Krebserkrankung frühzeitig erkennen

Frühe Warnzeichen von Bauchspeicheldrüsenkrebs: Veränderter Stuhl, Übelkeit und Gewichtsverlust sind Hinweise

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Bauchspeicheldrüsenkrebs ist selten, aber sehr gefährlich. Es gibt bereits unspezifische Symptome im frühen Stadium, die auf die Erkrankung hindeuten können.

Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den seltenen Krebsarten in Deutschland und macht jährlich zwischen drei und vier Prozent der neuen Krebserkrankungen aus. Obwohl der Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht häufig vorkommt, ist er doch eine Gefahr: Die Überlebenschancen sind sehr niedrig, nur zehn Prozent der Erkrankten leben damit länger als fünf Jahre. So gehört der Bauchspeicheldrüsenkrebs, auch Pankreaskarzinom genannt, zu den aggressivsten Krebsarten.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome, die auf einen bösartigen Tumor hindeuten können

Bauchschmerzen und Übelkeit zählen neben Appetitverlust, Gewichtsverlust sowie verändertem Stuhl zu den möglichen Symptomen, die auf Bauchspeicheldrüsenkrebs hindeuten können.

Die Bauchspeicheldrüse ist ein Drüsenorgan, das eine wichtige Rolle bei der Verdauung spielt. Die Bauchspeicheldrüse heißt auch Pankreas und versorgt uns mit dem wichtigen Hormon Insulin. Das Organ ist zwischen 16 und 20 Zentimeter lang und etwa vier Zentimeter breit. Es liegt in der Bauchhöhle hinter dem Bauchfell und zwischen Milz, Leber, Magen sowie Zwölffingerdarm.

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Magenkrebs frühzeitig erkennen: Achten Sie auf Symptome wie Übelkeit, Blähungen und Gewichtsverlust

Mann mit Tasse Kaffee
Wer bemerkt, dass ihm gewohnte Lieblingsspeisen wie das Schnitzel oder der tägliche Kaffee plötzlich gar nicht mehr schmeckt, sollte die Dauer dieses Gefühls und Zustands unbedingt beobachten. Magenkrebspatienten berichten laut „Deutsches Krebsforschungszentrum“, dass sie bereits Monate vor der Diagnose auf einmal eine Abneigung gegen bestimmte Speisen wie Fleisch und Getränke entwickelten. © Lian Fei/Imago
Mann mit Magenschmerzen
Immer wiederkehrendes und anhaltendes Druckgefühl im Oberbauch kann auf eine ernste Erkrankung wie Magenkrebs hindeuten – Magenschmerzen zählen zu den typischen Frühsymptomen. © YAY Images/Imago
Frau muss aufstoßen
Durch das Druckgefühl im Oberbauch ist es nicht untypisch, dass betroffene Personen häufig auch unangenehm aufstoßen müssen, nicht nur unmittelbar nach dem Essen und Trinken. © Thomas Trutschel/photothek/Imago
Mann, dem übel ist
Etwa 40 bis 70 Prozent der Menschen, die Magenkrebs entwickeln, verspüren häufige Übelkeit, insbesondere nach dem Essen. Tritt dieses frühe Symptom regelmäßig und über Wochen auf, sollten Sie zum Arzt. © AndreyPopov/Imago
Mann hat keinen Appetit.
Bedingt durch die Übelkeit besteht bei Betroffenen mit einem entstehenden Magentumor häufig anhaltende Appetitlosigkeit, sodass sie wesentlich weniger Nahrung zu sich nehmen. © Monkey Business 2/Imago
Mann trinkt aus dem Glas
Wer an sich bemerkt, dass er zusätzlich nicht mehr gut schlucken kann und dadurch das Essen sowie Trinken behindert ist, sollte zur Abklärung einen Arzt aufsuchen. Schluckbeschwerden können auf eine Tumorerkrankung hindeuten, jedoch kann die Ursache in jedem Fall auch eine andere sein. © seacat/Imago
Mann fasst sich an vollen Bauch
Es sind Beschwerden, die womöglich jeder schon mal hatte und kennt: Völlegefühl nach dem Essen. Zeigt es sich regelmäßig oder hält länger an und kommen Schmerzen sowie Druckgefühl im Oberbauch hinzu, kann auch eine Erkrankung wie Gastritis oder gar Magenkrebs dahinter stecken. © Thunderstock/Imago
Mann mit Sodbrennen
Ständiges Sodbrennen kann ein Anzeichen und Auslöser für Magenkrebs sein. Sodbrennen kann einerseits als Symptom auf einen Magentumor hindeuten, wenn die Geschwulst bereits so groß ist, dass sie auf den Magen drückt. Als Auslöser für Magenkrebs führt Sodbrennen zu einer Veränderung der Schleimhautzellen, die durch die konstante Reizung zu Krebszellen entarten können. © Igor Stevanovic/Imago
Frau mit Blähungen
Kommen zu der Übelkeit und den Magenschmerzen noch regelmäßig Blähungen hinzu, die mitunter auch schmerzhaft sind, könnte dies ein Anzeichen für eine Erkrankung wie Magenkrebs sein. © psodaz/Imago
Mann prüft seinen Mundgeruch
Betroffene bemerken an sich selbst einen schlechten Atem oder werden von Angehörigen darauf angesprochen. Stellen Sie selbst einen Unterschied zum Schlechten fest – und das, obwohl Ihre Mundhygiene gleichbleibend gut ist – sollten Sie sich an Ihren Hausarzt und gegebenenfalls einen Gastroenterologen wenden. Eine Magenspiegelung zur Abklärung auf ein Tumorwachstum im Magen könnte sinnvoll sein. © Naoki Nishimura/AFLO/Imago
Frau mit starker Übelkeit
Bei etwa 30 Prozent der Betroffenen, die einen Magentumor entwickeln, kommt es zusätzlich zu Erbrechen. Dieses Symptom kann mit fortschreitendem Krebs zunehmen. © AndreyPopov/Imago
Mann steht auf Waage
Aufgrund der Symptome wie Übelkeit, Appetitlosigkeit und Erbrechen kommt es nicht selten zu starkem Gewichtsverlust. Doch auch eine ungewollte Abnahme des Gewichts gilt als Anzeichen für Magenkrebs. © Zoonar.com/Dasha Petrenko/Imago
Mann mit Erschöpfung
Wie auch bei Darmkrebs fühlen sich Personen, die an Magenkrebs leiden, zunehmend und über längere Zeit erschöpft und müde sowie wenig leistungsfähig – aufgrund der wachsenden Geschwulst und der anderen Symptome. © Monkey Business 2/Imago
Toilette mit Toilettenpapier
Tritt eine ungewöhnliche Dunkelfärbung des Stuhls auf, könnte dies ein Zeichen für Blutungen im Magen sein. Zur Abklärung sollten Sie einen Arzt aufsuchen, über den der sogenannte „Teerstuhl“ untersucht werden kann, um eine Diagnose zu stellen. © Lutz Wallroth/Imago

Beim Pankreaskarzinom vermehren sich Zellen im Körper schnell und ungebremst, sie verdrängen das normale Gewebe und lassen Tumore entstehen. Diese Karzinome können überall im Organ wachsen. Die Krebsformen werden je nach Gewebe unterschieden, in dem sie vorkommen:

  • Häufig handelt es sich um exokrine Tumore, die sich in den speichelbildenden Drüsen des Organs entwickeln.
  • Seltener sind endokrine Tumore. Sie sitzen verstreut in den sogenannten Drüsenläppchen der Bauchspeicheldrüse und gehen von hormonproduzierenden Zellen aus. 

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome im Anfangsstadium

In den ersten Stadien des Pankreaskarzinoms haben Betroffene häufig keine oder nur sehr unspezifische Symptome. Diese frühen Symptome des Bauchspeicheldrüsenkrebs sind: 

  • Gewichtsverlust
  • Bauchschmerzen oder Schmerzen im Rücken
  • Gelbsucht
  • Gelbliche Verfärbung der Haut und in den Augen bemerkbar
  • Dunkelfärbung (dunkelbraun oder bierbraun) des Urins
  • Veränderter Stuhl, Stuhl wird heller
  • Juckreiz am Körper, insbesondere in den Handflächen und an den Fußsohlen
  • Appetitverlust
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Diabetes mellitus

Darmkrebs frühzeitig erkennen: Welche zehn Symptome auf einen Tumor hindeuten können

Frau schläft
Darmkrebs entwickelt sich schleichend und zeigt sich bei den meisten ab dem frühen Stadium mit einer ausgeprägten Müdigkeit, Erschöpfung und einem großen Schlafbedürfnis. © image broker/Imago
Frau tastet Lymphknoten
Dass das Immunsystem arbeitet und der Körper gegen etwas kämpft, zeigt sich bei vielen Betroffenen auch durch angeschwollene Lymphknoten. Wenn nicht eine Erkältung oder ein grippaler Infekt die Ursache dafür sind, kann auch eine Krebserkrankung dahinter stecken – insbesondere wenn die Schwellung der Lymphknoten immer wieder auftritt oder anhält. © Science Photo Library/Imago
Frau mit Fieberthermometer
Erhöhte Temperatur und Fieberschübe können auch ein Hinweis auf eine Krebserkrankung im Darm sein. Wer häufiger oder regelmäßig erhöhte Temperatur hat und dies nicht zuordnen kann, sollte einen Arzt aufsuchen. © sergiomonti/Imago
Frau liegt schwitzend im Bett
Manche Betroffene entwickeln auch nächtlichen Schweiß aufgrund des heranwachsenden Tumors im Darm. Leiden Sie immer wieder unter Nachtschweiß, suchen Sie am besten einen Arzt auf. © AndreyPopov/Imago
Mann sitzt müde am Tisch
Menschen, die ein Darmkarzinom entwickeln, spüren dies neben der enormen Müdigkeit nicht selten auch an einem auffälligen Leistungsabfall im Job oder Alltag. © Monkey Business 2/Imago
Person steht auf einer Waage
Krebs hat immer auch Auswirkungen auf das Gewicht: Ein Gewichtsverlust ist häufig auch ein Symptom bei Darmkrebs. Manche Betroffene verlieren durch die Erkrankung bis zu zehn Prozent an Körpergewicht innerhalb von sechs Monaten. Der Tumor beeinflusst den Nährstoffwechsel und stört die Gewichtsregulation. © Morad HEGUI/Imago
Mann fasst sich an seinen Bauch
Darmkrebs zeigt sich auch anhand von Verdauungsbeschwerden mit häufigen und starken Darmgeräuschen sowie starken und teilweise schmerzhaften Blähungen (Meteorismus). © sumners/Imago
Mann hat Bauchkrämpfe
Wiederholte, krampfartige Bauchschmerzen, die länger als fünf Tage anhalten, sollten Sie ernst nehmen und von einem Arzt abklären lassen. Sie können ein Hinweis auf einen Tumor im Bauchraum sein. © YAY Images/Imago
Frau fasst sich an den Bauch
Neben den Bauchschmerzen und Krämpfen leiden Betroffene nicht selten unter einem harten Bauch und tastbaren sowie schmerzhaften Verhärtungen. © AndreyPopov/Imago
Frau mit Wärmflasche
Als ein relativ eindeutiges Indiz für eine möglicherweise ernsthafte Erkrankung wie Darmkrebs sind starke Verdauungsprobleme mit wechselnder Verstopfung und Durchfall, häufiger Stuhldrang, auffallend übelriechender Stuhl, der auch mit Blut oder Schleim versetzt sein kann. Blut im Stuhl gilt als zuverlässiges Frühsymptom für Darmkrebs. Es gibt Betroffene, die dieses Alarmzeichen häufig fehldeuten, da das Blut ebenfalls auf Hämorrhoiden schließen lässt. Wenn Sie Blut in Ihrem Stuhl bemerken, sollten Sie sich in jedem Fall auf Darmkrebs untersuchen lassen, selbst wenn Sie unter Hämorrhoiden leiden. Andererseits bedeutet es nicht, dass ohne Blut im Stuhl kein Darmkrebs vorliegen könnte. Es können auch nur einzelne Krankheitsanzeichen als Hinweis auf eine Tumorerkrankung im Darm auftreten, ohne Blutbeimengungen. © Caption Writer/Editor/Imago

Weil diese Symptome auch auf andere Erkrankungen schließen lassen oder für sich stehend nicht ernst genommen werden, wird der Tumor in diesem Stadium oft nicht erkannt. Gegenwärtig wird in den meisten Fällen keine Früherkennungsuntersuchung empfohlen – zumindest dann nicht, wenn Sie keine Familiengeschichte mit Bauchspeicheldrüsenkrebs haben. Denn: Die Krebsart ist zu selten und die Untersuchungsergebnisse oft ungenau. 

Pankreaskrebs: Erschütternde Diagnose

Wenn bei Ihnen ein Pankreaskarzinom vermutet wird, wendet Ihr Arzt verschiedene Tests an, um den Verdacht zu bestätigen oder zu widerlegen. Weil die Drüse zwischen verschiedenen anderen Organen liegt, ist sie nicht zu ertasten. Stattdessen kommen Bluttest, Ultraschalluntersuchung, Computertomografie, Magenspiegelung und eine endoskopische Sonografie zum Einsatz: Ein dünner Schlauch mit einem Ultraschallkopf wird dabei durch die Speiseröhre in den Magen geführt. Ihr Arzt befragt Sie außerdem zu Ihren Lebensgewohnheiten, Vorerkrankungen und Fällen von Bauchspeicheldrüsenkrebs in Ihrer Familie. 

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Verlauf und Behandlung

Handelt es sich um einen exokrinen Tumor, breitet er sich häufig im Laufe der Zeit aus: Zunächst befindet er sich nur in der Bauchspeicheldrüse, er kann aber auch auf Lymphknoten oder andere Organe übergehen. Hier entstehen Metastasen. Betroffen beim Pankreaskarzinom sind insbesondere Leber, Knochen und Lunge. Die seltenen endokrinen Tumore wachsen in der Regel viel langsamer.

Eine Heilung der Erkrankung ist nur dann möglich, wenn der Tumor operativ komplett entfernt werden kann. Das gelingt allerdings nur bei ca. zehn bis 20 Prozent der Patienten, da der Krebs häufig zu spät entdeckt wird und schon weit gestreut hat. Je nachdem, wo sich der Tumor befindet, müssen neben Teilen der Bauchspeicheldrüse auch Bereiche der Galle, des Zwölffingerdarms oder des Magens herausoperiert werden.

Wenn der Tumor vollständig entfernt ist, liegt die Überlebensrate nach fünf Jahren bei 20 bis 40 Prozent – im Vergleich zu zehn Prozent ohne erfolgreiche Operation. Nach der Operation folgt in der Regel eine Chemo- oder Strahlentherapie.

Pankreaskarzinom: Risikofaktoren vermeiden

Weil diese Form von Krebs so gefährlich und die frühe Diagnose meist nicht möglich ist, wird es umso wichtiger, der Erkrankung vorzubeugen. Es gibt einige Faktoren, die Ihr Erkrankungsrisiko erhöhen können:

  • Rauchen (sowohl aktiv als auch passiv)
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Starkes Übergewicht
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung

Auch wenn nahe Verwandte von Bauchspeicheldrüsenkrebs betroffen sind, steigt Ihre Gefahr. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Risikofaktoren einander verstärken. Gerade wenn Sie von einzelnen dieser Faktoren betroffen sind, sollten Sie sich möglichst gesund ernähren, nicht rauchen und wenig Alkohol konsumieren.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Monkey Business 2/Imago

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