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Jeder kennt diese schwülen Tage, an denen sich Gewitter bilden. Wie sie entstehen, wie gefährlich sie sind und warum es blitzt und donnert, erfahren Sie hier.
Frankfurt – Gewitter! Einst glaubten nordische Stämme, dass Donnergott Thor grollt, wenn ein Gewitter mit Blitz und Donner über der Erde niederging. Bis heute pflegen Naturvölker in Lateinamerika und Australien einen ähnlichen Glauben, wenn das Wetter den Himmel mit regenschweren Wolken, Blitz und Donner verdunkelt. Vor allem im Sommer treten Gewitter häufig auf.
| Wetterphänomen | Gewitter |
|---|---|
| Entladung | Blitz und Donner |
| Niederschlag | Wolkenbuchartiger Regen, Hagel |
| Begleiterscheinungen | Sturm, Windböen |
Was tatsächlich hinter dem in unseren Breiten im Sommer auftretenden Wetterphänomen steckt, ist heute gut erforscht. Dank Gewitterradar lässt es sich sogar gut vorhersagen. Allerdings sind Gewitter damals wie heute nicht ungefährlich. Wir verraten Ihnen deshalb auch, wie Sie sich bei Gewitter am besten verhalten.
Gewitter: Wie entstehen die Wetterphänomene und warum bilden sich Gewitterwolken?
Gewitterwolken bilden sich immer dann, wenn im Sommer starte Sonneneinstrahlung Wasser verdunsten lässt. So steigen große Mengen feuchtwarmer Luft in den Himmel und sammeln sich in den typisch ambossförmigen Wolkenberge. Weil die warme Luft nach oben steigt, werden auch die Wassertröpfchen in der Wolke weit nach oben getragen. Dabei reiben sich die Tropfen aneinander und laden sich elektrisch auf, bis so viel elektrische Spannung entsteht, dass sie sich in einem Blitz entlädt.
Gewitterwarnung: Wie kündigt sich ein Gewitter an? Welche Unwetterwarnungen gibt es?
Damit ein Gewitter entsteht, müssen folgende Gegebenheiten eintreten:
- durch kräftige Erwärmung entstehen labile Luftschichten
- zwischen den oberen und unteren Luftschichten in der Atmosphäre herrschen große Temperaturunterschiede
- die Luftmassen müssen in eine Höhe aufsteigen, in der es mindestens minus 25 Grad kalt ist
- von der Erde muss eine ausreichende Menge Wasserdampf aufsteige
Warum blitzt und donnert es bei Gewitter? Der Zusammenhang zwischen Blitz und Donner
In der Gewitterwolke reiben sich die Wassertröpfchen wie oben beschrieben aneinander und erzeugen elektrische Spannung. Das bedeutet, es fließt elektrischer Strom und die Temperatur erreicht dabei mehrere Tausend Grad. So entsteht ein leuchtend heller Blitz.
Die enorme Hitze eines Blitzes dehnt sich rasend schnell wie bei einer Explosion mit einem gewaltigen Knall aus. Dieses Krachen bezeichnen wir als Donner. Es donnert bei Gewitter also nur dann, wenn es blitzt. Da sich der Lichtblitz aber schneller verbreitet als der Schall, sehen wir immer erst den Blitz und hören dann erst den Donner.
Gewitter ohne Regen: Gefahren und Entstehung von regenlosen Gewitterfronten
Es gibt tatsächlich Gewitter ohne Regen! Diese sogenannten Trockengewitter gibt es in Deutschland. In sehr heißen und trockenen Regionen wie Spanien, Portugal oder dem Westen der USA treten sie allerdings häufiger auf.
Tatsache ist: Auch bei einem Gewitter ohne Regen regnet es - allerdings verdunsten die Regentropfen, noch bevor sie den Boden erreichen. Die große Gefahr bei diesen Trockengewittern sind Waldbrände. Denn ohne Regen sind Blitze, besonders gefährlich. Sie sind mehrere Tausend Grad heiß und können eine trockene Umgebung sofort in Brand setzen.
Wie verhalte ich mich bei Gewitter richtig? Tipps bei Blitz, Sturm und Starkregen
Blitz, Donner, Sturm und Starkregen können zwar beängstigend sein, doch wer sich während eines Gewitters richtig verhält, hat nichts zu befürchten. Diese einfachen Regeln helfen Ihnen, ein Gewitter sicher zu überstehen:
- Gebäude mit Blitzableitern oder Autos aufsuchen
- von Bäumen fernhalten, Metallmasten bieten Schutz (ca. 3 Meter Abstand dazu halten)
- keine Metallgegenstände berühren
- alle Fenster und Türen schließen, um den Innenraum zu schützen
- auf schnurgebundene Telefone verzichten
- Rad- und Motorradfahren abbrechen und Schutz in einem Gebäude suchen
- beim Aufziehen des Gewitters Schutz und Wasser und die Uferzone verlassen
Wer in einem modernen Gebäude mit Kunststoffleitungen und Blitzschutzsystem wohnt, ist bei Gewitter auch unter der Dusche sicher. In vielen älteren Häusern bestehen die Wasserleitungen aus Metall und leiten sehr gut. Auch die Erdung von Altbauten ist oft mangelhaft, sodass der Blitz ungehindert eindringen und über die Wasserleitungen übertragen werden kann. In diesem Fall also lieber nicht duschen, wenn ein Gewitter am Himmel steht! (Nina Dudek)
Rubriklistenbild: © Felipe Tomás Jiménez Ordóñez/Imago

