VonRobin Dittrichschließen
Der Gesamtetat von ARD, ZDF und Deutschlandradio beträgt erstmals über 10 Milliarden Euro. Dennoch soll der Rundfunkbeitrag deutlich ansteigen.
Berlin – Der Rundfunkbeitrag ist vielen Verbrauchern ein Dorn im Auge. Für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF ist dieser die Haupteinnahmequelle. Obwohl die Einnahmen durch den Rundfunkbeitrag erstmals die 10 Milliarden Euro überstiegen, soll er künftig steigen: auf 25 Euro pro Monat.
ARD und ZDF mit Rekordeinnahmen – Rundfunkbeitrag soll trotzdem steigen
Beim „Forum Bildungsperspektiven“ stellte der ARD-Vorsitzende Kai Gniffke große Pläne vor. Der öffentlich-rechtliche Sender wolle mit Streaming-Giganten wie Netflix, Amazon Prime und Co. mithalten. Für dieses Ziel sollen „mehrere hundert Millionen Euro in die Entwicklung von Technologie investiert werden.“ Passend, dass der Gesamtetat von ARD, ZDF und Deutschlandradio erstmals mehr als 10 Milliarden Euro beträgt – das geht aus den Haushaltsplänen der öffentlich-rechtlichen Sender für 2023 hervor. Einigen ARD- und ZDF-Sendern drohte 2022 sogar das aus.
Die Berechnung des Gesamtetats stellte das Institut für Medienpolitik (IfM) auf. Der Ertrag der neun ARD-Anstalten wird 2023 demnach rund 7,25 Milliarden Euro betragen. Den Geschäftsberichten der Sender zufolge liegen die Erträge des ZDF im Jahr 2023 bei 2,5 Milliarden Euro, die des Deutschlandradios bei 276 Millionen Euro. Zu 85 Prozent stammen diese Erträge aus dem Rundfunkbeitrag, der Rest ergibt sich aus Werbung, Sponsoring und sonstigen Einnahmen. Obwohl der Gesamtetat erstmals über 10 Milliarden Euro beträgt, soll der Rundfunkbeitrag deutlich steigen: von aktuell 18,36 auf bis zu 25 Euro. Wer den Rundfunkbeitrag nicht zahlt, dem drohen Mahnzahlungen.
Laut dieser Pläne könnte der Rundfunkbeitrag auf 25 Euro steigen
Wie businessinsider.de berichtet, soll die ARD den monatlichen Rundfunkbeitrag in der Beitragsperiode von 2025 bis 2028 auf über 20 Euro erhöhen. Anders scheinen die ambitionierten Pläne nicht zu realisieren sein. Die ARD kann den Rundfunkbeitrag jedoch gar nicht selbst festlegen. Dafür ist zunächst die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) zuständig. Laut Akten, die Business Insider angeblich vorliegen, sollen der KEF dennoch Vorschläge für eine Erhöhung des Rundfunkbeitrages unterbreitet werden – um die eigenen Pläne zu realisieren.
Die endgültige Entscheidung über die Höhe des Beitrages liegt ohnehin bei den Länderparlamenten. In der Regel wird die Empfehlung der KEF jedoch übernommen. Seit 2021 muss das sogar der Fall sein, unter einer Ausnahme: Wenn sich alle Bundesländer dagegen aussprechen. Geht es nach den Plänen der ARD, sind sogar Monatsbeiträge von bis zu 25,19 Euro möglich. Wie Business Insider schreibt, kalkulierte die ARD mit monatlichen Beitragserhöhungen zwischen 1,48 und 4,76 Euro. Bis Ende des Jahres 2023 sollen die dann vorliegenden Anträge geprüft werden – eine Entscheidung folgt wohl erst 2024.
Rubriklistenbild: © Aviation-Stock/Imago (Symbolbild)

