VonJulia Hanigkschließen
Die Maut in Italien wird viel teurer – zumindest für Telepass-Kunden. Der Drive-Through-Anbieter dreht kräftig an der Preisschraube. Und nennt Gründe.
München – Wer mit dem Auto nach Italien reist, muss auf der Autobahn eine Maut zahlen. Die Gebühr wird je nach zurückgelegter Strecke berechnet und an Mautstationen erhoben – ohne Vignette. Stattdessen wird zunehmend auf elektronische Abrechnung gesetzt. Hierfür sind spezielle Fahrspuren und ein Sendegerät erforderlich. Dafür nutzen Vielfahrer häufig ein Abonnement-Abrechnungsmodell, das nun erheblich teurer wird.
Elektronische Mautgebühr für Abonnement-Kunden um 113 Prozent teurer
Telepass, der Hauptanbieter für elektronische Abrechnung, verdoppelt nämlich die Kosten für eine reibungslose Durchfahrt in seinem Abonnement-Angebot. Das System ermöglicht es, Mautstellen schnell und ohne Anhalten zu passieren. Kunden haben dafür eine sogenannte „Mautbox“ des Unternehmens in ihrem Auto installiert. Anstatt manuell zu zahlen und sich einzureihen, wird die Gebühr bei Fahrern mit dem Telepass-Abonnementmodell regelmäßig vom Bankkonto abgebucht. Telepass erhebt dafür eine monatliche Abonnementgebühr. Bisher betrug diese 1,83 Euro, jetzt wird der Preis um ganze 113 Prozent erhöht.
Ab dem 1. Juli müssen Telepass-Kunden eine Gebühr von 3,90 Euro zahlen, um das Durchfahrtssystem auf der Straße weiterhin wie gewohnt nutzen zu können. Wer das nicht möchte, kann den Vertrag bis zum 30. Juni ohne zusätzliche Kosten kündigen.
Telepass begründet die Preiserhöhung mit gestiegenen Kosten und Investitionen sowie der kontinuierlichen Verbesserung der angebotenen Dienstleistungen. Auch eine Neupositionierung des Angebots auf dem Markt sei notwendig. Die Erhöhung sei gerechtfertigt, da ein umfassender, digitaler Service für mobilitätsbezogene Zahlungen angeboten werden soll.
Günstige Alternativen für die Maut in Italien – Es gibt noch zwei weitere Anbieter
Wer weiterhin schnell durch die Mautschranke fahren möchte, muss entweder mehr zahlen oder einen anderen Anbieter wählen. Denn Telepass ist nicht das einzige Zahlungssystem für Autobahngebühren. Aufgrund einer EU-Richtlinie von 2019 sollen europäische Zahlungssysteme stärker zusammenarbeiten. Daher gibt es neben Telepass auch die Möglichkeit, die Gebühren über UnipolMove oder MooneyGo zu begleichen. Sie verlangen nur eine Abonnementgebühr von 1,50 Euro. Mit beiden Alternativen können alle Mautgebühren auf italienischen Autobahnen bezahlt werden.
Die Telepass-„Mautbox“ kann zwar im Ausland in Frankreich, Portugal, Spanien, Italien und Kroatien (ohne Istrien) verwendet werden. Für Fahrzeuge über drei Meter, wie zum Beispiel Wohnmobile, gibt es Mautboxen, die auch in Österreich anstelle von Kroatien genutzt werden können. Ein Anbieter dieser Mautbox ist das deutsche Start-up maut1.de.
Ein weiterer Anbieter ist Tollbird. Bei diesem funktioniert das Abomodell etwas anders. Statt einer monatlichen Gebühr werden pro Jahr 7,90 Euro abgerechnet plus 3,90 Euro für jeden Monat, in dem die Mautbox aktiv genutzt wird. Für einmalige Ausflüge und Urlaube bietet der ADAC auch einen Rechner an, mit dem die anfallenden Mautgebühren bereits vor der Fahrt ermittelt werden können. Denn wer von Deutschland nach Italien reist, muss zusätzlich zu den italienischen Gebühren auch eine Maut in Österreich entrichten. (jh)
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