Dörren konzentriert Inhaltsstoffe

Obst-Snack nicht so gut, wie viele denken: Experten ordnen ungesunden Inhaltsstoff ein

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Getrocknete Früchte werden durch das Dörren tatsächlich ungesünder als Frischobst. Wer einige Inhaltsstoffe meidet, kann dennoch in Maßen zugreifen.

Kassel – Ob zum Müsli oder Porridge oder pur als kleiner Snack zwischendurch – Trockenobst ist bei vielen sehr beliebt. Es ist reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien, enthält laut Öko-Test aber auch deutlich mehr Zucker als frisches Obst. Woran das liegt und worauf Sie beim Kauf von Trockenfrüchten achten sollten, haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

Nachteil von Trockenobst: Hoher Zuckergehalt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich mindestens zwei Portionen Obst (circa 250 Gramm) zu verzehren. Trockenfrüchte sollten laut DGE maximal eine dieser beiden Portionen ersetzen. Denn: frisches Obst ist ein wichtiger Nährstofflieferant. Zudem kann es als Teil einer ausgewogenen Ernährung das Risiko für ernährungsmitbedingte Krankheiten wie Bluthochdruck, Schlaganfall und bestimmte Krebskrankheiten reduzieren.

Frisches Obst enthält viel Wasser (60 bis 90 Prozent) und sättigt daher schnell. Werden die Früchte zu Trockenobst verarbeitet, wird ihnen dieses entzogen, wodurch die Energiedichte zunimmt. Nach dem Trocknungsprozess liegt der Wassergehalt meist zwischen 10 und 30 Prozent. Der hohe Zuckergehalt – und damit viele Kalorien – rührt Women's Health zufolge daher, dass sich durch den Entzug von Wasser die anderen Inhaltsstoffe in den Früchten stark konzentrieren.

Trockenfrüchte sind ein beliebter Snack für zwischendurch – sollten allerdings nur in Maßen verzehrt werden

Frisch-Obst und Trockenobst im Vergleich

Nach Angaben von Öko-Test sei bei Trockenfrüchten zudem auffällig, dass etwa zwei Drittel den mittleren Nutri-Score C erhalten, manche schaffen auch die Wertung B. Würde man hingegen den Nutri-Score von frischen Früchten berechnen, würde das Ergebnis deutlich besser ausfallen: fast jedes Frisch-Obst würde die höchste Wertung A erhalten.

Der Nutri-Score zeigt nach Angaben des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine fünfstufige Lebensmittelampel von A bis E welchen Nährwert ein Produkt in der Gesamtschau hat und ob diese zu einer gesunden Ernährung beitragen oder nicht.

Zehn Snacks, die Sie bei Ihrer Diät unterstützen – und Heißhunger vorbeugen

dunkle Schokolade
Wer glaubt, während einer Diät auf Schokolade verzichten zu müssen, der irrt. Edelbitterschokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil stoppt Süß-Gelüste - und weil sie so gehaltvoll schmeckt, schafft man auch nur ein bis zwei Stück anstatt die ganze Tafel zu verspeisen. © Karen Kaspar/Imago
Frau sitzt auf dem Sofa und isst Erdbeeren
Obst ist dank seiner vielen Vitamine und Nährstoffe sehr gesund. Dennoch sollten Sie davon nicht zu viel essen - wegen des vielen natürlichen Fruchtzuckers. Stattdessen sollten Sie lieber zu zuckerarmen Früchten wie Beeren, Pflaumen, Grapefruit oder Orangen greifen. © Tanya Yatsenko/Imago
Apfel
Ein Apfel am Tag - und Du brauchst keinen Arzt: So lautet das bekannte englische Sprichwort. Die Vorteile des heimischen Obstes: Der enthaltene Ballaststoff Pektin hat sättigende Wirkung und hält den Blutzucker konstant, was Heißhungerattacken vorbeugt.  © Martin Wagner/Imago
Getrocknete Apfelringe
Auch Trockenobst eignet sich hervorragend als gesunder Snack für zwischendurch. Jedoch ist Trockenobst in der Regel zuckerhaltiger als frisches Obst, weshalb Sie es in Maßen essen sollten.  © Ute Grabowsky/Imago
Tomate-Mozzarella-Salat
Tomaten enthalten Vitamin A, B1, B2, C und E. Mozzarella zählt zu den kalorienarmen Käsesorten. Gemischt zu einem leckeren Tomate-Mozzarella-Salat macht sich die Kombi auch gut als gesunde Zwischenmahlzeit.  © Marko Volkmar/Imago
Silberne Schüssel mit Joghurt und Obst
Eiweißhaltige Speisen halten lange satt und versorgen den Körper mit wertvollen Mineralstoffen wie Kalzium. Joghurt etwa zählt zu den Lebensmitteln, die sich auch als Snack für zwischendurch eignen. Wer frisches Obst dazu gibt, sorgt für eine fruchtige Note.  © Archiv/Imago
Nüsse auf einem Tisch
Nüsse sind zwar Kalorien-Schwergewichte, aber in Maßen gegessen vertreiben sie den kleinen Hunger zwischendurch. Zudem sind die darin enthaltenen Fettsäuren sehr gesund für Hirn und Nerven. Tipp: Essen Sie am besten ungesalzene und ungeröstete Nüsse. Und davon auch nur bis zu zehn Stück. © kvkirillov/Imago
Mann hält Walnüsse in der Hand
Walnüsse sind gute Magnesium-Lieferanten. 100 Gramm enthalten rund 130 Milligramm.  © Imago
Kräuterquark
Anstatt abends vor dem Fernseher schwach zu werden und alle guten Diätvorsätze über Bord zu werfen, sollten Sie besser zu einem fettarmen Hüttenkäse- oder Kräuterquarkdip mit Gemüsesticks greifen. Das hat weniger Kalorien - und schmeckt trotzdem lecker. © Andre Bonn/Imago
Mann macht sich einen grünen Smoothie
Promis und Fitnessgurus schwören auf einen grünen Smoothie zum Frühstück oder als Snack zwischendurch - kein Wunder, schließlich macht er pappsatt und Sie können alles an Gemüse und spritzigen Früchten hineinmixen, wie es Ihnen gerade beliebt. Hauptbestandteile sind meist frischer Spinat, Gurke, Zitrone, Avocado und Minze. Zudem können Sie nach Geschmack noch zuckerarme Früchte wie Beeren oder Kiwis für etwas Süße hinzufügen. © Ivan Gener/Imago

Trockenobst: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Von getrockneten Mangos bis hin zu Goji-Beeren und schockgefrorenen Erdbeerscheiben – die Auswahl an Trockenobst ist im Supermarkt mittlerweile sehr groß. Darauf sollten Sie laut dem AOK-Gesundheitsmagazin beim Kauf von Trockenfrüchten achten:

  • Immer ohne Zuckerzusatz: Trockenobst hat durch seinen natürlichen Fruchtzucker bereits einen süßen Geschmack. Verzichten Sie daher auf industriellen Zucker, der zudem ungesund ist.
  • Besser ungeschwefeltes Trockenobst: Getrocknetes Obst wird im Trocknungsprozess oftmals mit Schwefeldioxid behandelt, um die Farbe der Früchte zu erhalten und die Haltbarkeit zu verlängern. Dabei werden aber B-Vitamine zerstört, insbesondere Vitamin B1 und Folsäure. Schwefel kann zudem für Asthmatiker und Allergiker bedenklich sein und Kopfschmerzen, Übelkeit oder Durchfall auslösen. 
  • Trockenobst selbst machen: Obst kann man auch selbst dörren – an der Luft oder im Ofen.

Wer regelmäßig getrocknete Aprikosen isst, sollte aufpassen. Denn kürzlich lief ein großer Rückruf – beim Verzehr eines Produkts drohen Atemnot und Hautausschlag. (vw)

Rubriklistenbild: © Dmitry Rukhlenko/ Imago

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