Gemeinsame Nachtruhe

Hygiene-Problem oder gesunder Schlaf – darf der Hund ins Bett?

  • schließen

Diese Debatte spaltet die Gemüter: Dürfen Hunde mit ins Bett – oder nicht? Tatsächlich hat das Schlafen mit unseren flauschigen Freunden erstaunliche Folgen.

Für viele Besitzer sind Hunde mehr als nur Haustiere: Sie sind Familienmitglieder. Aus diesem Grund kommt Bello zu jedem Ausflug, Urlaub oder Feier mit. Zu Hause wiederum dürfen es sich die Vierbeiner nicht nur auf dem Sofa, sondern auch im Bett gemütlich machen. Viele Halter finden es ganz selbstverständlich, nachts mit ihrem pelzigen Gefährten zu kuscheln. Andere dagegen schrecken davor zurück und verweisen auf mangelnde Hygiene. Doch wer hat eigentlich Recht – gehören Hunde ins Bett oder nicht?

Hunde im Bett – Kuschelglück oder Hygiene-Problem?

Hund im Bett: Studien liefern klare Ergebnisse

Tatsächlich gibt es viele gute Gründe, Hunde im eigenen Bett schlafen zu lassen. Eine Studie der Mayo-Klinik aus den USA ergab, dass die Nähe der Tiere schlaffördernd sein kann. 41 Prozent der Studienteilnehmer konnten besser ein- und durchschlafen, wenn sie die Nähe ihres Vierbeiners spürten. Damit nicht genug: Die Probanden berichteten außerdem, dass sie sich geborgener und sicherer fühlten. Die Anwesenheit des warmen Tierkörpers hatte also eine beruhigende und stressabbauende Wirkung.

„Eine Frau sagte, ihre beiden kleinen Hunde würden ihr Bett wärmen“, sagt Dr. Lois Krahn, die als Schlafmedizinerin in der Mayo-Klinik arbeitet. „Eine andere Person empfand ihre Katze, die sie nachts berührte, als tröstlich und beruhigend.“

Ähnliche Ergebnisse lieferte eine Studie aus dem Jahr 2018. Christy L. Hoffman, Professorin für Tierverhalten, Ökologie und Naturschutz am Canisius College in Buffalo, befragte dafür 962 Tierbesitzerinnen. Laut Studie konnten diejenigen Frauen am besten schlafen, die ihr Bett mit ihrem Hund teilten. Außerdem fühlten sie sich eigenen Angaben zufolge wohler und weniger im Schlaf gestört als mit einem Menschen neben sich im Bett.

Kuscheln mit Bello sorgt für Glücksgefühle

Wie lassen sich diese Studienergebnisse erklären? Die körperliche Nähe der Vierbeiner sorgt dafür, dass das Stresshormon Cortisol in unserem Körper gehemmt wird. Gleichzeitig wird vermehrt Oxytocin ausgeschüttet. Dieses Wohlfühl- und Bindungshormon sorgt dafür, dass wir uns entspannen und sicherer fühlen. Praktisch alle Vorgänge im Körper profitieren von Oxytocin: Der Blutdruck sinkt, das Immunsystem wird gestärkt, Ängste verschwinden. Regelmäßige Kuscheleinheiten mit unseren flauschigen Freunden tun also Körper und Geist gut.

Auch Hunde sehnen sich danach, von Herrchen und Frauchen gestreichelt zu werden. Schließlich kuscheln sie bereits als Welpen mit ihrer Mutter sowie ihren Geschwistern. Berührungen gehören neben Futter, Bewegung und Unterhaltung zu den Grundbedürfnissen von Hunden. Ihr Körper reagiert auf liebevollen Körperkontakt ebenfalls mit der verstärkten Produktion von Oxytocin, was die Gesundheit der Vierbeiner fördert.

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

Hund im Bett: Ein Problem der Hygiene?

Natürlich gibt es auch einige Argumente, die gegen das Schlafen mit dem Hund im Bett sprechen. So wird immer wieder der Hygiene-Aspekt aufgeführt. Tatsächlich können die Fellnasen Schmutz, Tierhaare und Bakterien ins Bett tragen. Außerdem können sich in ihrem Fell Parasiten wie Zecken oder Flöhe verstecken, die man natürlich nicht im eigenen Bett haben will. Allergiker sollten beachten, dass oft Staub und Pflanzenpollen in den Hundehaaren stecken. In diesem Fall macht es Sinn, in getrennten Räumen zu schlafen. Auch wer nachts schnell bei Geräuschen oder Bewegungen wach wird, schläft möglicherweise unruhiger, wenn der Hund im Bett ist.

Hundesprache verstehen: So signalisieren Hunde ihre Liebe – Schlafplatz und Ablecken

Rastet ihr Hund vor lauter Freude sprichwörtlich aus, wenn er Sie sieht? Dann ist das ein Zeichen dafür, dass er sich unglaublich freut Sie wiederzusehen. Auch Hochspringen, Schwanzwedeln, Fiepen, Bellen und Lecken spricht für wahre Liebe und Freude darüber, dass Sie wieder da sind. (Symbolbild)
Rastet ihr Hund vor lauter Freude sprichwörtlich aus, wenn er Sie sieht? Dann ist das ein Zeichen dafür, dass er sich unglaublich freut Sie wiederzusehen. Auch Hochspringen, Schwanzwedeln, Fiepen, Bellen und Lecken spricht für wahre Liebe und Freude darüber, dass Sie wieder da sind. (Symbolbild) © Rene Traut/Imago
Nicht nur bei der Begrüßung ist Ablecken ein Liebesbeweis. Meist will er auch zwischendurch damit seine Zuneigung zum Ausdruck bringen. Doch nicht nur seine Liebe zeigt er damit, Ihr Vierbeiner möchte Sie so auch pflegen. Das Ablecken erfahren Hunde bereits im Welpenalter von ihrer Mutter aus genau denselben Gründen. (Symbolbild)
Nicht nur bei der Begrüßung ist Ablecken ein Liebesbeweis. Meist will er auch zwischendurch damit seine Zuneigung zum Ausdruck bringen. Doch nicht nur seine Liebe zeigt er damit, Ihr Vierbeiner möchte Sie so auch pflegen. Das Ablecken erfahren Hunde bereits im Welpenalter aus genau denselben Gründen von ihrer Mutter. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Nahen Körperkontakt möchten Hunde nur mit denen, die sie wirklich mögen. Kuschelt sich ihr Hund also gerne an Sie, ist das ein Liebesbeweis. (Symbolbild)
Nahen Körperkontakt möchten Hunde nur mit denen, die sie wirklich mögen. Kuschelt sich ihr Hund also gerne an Sie, ist das ein Liebesbeweis. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Hunde, die sich an ihre Besitzer lehnen, lieben ihren Menschen. Die Geste zeugt von Vertrauen. Macht er dies auch in beängstigenden Situationen, fühlt sich ihr Vierbeiner bei ihnen sicher. (Symbolbild)
Hunde, die sich an ihre Besitzer lehnen, lieben ihren Menschen. Die Geste zeugt von Vertrauen. Macht er dies auch in beängstigenden Situationen, fühlt sich ihr Vierbeiner bei ihnen sicher. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Bringt Ihr Hund Ihnen sein Lieblingsspielzeug? Wenn ja, schätzen Sie sich glücklich. Denn das teilt er gewiss nur mit denen, die er wirklich mag. Der ganz besondere Liebesbeweis ist es, wenn er es Ihnen sogar ohne Spielaufforderung gibt und präsentiert. (Symbolbild)
Bringt Ihr Hund Ihnen sein Lieblingsspielzeug? Wenn ja, schätzen Sie sich glücklich. Denn das teilt er gewiss nur mit denen, die er wirklich mag. Der ganz besondere Liebesbeweis ist es, wenn er es Ihnen sogar ohne Spielaufforderung gibt und präsentiert. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Kommt ihr Hund auf Sie zu, wenn Sie traurig sind? Mit seinen feinen Instinkten spürt er Ihre schlechte Stimmung meist sofort und möchte Ihnen helfen. Einen größeren Liebesbeweis kann es vermutlich gar nicht geben. (Symbolbild)
Kommt ihr Hund auf Sie zu, wenn Sie traurig sind, gibt es kaum einen größeren Liebesbeweis. Mit seinen feinen Instinkten spürt er Ihre schlechte Stimmung meist sofort und möchte Ihnen helfen. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago
Hat ihr Hund Angst und sucht bei Ihnen Schutz schaut er meist nach oben, um zu sehen, wie Sie reagieren. Überwiegend macht ein Hund das aber nur, wenn er weiß, dass Sie solche Situationen im Griff haben. Ein riesengroßer Vertrauensbeweis, Ihnen gegenüber. (Symbolbild)
Hat ihr Hund Angst und sucht bei Ihnen Schutz schaut er meist nach oben, um zu sehen, wie Sie reagieren. Überwiegend macht ein Hund das aber nur, wenn er weiß, dass Sie solche Situationen im Griff haben. Ein riesengroßer Vertrauensbeweis, Ihnen gegenüber. (Symbolbild) © Frank Sorge/Imago
Die Zuneigung des Hundes, zeigt sich auch darin, dass er gern in Ihrer Nähe schläft. Und wer nicht unbedingt das Bett mit dem Vierbeiner teilen möchte, kann ihm ein Körbchen in die Nähe stellen. So machen Sie ihren Vierbeiner mit Sicherheit glücklich. (Symbolbild)
Die Zuneigung Ihres Hundes, zeigt sich auch darin, dass er gern in Ihrer Nähe schläft. Und wer nicht unbedingt das Bett mit dem Vierbeiner teilen möchte, kann ihm ein Körbchen in die Nähe stellen. So machen Sie ihren Vierbeiner mit Sicherheit glücklich. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Grundsätzlich gilt jedoch: Gut gepflegte Hunde stellen in hygienischer Hinsicht kein Problem für ihre Besitzer dar. Die Vierbeiner sollten entwurmt sein und regelmäßig auf Zecken kontrolliert werden. Manche Menschen störten sich an den Tierhaaren, die der Hund im Bett hinterlässt. Diese können je nach Empfindlichkeit unangenehm kratzen oder jucken. In diesem Fall hilft es, die Bettwäsche öfter zu wechseln.

Letztendlich hängt die Entscheidung von der persönlichen Situation und Vorliebe ab, ob der Hund mit ins Bett darf. Der aus dem Fernsehen bekannte Hundetrainer Martin Rütter schreibt dazu passend auf seiner Website: „Generell kann man sagen, dass es KEIN hygienisches Problem ist, wenn der Hund eine gute Pflege bekommt. Wenn weder eine Allergie, oder ein sehr leichter Schlaf des Menschen dagegen spricht, kann der Vierbeiner gerne mit in die Koje.“

Rubriklistenbild: © IMAGO

Kommentare