen und kognitivem Abbau gibt“, erklärte Erstautor Alexander Ordoobadi, Assistenzarzt in der Abteilung für Chirurgie am Brigham in einer Pressemitteilung. Die Forscher mahnen behandelnde Ärzte daher, nach einem Sturz unbedingt kognitive Tests durchzuführen, um die Früherkennung von Demenz zu verbessern. 

Rubriklistenbild: © Dreamstime/Imago

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