VonSebastian Oppenheimerschließen
Auf Reisen oder bei Bekannten können mobile Wallboxen das Laden des E-Autos beschleunigen. Der ADAC hat sieben Modelle getestet – aus ganz unterschiedlichen Preisregionen.
Als Neuwagen sind Elektroautos aktuell vielen Kunden schlichtweg zu teuer. Mit der Streichung der Förderprämie im Dezember 2023 gingen die Verkaufszahlen zurück – zuletzt zeigte sich das auch wieder an den E-Auto-Neuzulassungen im Juni. Wer jedoch gezielt auf der Suche nach einem gebrauchten Stromer ist, kann aufgrund des hohen Wertverlusts von Elektroautos momentan vielleicht sogar ein Schnäppchen machen. Aber egal, ob neues oder gebrauchtes E-Auto: Beim Kauf sollte man unbedingt neben der Reichweite auch immer die Lademöglichkeiten im Auge behalten. Ohne Wallbox daheim kann es im Alltag schnell stressig werden. Noch flexibler ist man mit sogenannten mobilen Wallboxen – der ADAC hat sieben Modelle getestet.
Mobile Wallbox als praktische Alternative zum langsamen „Notladekabel“
Unter einer Wallbox stellen sich die meisten eine fest in der Garage installierte Lademöglichkeit vor – wenig verwunderlich, schließlich legt dies ja auch schon der Wortteil „Wall“ (deutsch: Mauer) nahe. Allerdings gibt es auch sogenannte mobile Wallboxen, die in aller Regel deutlich mehr können als die oft zur Serienausstattung von E-Fahrzeugen gehörenden „Notladekabel“. Letztere können oft nur an haushaltsüblichen 230-Volt-Schuko-Steckdosen andocken und die Batterie maximal mit Ladeleistungen zwischen 1,8 und 3 kW füllen. Bei den Akkugrößen aktueller E-Autos dauert das Laden mit so einem Kabel extrem lange.
Mobile Wallbox: Ladeleistungen von bis zu 22 kW sind möglich
Die nun vom ADAC getesteten mobilen Wallboxen sind da deutlich leistungsfähiger: Sie lassen sich an einen dreiphasigen Drehstromanschluss andocken, wodurch Ladeleistungen von bis zu 11 oder gar 22 kW möglich werden. So lädt das Fahrzeug wesentlich schneller. Die mobilen Wallboxen können gerade auf Auslandsreisen praktisch sein, jedoch braucht es dazu teils einen Adapter, wie der Automobilclub hinweist. Das Elektroauto privat zu laden, ist nicht nur bequem – gegenüber öffentlichen Ladesäulen kommt man in aller Regel deutlich billiger weg. So schnitten die sieben getesteten Geräte ab:
| Modell | Preis | Gesamtnote |
|---|---|---|
| Juice Booster air EU traveller set | 1.449 Euro | 1,6 |
| DiniTech NRGkick 5m | 1.426 Euro | 1,8 |
| Green Cell Habu | 599 Euro | 1,8 |
| Mercedes Benz Flexibles Ladesystem Pro | 882 Euro | 1,8 |
| NEcharge One | 699 Euro | 2,1 |
| Lapp Mobile Ladestation Universal Set 11 kW | 599,95 Euro | 2,3 |
| Junsun SYCDQ316 (SY-IC3-AC1.0-16AT) | 190 Euro | 3,0 |
Teuerster Kandidat holt sich den Sieg im ADAC-Vergleich
Den Testsieg holte sich mit einer Gesamtnote von 1,6 die teuerste mobile Wallbox im Test: Der Juice Booster 3 Air kostet knapp 1.450 Euro. Er überzeugte die Tester unter anderem mit kompakten Abmessungen, praktischer Bedienung und einem umfangreichen Angebot an optionalen Wechseladaptern. Allerdings schnitten auch deutlich günstigere Modelle mehr als akzeptabel ab: Sechs von sieben Wallboxen erhielten ein gutes Gesamtergebnis. Die Kandidaten unterscheiden sich dabei vor allem in der Ausstattung.
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Auch die günstigste mobile Wallbox im Test technisch zuverlässig und sicher
Die mit Abstand günstigste Wallbox von Junsun (190 Euro) lande mit einer Note von 3,0 auf dem letzten Platz – allerdings vor allem aufgrund einer mageren Ausstattung. Dennoch zeigte sich das Produkt den Testern zufolge technisch zuverlässig und sicher. Bei der Kennzeichnung zeigte jedoch ein Mangel: Das gemäß Produktsicherheitsgesetz vorgeschriebene Herstellerlabel auf dem Typenschild fehlte – was zu einer Abwertung in der Kategorie „Sicherheit“ führte. Diese Angaben sind unter anderem wichtig, wenn beispielsweise Rückrufe aufgrund von Sicherheitsmängeln eingeleitet werden. Der Verbraucher müsse jederzeit erkennen können, ob sein Produkt betroffen sei.
Rubriklistenbild: © ADAC/Ralph Wagner

