Mehr Geld durch Klausel

Neue Grundsteuer und Nebenkosten – so viel zahlen Mieter an ihre Vermieter

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Die Grundsteuer-Reform sorgt aktuell für Aufregung in Deutschland. Auch Mieter fürchten jetzt steigende Kosten. Wer muss wie viel zahlen?

Die Grundsteuer ist ein fester Bestandteil der Nebenkostenabrechnung und wird von vielen Mietern oft übersehen. Dabei handelt es sich um einen großen Posten, der von den Hausbesitzern auf die Mieter umgelegt werden kann. Deshalb hat auch die neue Grundsteuer Auswirkungen auf Mieter. Doch wie viel zahlen Mieter tatsächlich, und was sollten sie über die Grundsteuer in der Nebenkostenabrechnung wissen? echo24.de klärt die wichtigsten Fragen.

Mieter zahlen sie in der Nebenkostenabrechnung: Was ist die Grundsteuer?

Die Grundsteuer ist eine jährliche Steuer, die für Grundstücke und Gebäude erhoben wird. Eigentümer sind gesetzlich verpflichtet, diese Steuer zu zahlen. Der Vermieter kann die Grundsteuer aber in voller Höhe auf den oder die Mieter umlegen. Voraussetzung dafür ist, dass im Mietvertrag die Zahlung von Nebenkosten vereinbart ist, zu denen nach der Betriebskostenverordnung (BetrKV § 2 Nr. 1) auch die Grundsteuer gehört, wie „Immoportal“ schreibt.

Doch wichtig zu wissen: Ohne entsprechende Klausel im Mietvertrag darf die Grundsteuer nicht auf den Mieter übertragen werden. Ist die Grundsteuer nicht vertraglich geregelt, müssen Hausbesitzer für Kosten der neuen Grundsteuer aufkommen.

Betrifft auch Mieter: Wie hoch ist die Grundsteuer in Deutschland?

Die Höhe der Grundsteuer hängt in Deutschland von drei Faktoren ab:

  • Grundstückswert (Einheitswert): Dieser wird von den Finanzämtern festgelegt und soll künftig durch die Grundsteuerreform aktualisiert werden.
  • Steuermesszahl: Ein bundesweit festgelegter Prozentsatz, der sich nach der Grundstücksart richtet.
  • Hebesatz der Gemeinde: Jede Kommune legt individuell fest, wie hoch der Hebesatz ist.

Beispiel für Grundsteuer:

  • Ein Grundstück mit einem Einheitswert von 100.000 €
  • Steuermesszahl: 3,5 Prozent (0,35 Prozent)
  • Hebesatz der Gemeinde: 400 Prozent

Berechnung der Grundsteuer nach dem Beispiel:
100.000 € × 0,35 Prozent = 350 € (Steuermessbetrag)
350 € × 400 Prozent = 1.400 € jährliche Grundsteuer

echo24.de verrät auch, welche Nebenkosten für Heizung, Wasser und Hausmeister normal sind.

Wie wird die Grundsteuer auf die Mieter umgelegt?

Die Grundsteuer zählt zu den sogenannten Betriebskosten, die der Vermieter gemäß der Betriebskostenverordnung (§ 2 BetrKV) auf die Mieter umlegen darf. Die Umlage erfolgt in der Regel anteilig, basierend auf der Wohnfläche.

Beispiel:

  • Ein Mehrfamilienhaus mit 10 Wohnungen, Gesamtwohnfläche: 1.000 m²
  • Eine Wohnung: 80 m²
  • Jahresgrundsteuer für das gesamte Gebäude: 2.000 €

Berechnung für den Mieter der Wohnung mit 80 m²:
(80 m² / 1.000 m²) × 2.000 Euro = 160 Euro jährliche Grundsteuer

Diese 160 Euro erscheinen dann in Ihrer jährlichen Nebenkostenabrechnung. Die Mieter zahlen demnach nicht an den Eigentümer, sondern kommen über die Nebenkosten für die anfallenden Kosten auf, die sonst der Hausbesitzer tragen müsste. Ein Beispiel zeigt, wie die Grundsteuer jetzt in Baden-Württemberg berechnet wird.

Wie viel Grundsteuer zahlen die Mieter 2025?

Ab 2025 tritt die Reform der Grundsteuer in Kraft. Dabei wird die bisherige Berechnung nach Einheitswerten durch ein neues System ersetzt, das den tatsächlichen Wert von Grundstücken und Gebäuden stärker berücksichtigt. In begehrten Wohngegenden oder Großstädten könnten die Grundsteuerkosten deshalb steigen, weil die Grundstückswerte höher sind.

Je nach Regelung im Mietvertrag müssen nicht die Eigentümer, sondern die Mieter für die Grundsteuer aufkommen. Die Steuer wird dann mit den Nebenkosten fällig. (Symbolfoto)

In ländlichen Regionen könnten Mieter dagegen von niedrigeren Grundsteuerkosten profitieren. Ob und wie sich die Reform auf Ihre Nebenkosten auswirkt, hängt aber auch von den neuen Hebesätzen der Kommunen ab.

Der Anteil der Grundsteuer an den Gesamtnebenkosten kann erheblich sein. Nach Angaben des „Deutschen Mieterbundes“ zahlten Mieter im Jahr 2024 je nach Region und Wohnfläche durchschnittlich 18 Cent Grundsteuer pro Quadratmeter und Monat. Im Jahr 2025 könnten die Kosten je nach Region höher oder niedriger ausfallen.

Rubriklistenbild: ©  IMAGO/Zoonar / IMAGO/CHROMORANGE / Montage: echo24

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