Abstand wahren

Wie Sie richtig handeln, wenn Sie ein verletztes Wildtier im Garten finden

  • schließen

Wenn man plötzlich einen verletzten Vogel oder einen Fuchs im Garten findet, ist guter Rat oft teuer. Experten nennen die richtige Vorgehensweise.

Instinktiv möchte man ein verletztes Tier im Garten wohl in eine weiche Kiste legen und mit Wasser und etwas Futter aufpäppeln, bis es von alleine wieder davonfliegen oder -laufen kann. Doch das ist nicht sinnvoll und gesetzlich oft gar nicht erlaubt. Experten geben stattdessen hilfreiche Tipps, wie man sich verhalten sollte.

Die wichtigste Regel: Kommen Sie dem Tier nicht zu nahe

Bei herrenlosen oder verletzen Wildtieren wie Rehen im Garten ist besondere Vorsicht geboten – sie unterliegen dem Jagdrecht.

Ob Fuchs oder Reh – vor allem bei größeren Tieren neigt man schneller dazu, den Tierarzt oder gar die Feuerwehr anzurufen. Bei kleinen Tieren wie Igeln oder Siebenschläfern besteht eher Unsicherheit, ob man selbst helfen kann oder ob die Experten nötig sind. Dabei sollte man unbedingt die Tierart und die Schwere der Verletzung in Erwägung ziehen.

Dr. Andreas Kinser, der Leiter Natur- und Artenschutz der Deutschen Wildtierstiftung, erklärt dazu gegenüber Petbook.de: „Bei leichten Verletzungen, die das Tier vermutlich überleben kann, wäre es ratsam gar nichts zu unternehmen. Denn klar ist, dass es für ein wild lebendes Tier immer enormen Stress bedeutet, wenn es in die Obhut des Menschen genommen wird.“ Und das sei möglicherweise schädlicher für das Tier als die Verletzung selbst.

Was Experten bei dem Fund eines Tieres raten

Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt folgende Vorgehensweise bei der Sichtung eines anscheinend verletzten Tiers:

  1. Nicht zum Tier gehen: Beobachten Sie das Tier aus der Ferne eine Zeitlang (bei Unsicherheit am besten mehrere Stunden), ob es wirklich hilflos ist. Nur wenn es tatsächlich akut gefährdet oder von den Eltern verlassen ist, folgt Schritt 2.
  2. Rufen Sie beim örtlichen Tierschutzverein, einer Wildtierstation oder der örtlichen Naturschutzbehörde an. Die Experten raten Ihnen dann, was zu tun ist.
  3. Bringen Sie das Tier nicht ohne Rücksprache zur nächsten Auffangstation oder zum Tierarzt. Unter Umständen handelt es sich sogar um eine geschützte Tierart, die meldepflichtig ist. Dann könnten es sogar als Wilderei gelten, wenn Sie das Wildtier unaufgefordert mit ihrem Auto transportieren. Wenn Sie ein Wildschwein, einen Fuchs, einen Hasen oder ein Reh im Garten finden, kontaktieren Sie Jagdbehörde, Förster oder Polizei vor Ort.

Noch mehr spannende Gartenthemen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Die kleinsten Vögel der Welt: Einen finden Sie bestimmt auch in Ihrem Garten

Ein Wintergoldhähnchen auf einem Ast.
Das Wintergoldhähnchen ist mit acht Zentimetern Länge der kleinste Vogel Europas und findet im Winter auch seinen Weg in unsere Gärten. © Rolf Mueller/Imago
Ein Zaunkönig sitzt auf dem Boden.
Der Zaunkönig wiegt ein wenig mehr als das Wintergoldhähnchen und zählt damit ebenfalls zu den kleinsten Vögeln in Europa. Fliegen ist allerdings nicht seine Stärke, weswegen er sich oft hüpfend durch Unterholz fortbewegt. © H. Duty/Imago
Stutzschnabel sitzt auf Ast
Der Stutzschnabel lebt in Australien und gehört zur Ordnung der Sperlingsvögel. Er erreicht eine Länge von neun Zentimetern. © Auscape/Imago
Ein Schmetterlingsfink sitzt auf einem Ast.
Der Schmetterlingsfink fällt durch sein blau-braun gefärbtes Federkleid auf und erreicht eine Länge von zwölf Zentimtern. © David & Micha Sheldon/Imago
Eine Weidenmeise im Flug.
Die Weidenmeise lässt sich auch in Deutschland beobachten. Der Vogel lebt zum Beispiel in jüngeren Mischwäldern und feuchten Gebieten mit morschem Holz. Er erreicht eine Länge von zwölf Zentimetern. © victortyakht/Imago
Zwei Mexikozeisige auf einem Ast.
Der Mexikozeisig lebt in Nord- und Südamerika. Er erreicht eine Länge von elf bis zwölf Zentimetern. © Rolf Nussbaumer/Imago
Costa-Kolibri auf einem Ast.
Der Costa-Kolibri trägt aufgrund seines schimmernden Federkleides auch den Namen Veilchenkopfelfe. Der Vogel wird bis zu acht Zentimetern lang. © stevebyland/Imago
Eine Goldkopf-Beutelmeise sitzt auf einem Ast.
Wer die zehn Zentimeter lange Goldkopf-Beutelmeise sehen möchte, muss dafür nach Amerika und Mexiko. Dort lebt sie in Wüstentälern und versteckt sich in Dornengestrüpp. © S&D&K Maslow/Imago
Ein Fleckenpanthervogel sitzt auf einem Ast.
Der Fleckenpanthervogel gehört zu den Sperlingen und ist in Australien und Tasmanien heimisch. Er wird etwa neun Zentimeter lang. © Andreas Volz/Imago
Ein männlicher Bienenkolibri sitzt auf einem Ast.
Ein männlicher Bienenkolibri (Mellisuga helenae) ist kaum größer als eine Biene und damit der kleinste Vogel der Welt. © Kevin Elsby/Imago

Ein Tier ist dann wirklich hilfebedürftig, wenn es zum Beispiel offene Wunden oder einen gebrochenen Flügel hat, bewusstlos ist oder zittert. Das Bundesnaturschutzgesetz regelt nach § 45 Abs. 5, dass man wild lebende, verletzte, hilflose oder kranke Tiere vorübergehend aus der Natur entnehmen darf, um sie daheim gesundzupflegen. Vorausgesetzt, man lässt sie nach der Genesung unverzüglich wieder frei. Dies gilt aber nur für Tierarten, die nicht dem Jagdrecht unterliegen.

Da man dies als Laie jedoch nicht immer einschätzen kann und von den Tieren auch Verletzungs- oder Krankheitsgefahren ausgehen können, wird die Vorgehensweise des Deutschen Tierschutzbunds empfohlen.

Rubriklistenbild: © Reiner Bernhardt/Imago

Kommentare