VonJohannes Nußschließen- Helmi Krappitzschließen
Mit Schockanrufen wollen Betrüger ihre ahnungslosen Opfer über den Tisch ziehen. Als neueste Masche wird nun Künstliche Intelligenz verwendet.
Wiesbaden – Schockanrufe sind eine beliebte Masche von Betrügern, die sich dabei häufig als Angehörige ausgeben. Die Täter täuschen eine finanzielle Notlage vor und lassen nicht locker, um an große Geldsummen zu kommen – meist Bargeld. Das Gefährliche: Nach der Übergabe verschwinden die Betrüger und sind nicht mehr aufzufinden. Opfer müssen sich von den Geldbeträgen meist für immer verabschieden.
Schockanrufe: So fallen Sie nicht auf die fiese Masche rein – Betrüger arbeiten mit Künstlicher Intelligenz
Mit einer neuen Masche setzen jetzt die Betrüger auch auf Künstliche Intelligenz und lassen die Stimmen der in einer Notlage befindlichen Person täuschend echt klingen. RTL berichtete jüngst von einer angeblichen Entführung, bei der sich das Entführungsopfer persönlich meldete. Die Stimme klang täuschend echt, die angebliche Anruferin war aber zu der Zeit bei dem Angerufenen zugegen.
Nun warnt das Bundeskriminalamt (BKA) auf seinem Portal vor einer Zunahme an Fällen der Betrugsmasche. Man solle sich am besten erst gar nicht auf das Gespräch einlassen, raten die Experten. Wer einfach auflegt, lässt sich erst gar nicht unter Druck setzen. Wichtig ist auch, dass Informationen zu persönlichen und finanziellen Verhältnissen niemals telefonisch preisgegeben werden.
Schockanrufe: Bundeskriminalamt rät, sich am besten nicht auf das Gespräch einzulassen
Außerdem: Oft geben sich Betrüger als Angehörige aus, die eine Straftat oder einen Verkehrsunfall verursacht haben und ins Gefängnis müssen. Betroffene werden dann massiv unter Druck gesetzt, eine vermeintliche „Kaution“ zu zahlen. Oft handelt es sich um mehrere Betrüger, die ein ganzes Schauspiel liefern, um realistisch zu wirken.
Das Bundeskriminalamt rät:
- Folgen Sie nicht den Aufforderungen der Anrufer. Lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln oder unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
- Geben Sie am Telefon keine Details zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen preis.
- Rufen Sie Ihre tatsächlichen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an.
- Denken Sie daran: Die Polizei oder vergleichbare Amtspersonen werden Sie niemals telefonisch um die Aushändigung von Bargeldbeträgen oder Wertsachen bitten.
- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Personen, die Sie nicht kennen.
- Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung oder Ihr Haus.
- Falls Sie einen solchen Anruf erhalten haben, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre örtlich zuständige Polizeidienststelle, um den Vorfall zur Anzeige zu bringen.
Sollten sich die Anruf-Betrüger als vertraute Person ausgeben, sollten Betroffene diese unter der bekannten Nummer anrufen. So lässt sich schnell klären, ob es sich um einen Betrug handelt.
Grundsätzlich sollten außerdem keine Unbekannten in die eigene Wohnung gelassen werden, empfiehlt das BKA. Bargeldbeträge und andere Besitztümer werden auch von Polizisten und ähnlichen Amtspersonen nicht an der Haustür eingefordert. Auch nicht über das Telefon: Betrüger täuschen auch gerne Anrufe von Beamten vor, um an hohe Geldsummen und Wertgegenstände zu gelangen. Echte Beamte bitten aber niemals telefonisch um die Aushändigung.
Wichtig: Im Fall eines Betrugsanrufs sollen Betroffene sich bei der örtlichen Polizeidienststelle melden – und den Vorfall anzeigen.
Telefonbetrug: Senioren öfter Opfer von Betrugsmaschen
Schockanrufe sind eine von vielen Betrugsmaschen. Und immer wieder sind sie erfolgreich. Besonders Senioren fallen auf die Tricks rein. Bei einem Schockanruf bei einer Kasseler Seniorin erbeuteten die Täter hochwertigen Schmuck. Sie dachte, sie bewahre ihren Neffen nach der Verursachung eines tödlichen Unfalls vor einer Haftstrafe. (hk)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Fotostand / K. Schmitt

