Geplante Änderung der EU

Steigen die Preise im Supermarkt? Neue Plastiksteuer könnte Produkte verteuern

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Die EU verlangt von Unternehmen eine Plastiksteuer für Verpackungen. Die Mehrkosten könnten bald auch Supermarkt-Kunden in Deutschland treffen.

Verbraucher in Deutschland müssen seit geraumer Zeit immer wieder tiefer in die Taschen greifen: Auch im Supermarkt sind die Preise für einige Produkte deutlich gestiegen. Zuletzt ist der Preis für Butter explodiert, was das weihnachtliche Plätzchenbacken in diesem Jahr teurer machen dürfte. Wann Kunden wieder durchschnaufen können, ist fraglich: Ab 2025 könnte es zu weiteren Teuerungen kommen. Dann nämlich könnte die sogenannte Plastiksteuer in Deutschland fällig werden.

EU führt Plastiksteuer ein: Das steckt dahinter

Die Europäischen Union erhebt bereits seit dem 1. Januar 2021 von allen Mitgliedsstaaten eine Abgabe. Einige Staaten finanzieren das aus ihrem Haushaltsbudget – so bisher auch die deutsche Bundesregierung. Es gibt allerdings Staaten, die eine nationale Plastiksteuer erlassen haben, um die Abgaben an die EU durch die Einnahmen aus dieser Steuer zu refinanzieren. Konkret verpflichten die Staaten also nationale Unternehmen zu dieser Zahlung.

Beim Thema Plastik greift die Europäische Union seit einiger Zeit durch: Ab 2025 soll beispielsweise ein strenges EU-Verbot gelten, das Trinkflaschen, Plastikverpackungen und Co. betrifft. Darüber hat echo24.de kürzlich berichtet.

Neues Gesetz der EU: Plastiksteuer soll bald auch in Deutschland fällig werden

Laut „deutsche-recycling.de“ erwarten Experten, dass künftig immer mehr Staaten eine nationale Plastiksteuer erlassen werden. Auch in Deutschland ist das geplant. Gemäß einer Presseerklärung der Bundesregierung war die Einführung der Plastiksteuer, die schon einmal verschoben worden ist, ab dem 1. Januar 2025 geplant. Ganz sicher ist das allerdings noch nicht, da von Seiten des Finanzministeriums noch kein praktikables Modell gefunden worden ist. Wie der „Focus“ berichtet, könnte die Abgabe auch erst 2026 kommen.

Die Kunststoffindustrie zeigt sich grundsätzlich nicht begeistert. Ingemar Bühler vom Verband „PlasticsEurope“ schreibt auf deren Blog: „Eine einseitige Steuer auf Kunststoffverpackungen wird nicht zu der gewünschten Lenkungswirkung führen. Darauf weist auch das Umweltbundesamt hin.“

So könnte die Plastiksteuer Verbraucher in Deutschland treffen

Die Plastiksteuer, die bald in Deutschland erhoben werden könnte, wird zwar von den Plastikproduzenten fällig – diese könnten die Mehrkosten allerdings an die Verbraucher weiterreichen. Und das könnte sich bei den Supermarktkunden deutlich bemerkbar machen: Wie „Merkur.de“ aus Angaben des Plastikatlas 2019 ableitet, würde die Plastiksteuer die durchschnittliche Person in Deutschland jährlich 30,40 Euro kosten.

Kürzlich hat das Bundeswirtschaftsministerium auf der Plattform „X“ darauf hingewiesen, dass die Plastikproduzenten die Abgaben nicht zwingend 1:1 weitergeben müssen. Gänzlich unwahrscheinlich ist es allerdings nicht, dass Endverbraucher dies dennoch in höheren Preisen bemerken würden, sofern die Plastiksteuer 2025 eingeführt würde, berichten mehrere Medien.

Rubriklistenbild: © IMAGO / VWPics

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