Wohnen und Gesundheit

„Kritisch wird es, wenn...“: Ab wann Schimmel in der Wohnung gefährlich ist

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Wer Schimmel-Flecken in der Wohnung entdeckt, stellt sich sicherlich die Frage, ab wann der Pilz eine Gefahr ist. Bei einem Anzeichen sollten Sie direkt handeln.

Hamm – Schimmel in der Wohnung ist eine Gefahr für die Gesundheit. Das weiß eigentlich jeder und auch jedem dürfte klar sein: Jetzt muss ich etwas dagegen unternehmen. Ab wann aber genau ist Schimmel gefährlich? Es gibt ein auffälliges Anzeichen, bei dem in Wohnungen und Häusern sofort gehandelt werden sollte.

Ab wann Schimmel in der Wohnung gefährlich ist: „Kritisch wird es, wenn...“

„Generell gilt: Materialien, auf denen Schimmelpilze wachsen, müssen gereinigt oder entfernt werden“, erklärt das Umweltbundesamt. Denn: Schimmel in der Wohnung ist in jedem Fall eine Gefahr für die Gesundheit. Zahlreiche Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Schimmelpilzen würden demnach einen Zusammenhang zwischen der Belastung durch Schimmelpilze und Atemwegsbeschwerden sehen. Jeder Mensch reagiert allerdings unterschiedlich schwer auf den Pilz.

„Auf Dauer könnten die Sporen Lunge und Schleimhäute reizen und allergische Reaktionen auslösen“, wird Iris Chaberny, Direktorin des Instituts für Hygiene, Krankenhaushygiene und Umweltmedizin am Universitätsklinikum Leipzig, vom SPIEGEL zitiert. Für die Gesundheit sei es zunächst nicht entscheidend, um welchen Schimmelpilz es sich handelt. Viel wichtiger sei, wie stark man den Sporen ausgesetzt ist. Die Gefahr lauert oft da, wo man sie nicht auf den ersten Blick erkennt.

Richtig lüften: 10 Tipps helfen, Schimmel in der Wohnung zu vermeiden

Es ist ein Schlafzimmer mit geöffnetem Fenster zu sehen.
Damit es im Schlafzimmer nicht zu kalt wird, sollte man möglichst kurz vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen lüften. Gekippte Fenster sollten eher vermieden werden. Besser ist es, den Raum einmal intensiv mit weit geöffnetem Fenster stoßzulüften. Türen zu wärmeren Räumen dabei geschlossen halten, damit nicht die ganze Wohnung auskühlt.  © Wirestock/Imago
Eine Familie sitzt zusammen im Wohnzimmer.
Auch das Wohnzimmer sollte unbedingt ausreichend gelüftet werden. Immerhin kann sich in dem viel genutzten Raum einiges an Feuchtigkeit ansammeln, was langfristig zu Schimmelbildung führen kann. Halten sich mehrere Personen in einem Raum auf, kommt es auch vermehrt zu Feuchtabgabe über das Atmen oder Schwitzen. In diesem Fall sollte laut dem Umweltbundesamt vermehr gelüftet werden.  © Science Photo Library/Imago
Es ist ein Badezimmer zu sehen.
Das Badezimmer ist durch die große Luftfeuchtigkeit besonders gefährdet, Schimmel zu bilden. Nach dem Duschen oder Baden sollte daher unmittelbar und intensiv gelüftet werden. Durch das Öffnen der Fenster kann die Feuchtigkeit gleich entweichen.  © Pond5 Images/Imago
Es ist kondensierendes Wasser auf Glas zu sehen.
Ist das Lüften nur eingeschränkt möglich (beispielsweise durch fehlende oder nur sehr kleine Fenster), ist es ratsam, Wände und Boden gleich nach dem Duschen abzuwischen. Ganz einfach geht dies mit einem Fensterabzieher.  © YAY Images/Imago
Es ist eine Wand mit Schimmel zu sehen.
Die Wände von Kellern sind grundsätzlich sehr kalt. Gerade im Sommer kann sich im Keller daher Schimmel bilden. Grund dafür ist, dass an heißen Tagen die warme Luft in den Keller gelangt und als Feuchtigkeit an den Kellerwänden niederschlägt. Im Sommer sollten Hausbesitzer daher die Kellerräume möglichst nachts lüften, damit nur wenig heiße Luft in die Räume gelangt.  © YAY Images/Imago
Es ist ein Heizkörper zu sehen.
Wer richtig lüften möchte, sollte die Fenster nicht nur gekippt halten, sondern vollständig öffnen. Dabei allerdings im Winter nicht vergessen, die Heizung runterzuschrauben. Die Heizung nur ein bisschen runterzudrehen, ergibt dagegen keinen Sinn.  © Pond5 Images/Imago
Es ist eine Frau und ein Heizkörper zu sehen.
Wer regelmäßig beheizte Räume im Winter lüftet, sollte darauf achten, dass diese nicht vollständig auskühlen. Deshalb: Die Fenster nicht zu lange offen lassen und nach dem Lüften wieder heizen.  © Pond5 Images/Imago
Es ist ein offenes Fenster zu sehen.
Richtig lüften heißt vor allem regelmäßig zu lüften. Etwa zwei bis vier Mal täglich sollten die Fenster in vielgenutzten Räumen geöffnet werden. Sonst kann sich Feuchtigkeit an den Wänden ablagern und zu Schimmel führen.  © Pond5 Images/Imago
Es ist ein Wohnzimmer zu sehen.
Ein besonders schneller und effektiver Weg zu lüften, ist das Querlüften von Räumen. Beim Stoßlüften werden gleichzeitig Fenster und Türen in gegenüberliegenden Räumen geöffnet. So entsteht ein Luftzug, der die Feuchtigkeit besonders schnell aus den Räumen weht.  ©  Pond5 Images/Imago
Es ist ein beschlagenes Fenster zu sehen.
Bildet sich Kondenswasser an den Fenstern, ist dies ein ganz klares Zeichen dafür, dass nicht richtig gelüftet wird. Die hohe Luftfeuchtigkeit kann durch regelmäßiges Öffnen der Fenster und weniger Heizen gesenkt werden.  © Image Source/Imago

Die Umweltmedizinerin meint daher auch, dass Schimmel besonders gefährlich an versteckten Stellen sei. Er kann demnach oft Jahre vor sich hinwachsen und wird über längere Zeit eingeatmet. Schwarze Fliesenfugen im Bad seien dagegen deutlich harmloser. „Wir verbringen in der Regel weniger Zeit im Bad als in Wohn- oder Schlafräumen, und auf glatten Oberflächen lassen sich Schimmelpilze vergleichsweise leicht entfernen. Zudem blieben die Pilze häufig in den Silikon- oder Kalkfugen, weil dort immer Wasser verfügbar sei“, sagt Chaberny. „Kritisch wird es, wenn es flauschig wird“, sagt sie. Dann breite sich der Pilz weiter aus, Sporen würden sich in der Luft verteilen und sich neue, feuchte Stellen, um auszukeimen suchen. „Die Dosis macht das Gift“, sagt Chaberny.

Schimmel kann allergische und reizende Reaktionen beim Menschen auslösen

„Sporen und Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen können, über die Luft eingeatmet, allergische und reizende Reaktionen beim Menschen auslösen“, heißt es vom Umweltbundesamt. Das Problem ist allerdings, dass es keine klaren Grenzwerte gibt. „Es konnte jedoch bisher noch nicht festgestellt werden, ab welcher Konzentration an Schimmelpilzen in der Luft welche gesundheitlich negativen Auswirkungen auftreten“, heißt es dazu. Der Tipp der Experten lautet allerdings: „Da bislang keine Grenzwerte für Schimmelpilze festgelegt werden können, muss das Vorsorgeprinzip angewendet werden, wonach Schimmel in Innenräumen ein hygienisches Problem darstellt und beseitigt werden muss, bevor es zu Erkrankungen kommt.“

Noch besser ist es natürlich, dafür Sorge zu tragen, dass es gar nicht erst zu Schimmelbildung in der Wohnung kommt. Richtiges Heizen und Lüften ist wichtig. Auch sollte man darauf achten, dass man morgens nicht zu viel Feuchtigkeit an den Innenseiten der Fenster vorfindet. „Feuchtigkeit an den Fensterscheiben ist eines der sichtbarsten Warnsignale, bei welchen man unverzüglich handeln sollte, um der Bildung von Schimmel entgegenzuwirken“, erklärt daher auch die Verbraucherzentrale.

Schimmel an der Wand richtig entfernen

Ist das Kind aber einmal in den Brunnen gefallen und Schimmel hat sich an den Wänden gebildet, muss gehandelt werden. Ein einfaches Hausmittel kann helfen, den gefährlichen Pilz zu beseitigen. „Sie können kleineren Schimmelbefall selbst beseitigen, wenn Sie nicht allergisch auf Schimmelpilze reagieren, an chronischen Erkrankungen der Atemwege leiden oder ein geschwächtes Immunsystem haben“, rät das Umweltbundesamt.

Aus Faustregel gilt: Bei einem oberflächlichen Befall auf einer Fläche von weniger 0,5 Quadratmetern könnte man noch selbst tätig werde – ansonsten sollte besser ein Fachmann ran. Denn, das dürfte allen klar sein, Schimmel ist immer eine Gefahr für die Gesundheit.

Rubriklistenbild: © IMAGO/R. Rebmann

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